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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 19:51 Uhr

Groß Görnow : Lammzeit an der Warnow beginnt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Landwirtschaftsgesellschaft Groß Raden rechnet bis Mitte Mai mit rund 5100 Lämmern. Täglich bringen bis zu 80 Muttern ihren Nachwuchs zur Welt.

von
erstellt am 15.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Ostern ist die Zeit der Lämmer, für viele als Festtagsbraten; in der Landwirtschaftsgesellschaft Groß Raden mit ihrem Schafstall in Groß Görnow kommt das Ablammen in Gang. Zwischen dem 10. April und 15. Mai ist an der Warnow Hochsaison, bringen täglich bis zu 80 Muttern Nachwuchs zur Welt. Die Gesamtzahl hat 3300 erreicht. „Kontinuierlich jedes Jahr ein paar mehr“ sind einmal 3500 das Ziel, sagt Geschäftsführer Dietmar Schulz. Von den ca. 5100 Neugeborenen, die der Betrieb in diesem Frühjahr erwartet, sind 750 für die eigene Reproduktion bestimmt, alle weiteren als Mastlämmer. Fünf Monate alt und 45 Kilogramm schwer, werden sie verkauft. Zwei Monate zuvor wird das Lamm von der Mutter abgesetzt und zielgerichtet gemästet. Zur Reproduktion werden Schwarzkopf und Lleyn reinrassig gepaart, zur Mast mit Texel, einer Fleischrasse.

Gegenwärtig ist die Zahl der Mitarbeiter doppelt so hoch, Monika Richter, die sonst im Büro arbeitet, genauso dabei wie Florian Guderitz, der bei seiner Ausbildung mit einer zweiten Tierart Bekanntschaft macht, oder Erik Neumann, gelernter Metallbauer, der sich um die Koppelzäune kümmert. Schäfer Andreas Walter kam am 1. Februar in den Betrieb, der mit Marthe Lohse erstmals einen Schäferlehrling hat. Die 19-Jährige ging hier in ihr zweites Ausbildungsjahr, war zuvor in einer Wanderschäferei und wollte nun „mal was anderes sehen“. Es sei ihr Wunschberuf, um draußen und bei Tieren zu sein, erzählt sie. Mit Romantik, von der oft gesprochen werde, habe das allerdings wenig zu tun. „Wir sind mal mit dem Fahrrad an der Elbe gefahren und haben dort Schafe gesehen, aber das war’s schon“, sagt die junge Frau, die aus Schwerin kommt.

Das Ablammen wird rund um die Uhr betreut, erklärt der Geschäftsführer. So genannte Einlinge bleiben im Freien, bei Zwillings- oder gar Drillingsgeburten geschieht das im Stall. Mit 98 Prozent trächtigen Muttern sei „ein Top-Ergebnis“ erreicht worden, freut sich Schulz. Im Februar habe ein Tierarzt wieder alle mit Ultraschall untersucht, ob sie ein Lamm oder mehrere bekommen. Die 1400 Einlinge erhielten einen grünen Farbklecks zwischen die Schulterblätter, alle anderen einen in Blau, bevor sie danach in Herden mit 500 bis 600 Muttern aufgeteilt werden. Auf diese Weise sollen Verluste durch Kolkraben so gering wie möglich gehalten werden. Diese warteten, bis ein Mutterschaf durch die Geburt eines zweiten Lamms beansprucht sei, um über das Erstgeborene, das in dem Moment schutzlos sei, herzufallen, ärgert sich Dietmar Schulz. Wer das nicht wahr haben wolle und behaupte, dass die großen Vögel nur schwache und kranke Tiere angreifen, könne sich gern vor Ort ansehen, wie es wirklich ist. Wenn zum Beispiel die Augen herausgepickt worden seien, müsse das Tier getötet werden. Die Verluste hätten sich verringert, doch nach wie vor würden jedes Jahr um die 200 Lämmer Kolkraben zum Opfer fallen.

Ein, zwei Tage blieben die Neugeborenen in Einzelboxen und einen weiteren – dann schon auf der Weide – durch Nummern gekennzeichnet in Sammelboxen mit jeweils zehn Muttern, damit sich diese und ihre Lämmer in einer größeren Gruppe finden, bevor es auf die große Weide gehe. Die erste Herde sei inzwischen im Freien. Zum Gras, das sich die Tiere dort selbst suchen, würden im Winter und in der Ablammzeit Silage und Pellets zugefüttert.

Wenn nun die Zahl der Lämmer rapide steigt, kommen Schulklassen nach Groß Görnow, um sich an dem Anblick zu erfreuen und manches über die Schafzucht zu erfahren. Die Betreuung übernimmt Monika Richter. Und als Dank erhält der Betrieb auch schon mal eine Wandzeitung.

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