Girls' und Boys' Day in Sternberg : Mädchen schleifen, Jungen kochen

Gleichstellungsbeauftragte Anke Bittermann besuchte die Achtklässler in der Sternberger Außenstelle des Bildungshauses Güstrow.
1 von 2
Gleichstellungsbeauftragte Anke Bittermann besuchte die Achtklässler in der Sternberger Außenstelle des Bildungshauses Güstrow.

Sternberger Außenstelle des Güstrower Bildungshauses unterstützt seit Jahren Girls’ Day und lädt gleichzeitig zum Boys’ Day ein.

von
23. April 2015, 21:00 Uhr

Lisa zieht den Schwingschleifer immer wieder über das Holz. Damit am Ende kein Span  mehr stört, kommt danach Schleifpapier zum Einsatz. Die  14-Jährige  baut gemeinsam mit drei anderen Sternberger Schülerinnen eine Bank-Tisch-Kombination.

Das Güstrower Bildungshaus bot in seiner Sternberger Außenstelle am gestrigen  Girls’  Day  wieder Mädchen die Gelegenheit, in für sie eher untypische Berufe Einblick zu bekommen.  Bundesweit war der Aktionstag vor 15 Jahren ins Leben gerufen worden, Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich seit 13 Jahren daran.

Im  Güstrower Bildungshaus wird aber noch einen Schritt weitergegangen. „Wir führen zeitgleich den Boys’ Day durch“, sagt Heidi Morlang, Leiterin der Sternberger Außenstelle. Und so waren gestern auch sieben Jungen aus der Sternberger Verbundenen Regionalen Schule  und Gymnasium  „David Franck“ in die Einrichtung gekommen.

„Wir wollen natürlich nicht, dass die Jugendlichen  einmal bei uns eine Fortbildungsmaßnahme absolvieren müssen. Aber wir hätten sie später gern einmal als Ausbilder bei uns“, sagt Morlang. In der Sternberger

Außenstelle hinter der Tankstelle auf dem Gelände des ehemaligen Bekleidungswerkes finden Fortbildungsmaßnahmen  für    Ein-Euro-Jobber (jetzt: „Arbeitsgelegenheit mit mehr Aufwandsentschädigung“) statt. Zudem gibt es hier eine Projektwerkstatt „Zukunft“.

Die sieben Jungen finden  in der Küche ihren Arbeitsplatz. Sie kochen  Nudeln mit Bolognese und servieren das Gericht dann  auch den Mädchen zum Mittagessen. „Und natürlich decken sie dafür  den Tisch hübsch ein“, sagt Heidi Morlang. Bis auf Dustin (13), der mit Unterstützung seiner Mutter schon Nudeln und auch Schnitzel  zubereitet hat, ist Kochen für die meisten anderen  eine völlig neue Erfahrung.

Wie die Tätigkeit in der Werkhalle  für  die  Mädchen. „Schleifen, sägen, das habe ich vorher noch nicht gemacht. Aber es macht Spaß“, sagt Lisa. Handwerkliches Geschick sei immer von Nutzen, weiß sie und erzählt, dass sie  später einmal als Erzieherin arbeiten möchte. Auch Alexandras (14) Berufswunsch liegt im sozialen Bereich.  Lea  möchte  Optikerin werden. „Ich habe schon mit Holz gearbeitet, auch schon gesägt“, meint die 14-Jährige.  Noch mehr handwerkliche Erfahrung hat Jasmin (14), weil sie des Öfteren mit ihrem Papa im Garten werkelt, wie sie erzählt. So habe sie ihm z. B.  beim Carport geholfen. „Wir wollten einmal ausprobieren, wie das hier ist und es macht Spaß“, resümiert Jasmin. Sie möchte Kindergärtnerin werden.

Wie Akkuschrauber, Schwingschleifer oder Fuchsschwanz  richtig eingesetzt werden, erfahren die Schülerinnen von Ausbilderin Heidrun Schmidt. „Mit dem Winkel die Maße anreißen,  die Teile zuschneiden – die Mädchen müssen genau arbeiten“, sagt sie. Doch die vier sind  mit viel Einsatz dabei. 

„Das Bildungshaus unterstützt seit vielen Jahren den  Girls’ Day.  Ich begleite diese Möglichkeit der Berufsorientierung auch schon lange. Ich finde es wichtig, dass es das gibt und Kinder es nutzen, um später die richtige Wahl treffen zu können“, sagt Anke Bittermann, Sternberger Gleichstellungsbeauftragte, die bei den Achtklässlern in der Außenstelle des Bildungshauses vorbeischaute. „Dass sie hier  auch etwas anfertigen, was gebraucht wird, finde ich sehr gut“, freut sie sich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen