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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. August 2017 | 04:19 Uhr

Sternberg : Lütt Acker: Fördergeld gut angelegt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Arbeitskreis Finanzen der SPD-Landtagsfraktion informierte sich in Sternberg über die Verwendung der Mittel. Derzeit läuft als neues Projekt „Lütt Acker summt – Bienenvielfalt in Sternberg“.

Kirsche und Klarapfel haben abgeblüht, die späteren Sorten aber zeigen sich in voller Pracht. Im Kräutergarten grünt es immer mehr, doch er braucht noch Zeit genauso wie die zahlreichen Rosen. Rund 300 Sorten stehen in Lütt Acker. An dem Umweltprojekt des Sternberger Vereins Dialog + Action hatte auch der Arbeitskreis Finanzen der SPD-Landtagsfraktion mit Finanzministerin Heike Polzin und Tilo Gundlack, Sprecher für Haushalts- und Finanzpolitik, seine Freude. Das Gremium machte sich selbst ein Bild, wie der vor gut 20 Jahren gegründete Verein die erhaltenen Fördermittel einsetzt. Denn mit dem Geld solle eine nachhaltige Wirkung erzielt werden. Seit 1997 sind insgesamt rund 170 000 Euro Fördermittel in eine Reihe von Projekten geflossen, die Lütt Acker mit viel Eigeninitiative schrittweise zu einer anerkannten Adresse für Umweltbildung und Erlebnispädagogik werden ließen.


Von Himmelsteich bis Bienenvielfalt


Der Demener Landtagsabgeordnete Thomas Schwarz, der die Visite vor Ort organisiert hatte, sprach von „Heidenrespekt vor dieser Arbeit“. Die Entwicklung von Lütt Acker begleite er seit seiner Wahl in den Landtag im Oktober 2002. Er sei „als Finanzer stolz darauf“, was hier in Sternberg geleistet werde, an erster Stelle von der ehrenamtlichen Vereinsvorsitzenden Irene Werner und ihrem Ehemann Klaus, der eine Teilzeitstelle als Projektleiter einnimmt, sich jedoch weit darüber hinaus engagiert.

Die Liste der geförderten Projekte, die mit neuen Inhalten auch stets einen anderen Namen erhielten, zum Beispiel Himmelsteich, ist lang. Bei den ersten Zuschüssen von Jugendamt, Stadt, Umweltministerium MV, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung oder Robert Bosch Stiftung ging es um Sachleistungen sowie den Auf- und Ausbau von Lütt Acker.

An Visionen und Ideen fehlte es nie. Es habe allerdings auch „drei, vier magere Jahre und harte Zeiten“ gegeben, das Projekt 2005 vor dem Aus
gestanden, räumte Irene Werner ein. Vor allem der von der Bundespolitik verordnete Wegfall der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) sei ein gravierender Einschnitt gewesen, die „Rettung in letzter Not“, so die Vereinschefin, dann mit Unterstützung von Thomas Schwarz durch den Europäischen Zukunftsfonds erfolgt. Auf einen Schlag seien 33 000 Euro bewilligt worden.
Der Wildrosen-Lehrpfad und das Rosen-Kräuter-Gärtchen konnten damit gestaltet werden. „Bis Weihnachten haben wir gepflanzt und im Juni darauf das erste Rosenfest veranstaltet“, blickte Irene Werner zurück. Seitdem krönt der Verein die Rosenkönigin, am 25. Juni diesen Jahres zum zehnten Mal.

Mit „Umwelt erleben in Lütt Acker“ sei es weitergegangen. Nun mit im Boot die Norddeutsche Stiftung für Natur, Umwelt und Entwicklung, die mit Geldern aus der Bingo-Umweltlotterie unterstützt wird. Diese sowie das Umweltministerium und die Stadt ermöglichten dann, Schrebergarten, Grünes Klassenzimmer, Rastplatz, Wasserspiele und Teeküche im Grünen zu errichten. Über das Programm „Stärken vor Ort“ verwirklichte der Verein die Projekte Handwerkern mit Kindern, Bachlauf und Vogelhäuschen sowie Flecht-Hochbeet. Bienenvielfalt mit Imkerei und Arbeitsgemeinschaft „Be(es ) in Action“ folgten ab 2012. Seit dem Vorjahr wird als Teil des Leader-Programms „Bienenstraße Mecklenburg“ emsig an „Lütt Acker summt – Bienenvielfalt in Sternberg“ gearbeitet, finanziert mit insgesamt 97 000 Euro aus mehreren Quellen. Das Gesteinsbiotop hat schon Form angenommen. Mit Pflanzen, die mageren Boden brauchen, soll es Wildbienen Lebensraum bieten. Und ein Insektenhotel hat Ausmaße, wie sie niemand von zu Hause kennt.

Bislang sei kein Förderantrag abgelehnt worden. Irene Werner sieht das als Qualitätssiegel für die Projekte samt zuverlässiger Abrechnung – und fand ungeteilte Zustimmung aus der Besucherrunde. Die Anträge ans Umweltministerium seien jedoch sehr kompliziert, monierte die Vereinsvorsitzende. Das sei bei denen an die Leader-Gruppe anders. Die machten zwar auch viel Arbeit, wären aber weitaus einfacher.

Bei Ersteren liege es sicher an den EU-Vorgaben, ging die Finanzministerin darauf ein und gab den Tipp, sich bei der Ehrenamtsstiftung des Landes Hilfe zu holen. „Dort sitzen Profis, die kleine Vereine unterstützen sollen.“ Polzin zollte Irene und Klaus Werner größte Anerkennung. Sie hätten „auch in schwierigen Zeiten durchgehalten und eine wunderbare Oase gerade für Kinder geschaffen“. Das Fördergeld sei hier gut angelegt.


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erstellt am 19.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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