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Erntefest Brüel : Landwirte luden nach Brüel zum Fest ein

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Es gab viel zum Feiern, aber auch ernste Töne: Krise in der Milchwirtschaft und Situation der Marktfruchtbetriebe bereiten große Sorgen

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erstellt am 04.Sep.2016 | 21:08 Uhr

Brüel In diesem Jahr habe man  das Motto  „Milchmacher“ gewählt, erklärte Torsten Schrein, Geschäftsführer der Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf, bei der Eröffnung des  Brüeler Erntefestes am Sonnabend. „Wir wollen  auf die tiefe Krise der Milchbauern aufmerksam machen: Mit Wegfall der Milchquote, eine feste lieferbare Quote der Milchbauern, war klar, dass jeder seine Kapazität zukünftig ausschöpft. Man investierte in Ställe, schuf bessere Haltungsbedingungen und sorgte für noch mehr Tierwohl, das die Milchmenge steigen ließ. Das Ergebnis: zu viel Milch auf dem Markt und das europaweit, der Milchpreis sank auf 20 Cent pro Kilogramm Milch. Um kostendeckend arbeiten zu können, benötigt man aber 34 bis 35 Cent pro Kilogramm. So ist nun nach eineinhalb Jahren für viele Milchbauern das Ende der Fahnenstange erreicht!...“  Schrein ging auch auf die Situation der Marktfruchtbetriebe ein, die wetterbedingt wieder Ertragseinbußen hinnehmen müssen. Und er zeigte sich enttäuscht, dass in der Öffentlichkeit kaum Gutes über die Landwirte gesagt wird. Trotzdem und gerade deshalb wolle man heute gemeinsam feiern und mal für einige Stunden alle Sorgen vergessen.

Nach der Eröffnung luden die Organisatoren, allen voran Wolf-Dietmar Vetter, Vorstandsvorsitzender der Wariner Pflanzenbau eG, ihre besonderen Gäste, wie  Bürgermeister, Vertreter der Bauernverbände NWM und Parchim sowie  Vertreter der unterstützenden VR-Banken Wismar und Güstrow zu einem  Rundgang ein, um das Problem Landwirtschaft und Milch noch verständlicher zu machen. Hier fiel dann auch von  Vetter in einem Gespräch der entscheidende Satz: „Landwirtschaft muss es immer geben. Es gibt für Brot, Fleisch und Milch keine Alternative. Ja, man kauft es bei Aldi und Co. – aber woher haben die es…?“

In der Zwischenzeit füllte sich das große Festzelt auf dem Gelände der DHG. Als der Neuklosteraner Chor Zeitlos sein Programm begann, war es gerammelt voll. In bewährter Manier sangen die  Frauen und Männer  unter Chorleiter Hartmut Vitense bekannte und neue, zum größten Teil von Vitense selbst komponierte und arrangierte Lieder. Neu im Programm die 11-jährige Mina, Enkelin der Vitenses, die sich kokett im Duett mit dem Großvater up Platt, aber auch in Englisch mit wohl geerbter Stimme präsentierte. Das Publikum  schunkelte mit, hätte vielleicht auch am liebsten getanzt, man traute sich dann aber doch nicht.  Ebenso oder erst recht begeistert war man beim folgenden Auftritt der Road Runners aus Kukuk. Die Linedancer verstanden es, die Gäste zum Juchen, Pfeifen und Klatschen zu motivieren, wobei nun nicht nur alle Sichtplätze, sondern auch alle Stehplätze eng belegt waren. Leider konnte  Michael Schwertner, für Bühnentechnik und  Musik zuständig, keine  Zugaben zulassen. Das Programm  war eng gestrickt und sollte eingehalten werden. Im Festzelt war dann das  Kinderprogramm an der Reihe.

Begonnen hatte das Fest aber wieder mit einem Umzug, angeführt von der großen Erntekrone und umrahmt von ihren Machern, den  Zahrensdorfer Landfrauen in traditioneller Landfrauenkleidung. Aber auch die nachfolgenden Traktoren und Hänger waren bunt geschmückt.  Wolf-Dietmar Vetter freute sich: „Von Jahr zu Jahr wird der Umzug größer und es laufen mehr Menschen mit.“

Der große Festplatz an der DHG war gespickt mit Attraktionen, Informationen und natürlich Kulinarischem. Da war Anstehen angesagt bei den Treckerrundfahrten, Kinder wie Erwachsene zog es auch zu den Tieren, ob es die Schafe waren oder die Dexterkuh mit ihrem Kalb des Blankenberger Landwirtschaftsbetriebes Uwe Schulz oder die Tauben, Hühner, Puten, Enten, Gänse des Sternberger Rassegeflügelzuchtvereins, die Jürgen Radant und Wolfgang Prengel betreuten. Bei den  Kinder waren wieder die Schatzsuche im Heu oder die Heurutsche beliebt. Sensation aber war das Baumstammkarussel von Uwe Möller. „Vor zwei Wochen war ich in Arendsee auf einem Kartoffelmarkt. Da habe ich das Karussell gesehen und gedacht, das ist genau das Richtige für unser Erntefest. Also habe ich es in meiner Firma nachgebaut“, schmunzelte er. Die Kinder hatten sichtlich einen riesen Spaß.

Und es gab noch viel mehr Höhepunkte, wie die verschiedenen Wettbewerbe z. B., darüber lesen Sie in einer nächsten Ausgabe.

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