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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Oktober 2017 | 04:18 Uhr

Parchim : Landkreis blitzt wieder aus allen Rohren

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

5000 Tempoverstöße mehr als im Vorjahr: Eine Million Euro mehr an Buß- und Verwarngelder wurden eingenommen.

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 07:56 Uhr

Schlechte Nachrichten für Autofahrer: Nachdem die Raser-Messtruppe des Landkreises wegen offenkundiger Animositäten zwischen Parchimern und Ludwigslustern lange nicht harmonierte, blitzt es jetzt aus allen Rohren. Allein 2013 bekamen 5000 Temposünder mehr als im Jahr davor Post vom Landkreis – insgesamt 117 000 Fälle. Sie spülten dem Landkreis 4,9 Millionen Euro in die Kasse – eine Million Euro mehr als im Vorjahr. Diese auf den ersten Blick erschreckenden Zahlen laden allerdings zu falschen Schlüssen über nachlassende Verkehrsmoral ein. Prozentual bleibt der Anteil der Raser nämlich fast konstant. Dafür hat der Kreis länger gemessen und drei stationäre Messstellen mit neuen leistungsfähigeren Anlagen aufgerüstet (Im Sternberger Bereich gibt es keinen stationären Blitzer.). Das belegen die Zahlen der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung. Zwar ist die Zahl der Einsätze der Blitzertrupps zurückgegangen (2012: 2290 Einsätze, 2013: 2160 Einsätze), dafür legten die Besatzungen Sonderschichten ein. 2012 harrten sie 7966 Stunden in Gebüschen und anderen versteckten Orten aus, 2013 schalteten sie ihre Blitzer 8520 Stunden scharf. Das Ergebnis: Im vergangenen Jahr passierten 1,45 Millionen Fahrzeuge die Messstellen im Landkreis Ludwigslust-Parchim (2012 noch 1,11 Millionen). Schneller waren 87 011 Autofahrer (sechs Prozent). Zum Vergleich die Zahlen von 2012: Hier waren 76 583 Autofahrer zu schnell (6,9 Prozent). Also: Mehr Raser in absoluten Zahlen, aber prozentual weniger, es gibt also keinen vorschnellen Grund zur Entwarnung. Kreissprecher Andreas Bonin kann deshalb auch keine Hoffnung auf weniger Einsätze machen: „Unsere Hauptaufgabe für das neue Jahr bleibt die Beseitigung und Bekämpfung von Unfallhäufungsstellen durch konstant hohen Kontrolldruck.“

Auch die neun stationären Anlagen – Starenkästen – blitzten öfter. Mehr als fünf Millionen Fahrzeuge registrierten die Säulen oder Kästen 2013 (2012: 4,8 Mio.), davon waren 34 320 zu schnell unterwegs, was 0,7 Prozent entspricht (2012: 28 577 / 0,6 Prozent). Gleich geblieben ist das Verhältnis von einem Viertel Bußgeldfällen – also spürbaren Tempoverstößen – zu drei Viertel Verwarngeldern. 31 000 Autofahrer traten also deutlich zu stark aufs Gaspedal. Das schnelle Urteil von der Abzocke dürfte Nachdenklichkeit weichen, addiert man noch die von der Polizei gemessenen Fälle dazu. Dann waren nämlich 152 728 Autofahrer zu schnell unterwegs. So lange das so bleibt, wird es wohl munter weiterblitzen...

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