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Witzin : Licht nicht unter den Scheffel stellen Foto: 

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Witzin, die im Juli ihr 80-jähriges Bestehen feiert. Jörg Scheefe wurde für seinen Hochwassereinsatz geehrt

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2014 | 17:14 Uhr

„Ihr müsst euer Licht nicht unter den Scheffel stellen und die Arbeit klein reden“, verkündete Amtswehrführer Olaf Schröder (Kobrow) am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Witzin. Dessen Wehrführer Edwin Schmied, seit 2006 im Amt, hatte in seinem Bericht des Vorstandes kurz zuvor nämlich nur einen 2013er-Einsatz erwähnt. Schmied: „Es war ein Brand in den Schultentannen. Wir können von Glück sagen, dass Steffen Wolter (Holzbaufirma in Witzin – d. Red.) und sein Kollege den Brand bemerkten und Hilfe anforderten.“ Mit fünf Mann war die Wehr zum Löschen ausgerückt und bekam dabei Unterstützung von der Sternberger Wehr, die mit Wasser aushalf.

Olaf Schröder hingegen bemerkte: „Ihr hattet drei Einsätze!“ Nach dem Blitzeinschlag am Herrentag (9. Mai) auf der Festwiese am Holzendorfer See – dieser sorgte Deutschland weit für Schlagzeilen und spielte kürzlich im ZDF-Jahresrückblick nochmals eine Rolle – rückte auch die Witziner Wehr aus. Dass sie dann vor Ort, weil nicht mehr gebraucht, unverrichteter Dinge wieder abfuhr, komme laut Schröder eben vor. Zudem war mit Jörg Scheefe ein Witziner „Blaurock“ im Juni als Fluthelfer beim Elbhochwasser. „Auch das war ein Einsatz!“, bekräftigte der Amtswehrführer.

Scheefe, der im Vorjahr sein 30-jähriges Feuerwehrjubiläum beging, weilte gleich an zwei Tagen in Heiddorf zur Deichsicherung. Am Freitag wurde er jetzt dafür von Edwin Schmied unter dem Beifall der 22 anwesenden Witziner Feuerwehrmännern und -frauen, darunter einige Ehrenmitglieder, mit einem Ehrenabzeichen geehrt. Bürgermeister Bruno Urbschat dankte Jörg Scheefe im Namen der Gemeinde im besonderen und allen Feuerwehrleuten im allgemeinen für ihren ständigen Einsatz. „Die Feuerwehr wird gebraucht, nicht nur zum Feiern“, so Urbschat, der in dem Zusammenhang nochmals die „Ersatzbeschaffung für den T4“ anmahnte. Das alte Einsatzfahrzeug der Witziner Wehr ist von Baujahr 1994. „Es wird Zeit, ihn auszutauschen“, gab es Rückendeckung vom Sternberger Ordnungsamtsleiter Eckardt Meyer, zugleich Chef der Sternberger Wehr. Noch fehle aber das grüne Licht des Finanzausschusses im Amt, hier müsse das Thema erst noch beraten werden.

Seit 2001 kümmert sich René Kathke als Witziner Jugendwart um den Nachwuchs. „Früher betrug das Eintrittsalter in die Jugendwehr im Schnitt zehn Jahre. Aktuell habe ich fünf Kinder zwischen sieben und elf. So hat sich manches total verändert. Nur Dienst geht in dem Alter nicht. Spiel, Sport und Spaß stehen darum an erster Stelle. Ob Leine werfen oder Schlauch rollen, das vermitteln wir auf spielerische Art“, so Kathke, der ergänzt: „Der Sport wirbt aktiv, die Kirche auch. Und so viele Kinder gibt es ja nicht im Dorf.“ Um so mehr ist der Jugendwart stolz, „dass seit 2001 zehn aus der Jugendwehr hoch gerückt sind zu den großen“.

Die Feuerwehrkameraden werden auch 2014 wieder im Ort präsent sein – beim Dorffest am 14. Juni ebenso etwa zum Adventsmarkt am 29. November. Und der Juli hält ein ganz besonderes Jubiläum parat: 80. Jahre Freiwillige Feuerwehr Witzin! „Der genaue Feiertermin steht aber noch nicht fest. Ich muss sehen, wann ich ein Wochenende frei habe“, verkündet Edwin Schmied, der sein Geld auf dem Rethmann-Gut verdient. Viele andere arbeiten die Woche über außerhalb. So ist das bei einer Dorfwehr eben, sagt einer. Und dennoch engagieren sie sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit, steht zweimal im Monat Ausbildung auf dem FFw-Plan: „Blauröcke“ mit Leib und Seele eben.

Was wären Orte wie Witzin ohne ihre Feuerwehr?

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