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Genehmigung trotz Widerstand: Hühnerfarm ist genehmigt : Loiz: Hühnerfarm darf gebaut werden

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Grünes Licht für Landwirt Torsten Redmann. Er darf eine Legehennenfarm für 39.990 Tiere in Freihaltung auf einem Feld bei Loiz errichten. Das widerspricht dem Willen der Mehrheit in der Gemeidevertretung von Witzin.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2012 | 11:05 Uhr

Loiz | Grünes Licht für Landwirt Torsten Redmann. Er darf eine Legehennenfarm für 39 990 Tiere in Freihaltung zwischen Loiz und Witzin errichten. Der bereits am 23. November unterzeichnete Genehmigungsbescheid wird jetzt versandt. Das erklärte gestern Jean Weiß, Pressesprecher des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Schwerin.

Das widerspricht dem Willen der Mehrheit in der Gemeidevertretung von Witzin. Sie hatte auf ihrer Beratung am Donnerstagabend erneut das sogenannte gemeindliche Einvernehmen gegen die Legehennenfarm versagt. Das Dorfparlament hatte Rechtsanwalt und Gutachter eingeschaltet, um insbesondere Auswirkungen der Tierhaltung durch Emissionen auf die Menschen und die Natur zu prüfen. Mit dem Beschluss vom Donnerstagabend gaben sie dem Juristen einen weiteren Auftrag, nachgereichte Unterlagen zu dem Projekt zu prüfen.

"Die Gemeinde ist nicht die untere Naturschutzbehörde", sagt StALU-Sprecher Weiß. "Wir sind im Rechtsstaat." Die Gemeinde sei während der Anhörung nur nach planungsrechtlichen Belangen befragt worden. Der Sprecher der Genehmigungsbehörde für dieses Projekt erklärte, dass die Gemeinde bereits im Frühjahr angeschrieben wurde. Weiß sprach angesichts von Verzögerung in der Kommune von Rechtsmissbrauch und nannte die Versagung des gemeindlichen Einvernehmens "rechtswidrig". Die Behörde hat dieses versagte Einvernehmen durch ihre eigene Entscheidung ersetzt.

Die Hennenfarm ist nach Informationen des StALU auch in der Größe genehmigt worden, wie sie beantragt wurde. Wie SVZ berichtete, sollen auf einem Feld unweit der B 104 zwischen Witzin und Loiz zwei 90 mal 25 Meter große Ställe gebaut werden mit einer Auslauffläche von 16 Hektar.

Der Loizer Landwirt Torsten Redmann will sich mit dieser Farm neben dem Ackerbau ein zweites Standbein schaffen. Anfang des Jahres hatte er seine Nachbarn in Loiz über sein Legehennenprojekt informiert. Seitdem formte sich immer massiverer Widerstand. Die "Bürgerinitiative für eine gesunde Zukunft im Naturpark Sternberger Seenland" sammelte Informationen zu Risiken durch den Betrieb, sammelte in der Gemeinde fast 300 Unterschriften gegen die Hühnerfarm, und stellte Plakate auf. In Flyern stellte die Bürgerinitiative Ergebnisse ihrer Recherchen vor: Intensive Tierhaltungsanlagen berge demnach große ökologische Gefahren für Natur und Mensch. Zudem könnten die Grundstücke an Wert verlieren (SVZ berichtete ausführlich).

Übrigens: Das Zerren um die Legehennenfarm hat die Gemeinde laut Bürgermeister Bruno Urbschat bisher rund 5000 Euro gekostet - für zusätzliche Beratungen, Rechtsanwalt und Gutachter.

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