ZDF-Filmdreh : „Macht das doch in Sternberg!“

Eine Feuerwehrübung im Rathaus steht im neuen Brandschutzkonzept, bisher gab es noch keine einzige.  Fotos: Katja Frick
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Eine Feuerwehrübung im Rathaus steht im neuen Brandschutzkonzept, bisher gab es noch keine einzige. Fotos: Katja Frick

Das ZDF drehte eine Übung im Rathaus für „Drehscheibe Deutschland “ zu dem Thema: Personalprobleme bei der Freiwilligen Feuerwehr

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16. November 2017, 21:00 Uhr

Alarm in Sternberg. Die Sirene heult an diesem Donnerstagvormittag plötzlich, die SVZ erhält einen Anruf: Brand im Rathaus! Es ist jedoch zum Glück nur eine Übung. Unten auf der Straße vor der Kirche haben sich die Rathausmitarbeiter versammelt. Keiner von ihnen wusste von der Übung. „Das ist schon komisch, wenn Du nicht genau weißt, was los ist in so einem Moment“, meint eine Mitarbeiterin. „Aber in zweieinhalb Minuten waren alle draußen“, kann Katja Fregin berichten. Sie ist verantwortlich für den Arbeitsschutz und arbeitet ansonsten im Kitabereich. Da brennt es derzeit in Sternberg übrigens nicht, so wie in anderen Kommunen. „Bisher kriegen wir das ganz gut hin, wir haben ja die größte Kita im Landkreis.“ Und die Einrichtung mit 145 Plätzen wird von der Stadt selbst betrieben.

Dann trifft auch der Bürgermeister ein. Dass er zum Zeitpunkt des Alarms nicht im Rathaus war, ist kein Zufall. „Wir haben Anfang des Jahres unser Brandschutzkonzept überarbeitet und darin festgelegt, dass es Übungen zu Feuer oder einer Bombendrohung im Rathaus geben soll“, erklärt Armin Taubenheim. Die ganze Übung begleite heute ein Team des ZDF. „Die sind an uns herangetreten, weil sie bei einem Einsatz von Anfang an dabei sein wollten.“

„Warum gerade in Sternberg“, wollte die SVZ von Redakteurin Annelie Haack vom ZDF-Studio in Schwerin wissen. „Wir wollen einen Beitrag über die Personalprobleme bei der Freiwilligen Feuerwehr in MV drehen, und da meinte der Landesbrandmeister: ,Macht das doch in Sternberg!‘“ Sicher nicht von ungefähr, denn sein Stellvertreter ist Eckardt Meyer, der Wehrführer hier.

Und so war das Filmteam gerade im Bauhof der Stadt, als dort drei der Mitarbeiter die Meldung über den Brand im Rathaus erhielten. „Denn vier unserer Bauhofmitarbeiter – einer ist heute krank – sind bei der Feuerwehr. Das ist doch das große Problem, wenn tagsüber Alarm ist, genügend Leute für einen Einsatz zusammen zu bekommen. Deshalb steht in unseren Stellenausschreibungen immer, dass bei einer Einstellung eine Mitarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr erwünscht ist“, erläutert das Stadtoberhaupt. Eckardt Meyer selbst ist Chef des Bürgerbüros und ein anderer Feuerwehrmann arbeitet bei ecoMotion. „Und unser Brandschutzhelfer Michael Schwertner ist bei der Feuerwehr Brüel, wenn hier Alarm ist, geht er mit zum Einsatz“, erläutert Taubenheim. Wie viele Kameraden genau bei dem heutigen Einsatz mit Löschfahrzeug und Drehleiter zusammen gekommen sind, will er aber lieber nicht öffentlich sagen...

Im Rathaus sind Eckardt Meyer und seine Leute währenddessen damit beschäftigt, nach dem imaginären Brandherd der gemeldeten Rauchentwicklung und einer vermissten Person zu suchen. „Die muss vom Dach gerettet werden“, erklärt Meyer. Dafür wird die Drehleiter von hinten an das Rathaus gefahren. Nur so gibt es für das historische Gebäude einen zweiten Rettungsweg. Doch ein Transporter steht im Weg, wertvolle Zeit verstreicht, bis der Besitzer gefunden ist. „Das schaffen wir nicht, den beiseite zu schieben“, sagt Meyer.

„Im Ernstfall würden auch die Feuerwehren Schwerin und Dabel benachrichtigt“, so Taubenheim. Denn dann würde das Rathaus mit seinem Fachwerk und dem Dachgeschoss aus Holz wie Zunder brennen...

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