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Modellprojekt im Sternberger Seenland zur Naturschutzberatung : Landwirte schützen ihre Böden

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Um die Interessen von Landwirten und Naturschützern unter einen Hut zu bringen, wird ein Projekt zur Naturschutzberatung realisiert. Ziel ist Boden, Wasser, Luft und Biosphäre zu schützen, ohne die Bauern zu gefährden.

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erstellt am 15.Dez.2011 | 10:07 Uhr

Sternberg | Die Sternberger Region ist Vorreiter in Mecklenburg-Vorpommern, um die Interessen von Landwirten und Naturschützern besser unter einen Hut zu bringen. Hier wird ein Modellprojekt zur Naturschutzberatung in Mecklenburg-Vorpommern realisiert.

Ziel ist Boden, Wasser, Luft und Biosphäre zu schützen, ohne den wirtschaftlichen Erfolg der Bauern zu gefährden. Die Träger dieses Projekts, der Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE) und die LMS (Landwirtschaftsberatung Mecklenburg-Vorpommern) stellten gestern die Pläne vor, hinter denen acht große Landwirtschaftsbetriebe der Region stehen - aus Warin, Brüel, Zahrensdorf, Gustävel, Kaarz, Wamckow, Loiz und Mustin.

LSE-Geschäftsführer Bernhard Schulz verwies auf gute Erfahrungen in der Sternberger Region bereits in den vergangenen Jahren. Zwischen 1999 und 2003 wurde im Sternberger Seenland ein gefördertes Pilotprojekt verwirklicht, bei dem die Landwirte in den Wintermonaten Arbeiten für den Naturschutz leisteten - vom Schneiden von Bäumen bis zur Renaturierung von Gewässern. Das war auch mit Qualifikationen verbunden.

Mit neuen Anforderungen an den Naturschutz durch die Wasserrichtlinien der Europäischen Union und zum Umgang mit Schutzgebieten stieg der Beratungsbedarf. Zwei Mitarbeiterinnen des Landschaftspflegeverbandes vermittelten Erkenntnisse an die Betriebe. Finanziert wurde das von den Landwirten selbst. Mittlerweile steigen die Anforderungen weiter, zumal mit veränderten Förderrichtlinien in der Europäischen Union voraussichtlich nach 2014 die Bauern bei der Verteilung von Geldern viel mehr als bisher an ihrem Beitrag zum Naturschutz gemessen werden.

Hier herrscht bundesweit Beratungsbedarf. Nur in Sachsen und in Baden Württemberg gibt es bereits eine solche Naturschutzberatung, erklärt Bernhard Schulz. Er fand Verbündete in der LMS um den Schweriner Büroleiter Dr. Jörg Brüggemann. Die Gesellschaft berät bisher die Bauern in ganz Mecklenburg-Vorpommern in allen möglichen fachspezifischen Fragen von - der Düngung bis zur Buchhaltung - und wird jetzt zusammen mit den Sternberger LSE-Mitarbeitern in Sachen Naturschutzberatung tätig. Gefördert wird das Pilotprojekt vom Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern mit 40 000 Euro.

Regelmäßig finden ab Beginn des kommenden Jahres in den einzelnen Betrieben spezielle Veranstaltungen statt, bei denen Erfahrungen ausgetauscht werden, wie sich Belange von Naturschutz und Landwirtschaft unter einen Hut bringen lassen. Bei der ersten Anfang Februar in Gustävel dreht sich alles um den Biber, der hier in den Landwirten einige Probleme macht. Bei einer anderen Veranstaltung in Warin soll es um den optimalen Einsatz von Stickstoffdünger gehen. Ziel ist dabei auch, gute Erfahrungen von Landwirten anderen Betrieben zugänglich zu machen.

Die Landwirte der Region haben sich auf eine Leitbild verständigt. Sie bauen auf bodenschonende Bearbeitungsverfahren, auf den Schutz gegen Erosion, die Minimierung von Schadstoffen im Boden und den Schutz von Biotopen. Sie wollen u.a. Schutzstreifen an ausgewählten Biotopen schaffen, setzten auf den Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten, um die Auswaschung von Nitratstickstoff zu verringern und wollen auch mit der Fruchtfolge die Bodenfruchtbarkeit erhöhen.

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