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14. Lichterfest der Feuerwehr Wendorf : Leuchtende Schiffe auf der Warnow

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Bei dem Familienevent an der Warnow schwammen am Sonnabend 42 Boote um die Wette und damit so viel wie nie zuvor

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Einen kurzen Moment lang schien es am Sonnabend so, als ob die Startkonstruktion für das Wettschwimmen der leuchtenden Boote auf der Warnow zu klein sei, um alle Schiffe darauf zu platzieren. Denn mit gleich zwölf mehr selbst gebastelten Kreationen im Vergleich zu den beiden Vorjahren hatte offensichtlich niemand wirklich gerechnet. „Puh, zum Glück sind nicht mehr gekommen, wir haben nur 43 Urkunden vorbereitet“, freute sich Chantal Michaelis, die seit zwei Jahren die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Wendorf leitet. Sie gehörte zusammen mit Vivien Moritz und Axel Naujack zur Jury des Wettbewerbs und hatte damit die verantwortungsvolle Aufgabe, auf den regulären Ablauf zu achten, anschließend für jeden Teilnehmer eine Urkunde mit seiner Platzierung auszustellen und das originellste Schiff zu wählen. Ganz modern wurde über die Reihenfolge der Schwimmobjekte am Ziel per Videobeweis entschieden. Durch die starke Strömung - die Warnow führt durch den vielen Regen der letzten Tage derzeit viel Wasser - bewältigte die schön anzusehende Flotte die gut 500 Meter der Rennstrecke in kürzester Zeit. Die Schiffsnase vorn hatte am Ende die „Herbstfeuer“ von Max (6) aus Zaschendorf. Er hatte das Schiff, dessen Körper aus Styropor bestand, zusammen mit seinem Vater Michael gebaut. „Wir haben vielleicht insgesamt eine Woche gebraucht“, erzählte dieser. Und sie hätten sich Gedanken über die Konstruktion gemacht: Weil an diesem 14. Oktober der Wind laut Vorhersagen von hinten kommen sollte, hätten sie einen hohen Aufbau gewählt, erklärte der Zimmermann, der mit seinem Sohn, seiner Frau Carolin sowie Oma Marlies schon das dritte Jahr an dem Lichterfest der Feuerwehr Wendorf teilnimmt. „Das eigentliche Geheimnis ist aber, dass ich das Boot grün angemalt habe“, verriet Letztere der SVZ lachend. „Und ich habe die Kastanien und die Eicheln dafür gesammelt“, verkündete Max.

Gerda (12) hatte mit dem zweiten Platz für ihr Schiffchen „Kontiki“ überhaupt nicht gerechnet, sie hatte sich als Allerletzte für das Rennen angemeldet. „Ich hab das Boot heute in einer Stunde bei meiner Freundin Emma gebaut“, erzählte sie stolz. Die musste zusammen mit Freundin Svea auch unbedingt mit auf’s Foto. „Ich finde das toll hier“, meinte Mama Daniela Sonnenberg, die mit ihrer Familie vor anderthalb Jahren vom Hof Medewege nach Gustävel gezogen ist. „Wo hat man das schon, das Eltern mit ihren Kindern was zusammen machen.“

Ebenfalls aus Gustävel kamen die drittplatzierten Brüder John (13) und Jim (8), die einen Flugzeugträger mit richtigen kleinen Kanonen und Flugzeugen gebaut hatten.

„Es dürfen nur Kinder und Jugendliche teilnehmen“, sagte Wehrführer Mathias Hirsch. Aber Eltern und Großeltern dürften beim Bau der Schiffe helfen. „So viele wie heute waren noch nie hier“, meinte er mit einem zufriedenen Blick in die Runde, in der sich nach dem Wettbewerb die einen an Bratwurst, Bier, Kaffee oder am Feuer erfreuten, die anderen ihren Kindern beim Knüppelkuchen backen oder Anzünden von Fackeln halfen. „Viele nutzen das Lichterfest inzwischen als Gelegenheit, sich als Familie zu treffen oder um alte Bekannte wiederzusehen und mit ihnen zu quatschen“, wusste der Wehrführer. „Hier vorn, das sind zum Beispiel alles ehemalige Mitarbeiter der früheren LPG.“

Erfunden wurde das Lichterfest von Mathias Hirsch 2003 - einmal musste es wegen Sturm und Regen ausfallen. „Damals wurden die beiden Gemeinden Kuhlen und Wendorf fusioniert und wir haben etwas gesucht, um eine Gemeinschaft herzustellen“, so Hirsch. „Deshalb findet das Rennen auch in der Mitte zwischen beiden Gemeinden statt.“ Das Lichterfest sei von Anfang an gut angenommen worden.

Im nächsten Jahr ist Mathias Hirsch 25 Jahre Wehrführer und will das Amt bei der nächsten Jahreshauptversammlung im Februar abgeben. „Bei unserem 85. Geburtstag im Mai soll es schon einen neuen Wehrführer geben.“ Wer, sei noch offen. „Mein Sohn Stephan und René Buchholz haben beide den Wehrführerschein. Aber die wollen nicht recht.“ Das Ehrenamt würde heute ja auch immer schwieriger. Durch die vielen Fusionen sei der Feuerwehrver band LUP nun so groß, dass die Fahrtzeiten immer länger würden. Für alle Veranstaltungen brauche man zahllose Genehmigungen und das Programm Fox 112, mit dem sie arbeiten sollten, funktioniere nicht, weil das Internet in dieser Gegend zu langsam sei. „Aber es geht weiter“, versprach Mathias Hirsch.

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