Penzin : Laubharken mit Wiedersehen

Bei nasskaltem Wetter nahm sich eine ganze Schar tüchtiger Helfer dem Laub auf dem Penziner Friedhof an.  Fotos: Rüdiger Rump (2)
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Bei nasskaltem Wetter nahm sich eine ganze Schar tüchtiger Helfer dem Laub auf dem Penziner Friedhof an. Fotos: Rüdiger Rump (2)

Zum Herbstputz auf dem Friedhof kamen auch ehemalige Penziner aus Güstrow und Wismar. Am 28. November findet in der Dorfkirche der Hubertusgottesdienst statt.

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16. November 2015, 21:08 Uhr

Der Wind pfiff so richtig unangenehm über die Anhöhe, auf der sich Kirche und Friedhof in Penzin befinden. Den Teilnehmern am Sonnabend am Arbeitseinsatz wurde dennoch warm bei den Mengen an Laub, das erst einmal zusammengeharkt und dann vom Gelände geschafft werden musste. „Es sind nicht alle gekommen, die zugesagt hatten, aber bei diesem Wetter bin ich ganz zufrieden“, stellte Lothar Ruhmich fest. Er ist Vorsitzender des Fördervereins Dorfkirche Penzin seit dessen Gründung 2002. Dieser zählt aktuell 22 Mitglieder und kümmert sich auch mit um die Umgebung des kleinen Backsteinbaus.
Ab 2006 war umfangreich an Dach, Decke, Turm, Fenster und Altarabdeckung gearbeitet, die Turmabdeckung wieder grün gestrichen und das verrostete Turmkreuz vergoldet, im Juli 2007 die Kirche in einem festlichen Gottesdienst erneut ihrer Bestimmung übergeben worden.

Für Irmgard Thoß war es wichtig, den Friedhof zum Volkstrauertag in Ordnung zu bringen, denn es gebe auch drei Soldatengräber, eins aus dem ersten und zwei aus dem zweiten Weltkrieg. „Die beiden Jungs, die hier Anfang Mai 1945 ganz in der Nähe umkamen, waren erst 17“,
erzählt die 81-Jährige, die über Jahrzehnte die Soldatengräber gepflegt hat. Deshalb sei es ihr auch ein Bedürfnis, am Gedenken für die Gefallenen teilzunehmen. Das fand am Sonntag in kleiner Runde statt, ein Grabgesteck der Gemeinde Blankenberg wurde niedergelegt.

Das Laubharken wurde gleichzeitig zu einem kleinen Wiedersehen, denn mit Edith und Günter Lattoch aus Güstrow sowie Ilse und und Ewald Schütz aus Wismar kamen auch ehemalige Penziner. „Meine Frau ist in Penzin groß geworden, ihre Eltern liegen hier begraben, warum sollten wir dann nicht auch bei diesem Arbeitseinsatz helfen“, sagte Günter Lattoch, der aus Sternberg stammt und nun schon seit Jahren mit seiner Frau in Güstrow lebt. Ewald Schütz, dessen Frau alle „Ille“ nennen, ist ebenfalls in dem kleinen Dorf aufgewachsen und wohnt nun in Wismar.

Der Platz mit den Soldatengräbern soll im Frühjahr umgestaltet werden, erzählte Ruhmich. Das sei ein Wunsch der Familie Wedekind, die den Förderverein für die Dorfkirche seit Jahren unterstützt. Als Carlo von Wedekind Ende April mit 91 Jahren verstarb, wurde gebeten, statt Kränze und Blumen für die Penziner Kirche zu spenden. Diese hat im Oktober eine Heizung für die Bänke erhalten, finanziert von Förderverein und der Kirchengemeinde Brüel, zu der Penzin gehört.

Als nächste Veranstaltung findet dort am Sonnabend, 28. November, wieder der Hubertusgottesdienst mit der Jagdhornbläsergruppe Wallensteingraben aus dem Hegering Bad Kleinen statt.

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