Sternberg : Lebensretter zieht ins Rathaus ein

Schulung mit einem automatisierten externen Defibrillator für DRK-Mitarbeiter in Parchim. Hier üben Susann Diekemann und Christina Arnhold (r.)
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Schulung mit einem automatisierten externen Defibrillator für DRK-Mitarbeiter in Parchim. Hier üben Susann Diekemann und Christina Arnhold (r.)

Elektroschockgeber für Laien: Kommunen wollen mit Landesförderung automatisierte externe Defibrillatoren anschaffen.

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25. April 2018, 21:00 Uhr

Wenn der Partner oder Nachbar plötzlich bewusstlos wird, sein Herz flattert oder sogar still steht, zählt jede Sekunde. Die Erste Hilfe sollte sofort einsetzen. Dabei helfen auch Elekroschockgeber, die früher nur Medizinern zur Verfügung standen, heute aber als automatisierte externe Defibrillatoren (AED) für Laien nutzbar sind. Moderne Geräte geben zugleich Anleitung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Das Land hat ein Förderprogramm aufgelegt. Kommunen können bis zu 100 Prozent der Anschaffungskosten und maximal 2000 Euro in Anspruch nehmen, Unternehmen 90 Prozent und maximal 1800 Euro. Mit dieser Förderung wollen beispielsweise auch die Städte Neukloster, Warin, Sternberg und die Gemeinde Witzin Defibrillatoren installieren.

„Von Seiten der Gemeinde wurde beschlossen zwei Geräte anzuschaffen“, sagt der Witziner Bürgermeister Hans Hüller: Eines für die Skaterhalle, eines für Gemeinderaum und freiwillige Feuerwehr. Dabei sind die Witziner sich bewusst, dass trotz 100-Prozent-Förderung auch Kosten für die Gemeinde entstehen durch die Wartung und den späteren Ersatz der Akkus.

Die Stadt Sternberg hat den Antrag für einen AED gestellt, der im Rathaus stationiert werden soll. „Das ist ein öffentliches Gebäude, wo viel Personenverkehr ist“, sagt Bürgermeister Armin Taubenheim.

Auch die Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim habe es als wichtig erkannt, mit Landesförderung automatisierte externe Defibrillatoren anzuschaffen, erklärt Kreissprecher Andreas Bonin. Zur Zeit gibt es Geräte am Kreisstandort Ludwigslust und im Bürgerbüro Hagenow. Jetzt laufen Förderanträge für Parchim, Ludwigslust und die Zulassungsstelle Schwerin. Schulen in kreislicher Trägerschaft wurden aufgefordert, ihren Bedarf zu melden.

An den beiden Standorten des Landkreises Nordwestmecklenburg – in Grevesmühlen in der Malzfabrik und am Kreissitz in Wismar – gibt es bereits Defibrillatoren, sagt Kreissprecherin Petra Rappen. Im Rahmen des Förderprojekts wurde ein Antrag für drei weitere gestellt, die als Ersatz für das ältere Gerät in Wismar sowie zusätzlich für den Standort Grevesmühlen und das Straßenverkehrsamt in Grevesmühlen eingesetzt werden sollen.

Christoph Richter, Geschäftsführer des Rettungsdienstes des DRK in Ludwigslust-Parchim, sieht die Anschaffung der Geräte als unwahrscheinlich wichtig an. Er verweist auf die Rolle der Ersthelfer in der Zeit, bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Es reiche aber nicht, die Geräte aufzustellen. Wichtig sei die Schulung der Menschen, die von Natur aus erst einmal Respekt haben dürften vor dem Einsatz von Elektroschockern.

Angst nehmen, das Falsche zu machen: Mit diesem Hintergrund laufen auch Erste-Hilfe-Kurse in Betrieben. Das DRK bietet solche übrigens nicht nur anderen an, sondern ist gerade dabei, die eigenen Mitarbeiter zu schulen. Denn auch in der Geschäftsstelle in Parchim wird ein AED installiert.

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