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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. August 2017 | 14:14 Uhr

Sternberg : Lecker – dieser Sternberger Kuchen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Lange experimentiert: Junge Köche im Seehotel haben jetzt ein süßes, mundgerechtes Abbild des typischen Gesteins kreiert.

Wenn Besucher das erste Mal hier sind und vom Sternberger Kuchen hören, läuft den meisten das Wasser im Mund zusammen. Umso mehr sind sie verwundert, manche gar enttäuscht, dass sie das vermeintliche Gebäck nicht zum Kaffee oder Tee essen können.

Und Bürgermeister Jochen Quandt fällt gleich eine Episode von 1990 ein. Es war sein erster Besuch in der Partnerstadt Lütjenburg. Am Ende überreichte er zur Erinnerung einen Sternberger Kuchen, hübsch verpackt, warnte aber gleich, dass der nicht zum Essen sei. Das konnten die Gastgeber nun gar nicht verstehen. Inzwischen sei über diese kleine Begebenheit oft gelacht worden, erzählt Quandt voller Vergnügen.


Immer wieder andere Rezepturen ausprobiert


Künftig kann Besuchern von Sternberg, wenn sie nicht gerade als Paläontologen (Wissenschaftler, die sich mit Lebewesen vergangener Erdzeitalter befassen) oder Geologen kommen, eine derartige Enttäuschung erspart bleiben. Denn nach mehreren Anregungen und noch mehr Experimenten hat jetzt das Küchenteam im Seehotel ein süßes, mundgerechtes Abbild des Gesteins hinbekommen. Es wird dort im Restaurant angeboten, demnächst auch in der Tourist-Info als unverwechselbares Mitbringsel aus Sternberg, und auch der Bürgermeister hat schon Interesse bekundet als kleine repräsentative Gabe, an der sich die Beschenkten nicht die Zähne ausbeißen.

Rosemari Hassel, Mitarbeiterin im Sternberger Heimatmuseum, in dem der Sternberger Kuchen im Original zu sehen ist, erzählte, dass sie schon einige Bäcker darauf angesprochen hatte. Aber vielleicht sei das für sie zu kostspielig oder es fehlte bislang die zündende Idee. Eine Schwierigkeit sei, die Sedimentschichten ähnlich wie im Gestein darzustellen, und dann vor allem die Haltbarkeit, haben Seehotel-Küchenchef Tobias Schwarz und seine Kollegen Thomas Walter Krause und Mirko Ilgen festgestellt. Gerade wenn Urlauber das Gebäck mit nach Hause nehmen wollten, dürfe es nicht „zu soft“ sein, etwa durch Sahne oder Creme, aber im Gegenteil auch nicht hart werden wie das fossile Vorbild. Über ein halbes Jahr hätten sie immer wieder
andere Rezepturen ausprobiert. „Der Prototyp lag dann ein halbes Jahr offen in der Küche und war noch essbar“, erzählt Krause schmunzelnd.

Das müsse auch das Minimum bei der Haltbarkeit sein, meint Hoteldirektor Dennis Homrighausen. Er ist begeistert von den jungen Köchen, die „auch mal um die Ecke denken und sich immer was überlegen“. Der Sternberger Kuchen aus der Küche des Hauses schmeckt ihm jedenfalls bestens. Und das hätten ihm auch andere Verkoster bestätigt, zu denen übrigens der Bürgermeister gehörte.


Rezeptur und Machart bleiben Geheimnis


Das Gebäck besteht aus vier Schichten: Unten geht es mit einem Keksteig los, darüber kommen eine Schokoladenmischung, ein Eiweißkeks etwa wie ein Baiser und als Abschluss ganz oben eine „Sedimentschicht“ prall aus Nüssen, Körnern und Rosinen. Nuss-Allergikern würde er allerdings von dem Gebäck abraten, räumt Krause ein. Öle und Fette kämen darin nicht vor, weil die nach ein paar Wochen ranzig werden könnten, nur die natürlichen, die in Schokolade und Nüssen enthalten sind, erklärt Tobias Schwarz. Rezeptur und genaue Machart blieben natürlich ein Geheimnis, fügt Thomas Walter Krause an. „Für Zuhause wäre das alles auch viel zu kompliziert, angefangen bei der Beschaffung der zahlreichen Zutaten.“

Vorerst werde es den (essbaren) Sternberger Kuchen in runder Form geben, „aus technologischen und Platzgründen“, sagt Krause. Doch der Hoteldirektor meint lachend: „Wenn die Welt danach schreit, bekommt der Kuchen auch eine längliche Form.“ Der Durchbruch sei jedenfalls geschafft.

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erstellt am 11.Apr.2014 | 17:13 Uhr

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