zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. September 2017 | 13:37 Uhr

Groß Görnow : Lämmer-Endspurt an der Warnow

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Landwirtschaftsgesellschaft Groß Raden baut ihren Bestand an Mutterschafen weiter aus. Rund 90 Prozent des Nachwuchses sind da.

svz.de von
erstellt am 12.Mai.2014 | 15:46 Uhr

Wer von Sternberg in Richtung Groß Raden fährt, sieht links vor Sternberger Burg die erste Herde mit Schafen und ihrem Nachwuchs. Weiter nach Groß Görnow, wo sich der Betriebshof der Landwirtschaftsgesellschaft Groß Raden befindet, springen zu beiden Seiten der Warnow Lämmer über die Weiden, entzücken mit ihrem Anblick und den hellen Stimmen vor allem Touristen.

Zu 90 Prozent haben die Mutterschafe des Betriebes gelammt. Es sind 2900 gedeckt worden, auf natürliche Weise im Freien durch eigene Zuchtböcke. „Einer pro 50 Muttern“, nennt Schäfer Christian Diederichs das Verhältnis. Ab dem 14. November gehen die Böcke in die Herden, bis Jahresende sollen sie durch sein.


Über die Hälfte sind Zwillingsgeburten


Bei der Trächtigkeitsuntersuchung mit Ultraschall, die seit einigen Jahren ein Spezialist jeweils im Januar vornimmt, schlägt die Stunde der Wahrheit. Nur 74 Muttertiere waren nicht tragend, „ein sehr gutes Ergebnis“, wie Geschäftsführer Dietmar Schulz findet. Das sieht Schäfer David Paterson genauso. Der Schotte kam vor gut drei Jahren zur Verstärkung an die Warnow, um besonders seine Erfahrungen beim Ablammen im Freien einzubringen. Das ist wesentlich kostengünstiger als im Stall. Dort oder in dessen Nähe erfolgen lediglich die Drillingsgeburten, die nicht zu zahlreich sind. Diese Mutterschafe sollen somit besser unter Kontrolle sein, und sie erhalten zusätzlich Kraftfutter. Am häufigsten sind zur Freude der Schäfer Zwillinge – im Gegensatz zu Rinderhaltern, die lieber ein Kalb pro Kuh sehen. Die diesjährige Ultraschalluntersuchung, nach der die Herden dann eingeteilt werden, ergab rund 1400 Zwillingsgeburten.

Das Ablammen beginnt am 10. April. Liegt Ostern anders als in diesem Jahr recht früh, wird es im Warnowtal folglich nichts mit Osterlämmern,
weder mit denen, die zu den Feiertagen geboren werden, erst recht nicht mit denen, die nach religiösem, geschichtlichem Brauch zu dem Zeitpunkt geschlachtet werden.

Jetzt geht’s in den Endspurt. Bis Ende Mai sollen die letzten Lämmer da sein. Mehr als ein Wermutstropfen sind die Verluste durch Kolkraben, die vorzugsweise über Neugeborene herfallen, sowie zunehmend durch Füchse, deren Population offenbar wächst. Ende Juli beginnt der Verkauf. Mit 35 bis 40 Kilogramm gehen die Lämmer zur Weitermast in die Niederlande, mit 44 Kilogramm zum Schlachten für den deutschen Markt.

800 bleiben zur Reproduktion des Bestandes, der noch auf 3500 Mutterschafe erweitert werden soll – entgegen dem Trend. Zum Vergleich: 2004 hielt der auf Mastlammproduktion spezialisierte Betrieb 1500 Mutterschafe. Was an der Warnow entstanden ist und ausgebaut werden soll, findet große Wertschätzung im Landesschaf- und Ziegenzuchtverband MV. Eine solche Größenordnung gäbe es im Land kaum.

Das Deutsche Schwarzkopfschaf wird mit Cheviot oder Lleyn aus Schottland und Wales gekreuzt, um Leistungsparameter der Tiere wie Lammrate, Gewichtszunahme oder Schlachtkörper, zu erhöhen. Mastlämmer gehen aus der Kreuzung mit holländischen Texel-Böcken hervor. Eine Hälfte der Schwarzköpfe werde jedoch weiter reinrassig zur Reproduktion gehalten.

Während die fünf Schäfer meist auf den Weiden unterwegs sind, legen am Betriebshof Bauleute Hand an. In einem Anbau entstehen ein Büro, Aufenthalts- und Umkleideräume mit Duschen sowie zwei Räume für Praktikanten. In gut zwei Monaten, so hofft Geschäftsführer Dietmar Schulz, soll alles bezugsfertig sein.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen