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Bauabnahme des nochmals überarbeiteten Projekts : Labenzer Fischtreppe endlich fertig

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Was lange währt, wird endlich gut. So bleibt es zu hoffen im Sinne aller Beteiligten in Klein Labenz. Die dortige Fischtreppe sorgte in den vergangenen Monaten seit der ersten Bauphase Ende 2012 für mächtig Wirbel.

svz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 10:13 Uhr

Klein Labenz | Was lange währt, wird endlich gut. So bleibt es zu hoffen im Sinne aller Beteiligten und Interessenlagen in Klein Labenz. Die dortige Fischtreppe zwischen Groß Labenzer See und dem Radebach hatte in den vergangenen Monaten seit der ersten Bauphase Ende 2012 für mächtig Wirbel gesorgt. Dr. Ing. Roland Finke, Fachdienstleiter Umwelt des Landkreises Nordwestmecklenburg, kleidete es im April dieses Jahres gegenüber SVZ in die Worte: "Die Solschwelle wurde relativ großzügig berechnet und noch großzügiger ausgeführt."

In der Quintessenz lief kein Wasser über die Fischtreppe in den Radebach. Dagegen protestierte der Landesangelverband als Pächter des Bachs. Also wurde ein provisorisches Plasterohr vom See in die Fischtreppe verlegt, was wiederum für Unmut bei Fischer Walter Piehl sorgte ("Der See läuft leer!").

Das gesamte Projekt musste also nochmals überarbeitet werden, was sich hinzog. Seit 27. August wurde nun die Fischtreppe eine Woche lang verändert, diesmal führte Gadi-Tiefbau aus Güs trow den Auftrag aus. Gestern Vormittag erfolgte die kurzfristig angesetzte Bauabnahme auf Einladung des Projektträgers Landgesellschaft Mecklenburger-Vorpommern mbH mit Sitz in Greifswald, vertreten durch Kathrin Brozio.

Am Ende zeigten sich alle Beteiligten erleichtert und zufrieden, dass dieses Ärgernis endlich aus der Welt ist. Wenn auch freilich teils mit Einschränkungen. "Gegen die Bauausführung ist nichts einzuwenden. Aber der Wasserstand des Sees ist zu niedrig, für mich fehlen 15 Zentimeter. Wenn ich das Boot mit vollem Netz an der Steg bringen will, saugt sich der Motor jedes Mal voll Dreck", monierte Piehl. Dazu entgegnete Joachim Berg vom Schweriner Planungsbüro Pöyry: "Das ist der mögliche Kompromiss, anders geht es nicht. Ich denke, dass es sich einspielt. Ansonsten wäre ein 100-jähriges Hochwasser, der zugrunde zu legende Maßstab für die Berechnungen, nicht mehr schadlos abführbar." So wurde die Einlaufhöhe vom See in die Fischtreppe auf 25,10 Meter NHN (Normalhöhennull) bei Niedrigwasser und 25,20 bei Hochwasser gelegt.

Zu Piehls Frage, wie lange die Fischtreppe denn nun übers Jahr gesehen funktioniere, meinte der hinzu gestoßene Chef des via-à-vis gelegenen Natur- und Ferienparks Klein Labenz, Mathias Vossler: "Vom Winter bis Ende Mai/Juni. Ein bis anderthalb Monate lang wird sie trocken sein." Die anderen in der Runde nickten.

Der 261 Hektar umfassende Groß Labenzer See mit seinem sehr geringen Grundwasserzustrom hat besonders im Sommer eine hohe Verdunstung. Ins Gewässer fließen lediglich zwei namenlose kleine Bäche. Beim Wasser- und Bodenverband heißen sie laut Fred Doradzillo "nur LV 37 und LV 38". Letzterer heißt im Volksmund "Seebach", der andere laut Fischer Piehl "Goldbeek, plattdeutsch für Goldbach". Im Seebach sei, so Piehl, derzeit kein Fisch drin, da komme man zu Fuß durch.

"Es ist aber auch ein extremes Jahr", bemerkte Alfons Terhalle von der Abteilung Naturschutz, Wasser und Boden beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Westmecklenburg. Volker Brandt, Leiter des Wariner Naturparkzentrums Sternberger Seenland, untermauerte dies mit dem Hinweis auf das unweit des Sees gelegene "Kröger Broeck, einem kleinen Moor bei Mankmoos. Das ist derzeit sehr trocken, mehr noch als im Vorjahr."

Der Stalu-Vertreter forderte bei der Abnahme lediglich eine kleine Korrektur am Durchfluss durch die Granitsteine. "Bitte etwas mehr abschrägen und abflexen", so Alfons Terhalle an die Adresse von Susann Strauß, die bei der Bauabnahme die Güs trower Firma vertrat.

Die Fischtreppe ist fertig. In den kommenden Monaten muss sie endgültig ihre Funktionalität beweisen, wenn hier dann Aale, Forellen oder Neunaugen hindurch schwimmen sollen bzw. die Forellen ihre Laichgru ben anlegen.

"Ich hoffe, dass sich die Wogen jetzt wieder ein bisschen glätten", so Joachim Berg abschließend nach den in der Tat turbulenten Wochen und Monaten für alle Projekt-Beteiligten und -Betroffenen.

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