Neu Woserin : Löschwasserteich voller Schlamm

In diesem Feuerlöschteich in Neu Woserin befindet sich alles – nur kein Wasser.
In diesem Feuerlöschteich in Neu Woserin befindet sich alles – nur kein Wasser.

In der Verwaltung wird jetzt nach einer Lösung für Neu Woserin gesucht. Brandschutzprobleme bestehen aber nicht nur im 15-Häuser-Ort

von
12. Juni 2018, 21:00 Uhr

Ein Löschwasserteich ohne Wasser, dafür voller Schlamm – dieses Bild bietet sich in Neu Woserin. So oder ähnlich sieht es freilich bereits seit Ostern 2017 aus, als die Borkower Feuerwehr versuchte, den Teich leer zu pumpten. „Doch wir mussten abbrechen“, betont Maschinist Günther Tost gegenüber SVZ. Der Grund: zu viel Schlamm. Vergangenen Herbst wurden nochmals „2000 Liter reingepumpt, um den Dreck hochzuholen. Das half alles nichts“, so Tost, der gestern hinzufügte: „Da ist bestimmt eineinhalb Meter tief Schlamm drin.“

Wenn es im 15-Häuser-Ortsteil der Gemeinde Borkow brennt, was seit der Wende bereits zweimal der Fall war, müssten die Wehren das auf ihren Fahrzeugen gebunkerte Wasser nutzen sowie im Pendelverkehr Nachschub aus der zirka 500 Meter entfernten Mildenitz holen. Im Amt sieht die Ausrückeordnung die Alarmierung stets von drei Wehren vor. Je nach Gefahrenlage werden dann weitere Wehren nachgeordert.

Der Schlamm im Neu Woseriner Löschteich hat sich seit der Wende angesammelt, wie SVZ vor Ort erfuhr. Je nach Regenfällen hatte der Löschteich zuletzt mal mehr, mal weniger Wasser.

„Wie geht die Arbeit am Feuerlöschteich weiter? Wir stehen jetzt ohne Wasser da“, äußerte Hans-Heinrich Klein aus Neu Woserin in der Vorwoche auf der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung seinen Unmut und erinnerte eindringlich an die Pflichtaufgabe der Kommune. Klein wollte das Problem „ein allerletztes Mal anbringen“ und wenn sich nach seinen Worten „weiter nichts tut“, sich an die übergeordnete Stelle des Amtes Sternberger Seenlandschaft wenden.

Borkows Bürgermeisterin Regina Rosenfeld betonte auf der Sitzung, „die Sache der Verwaltung zu übergeben“. Montag weilte sie in der Angelegenheit denn auch beim Sternberger Verwaltungschef Armin Taubenheim. Dieser gab die Sache weiter an den Leiter des Bürgerbüros, Eckardt Meyer, im Amt auch für die Belange der Feuerwehren und des Brandschutzes verantwortlich.

Er sei dabei, „ein Angebot von einer Fachfirma einzuholen, damit diese den Löschteich leer pumpt. Wer will den mit der Schaufel schon leer schaufeln?“, so Meyer gestern auf SVZ-Nachfrage. Bei den Kosten müsse dann die Gemeinde sehen, wie sie sie begleicht. Auch Eckardt Meyer erinnerte nochmals daran, dass Brandschutz „eine Pflichtaufgabe der jeweiligen Gemeinde ist“.

Dabei ist der total verschlammte und derzeit wasserlose Löschteich in Neu Woserin ein besonders krasses Beispiel. „Wir suchen nach Lösungen fürs gesamte Amt“, betonte Meyer. So hätte die Löschwasserschau durch die zuständige Behörde des Landkreises in der Gemeinde Witzin Defizite ergeben. In Loiz sowie im Sternberger Ortsteil Pastin etwa müssten neue Löschteiche her.

Auch den zwölf Kommunen des Sternberger Amtes steht der eigentliche Härtetest noch bevor – die Erstellung der laut Verwaltungsvorschrift des MV-Innenministers vom 12. Oktober 2017 gesetzlich vorgeschriebenen Brandschutzbedarfspläne.


Auch das gibts: Tierischer Alarm

Borkows freiwillige Feuerwehr rückte gestern Vormittag mit fünf Personen zum Einsatz aus. Sie und die Dabeler Wehr waren um 9.59 Uhr von der Leitstelle zum Löschteich in Neu Woserin beordert worden. Es handelte sich um einen tierischen Notfall. Ein Waschbär hatte sich in das mit einem Maschendrahtzaun gesicherte Areal verirrt und kam allein nicht mehr heraus. „Wir haben eine Hilfsbrücke gebaut mit einem Ast“, so Feuerwehrmann Tilo Rosentreter. Das verängstigte Raubtier kletterte so nach einiger Zeit in die Freiheit.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen