Kobrow : Kutschenmuseum öffnet wieder

Zu den Prachtstücken im Mecklenburgischen Kutschenmuseum in Kobrow II gehört diese Berline mit einer Reihe originaler Details, geschätzt zwischen 1880 und 1890 gebaut. Gea van Burgsteden, Leiterin von Museum, Café und Shop, sowie Norbert Schönborn (r.) und Mathias Rittig erwarten ab 1. April dienstags bis sonntags die Besucher.  Fotos: Rüdiger Rump
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Zu den Prachtstücken im Mecklenburgischen Kutschenmuseum in Kobrow II gehört diese Berline mit einer Reihe originaler Details, geschätzt zwischen 1880 und 1890 gebaut. Gea van Burgsteden, Leiterin von Museum, Café und Shop, sowie Norbert Schönborn (r.) und Mathias Rittig erwarten ab 1. April dienstags bis sonntags die Besucher. Fotos: Rüdiger Rump

Beim Umbau in der Winterpause wurde die Ausstellungsfläche noch einmal erweitert. Das umgestaltete Café bietet ab 1. April Kaffee, Kuchen und Imbiss.

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27. März 2015, 21:29 Uhr

Ein wahres Prachtstück – der Wagenkasten originalgetreu in einem eleganten Kastanienbraun und Schwarz. Er ist federnd aufgehängt. Die vier Riemen, die ihn tragen, lassen sich bei Bedarf nachspannen. Der Längsbaum darunter ist zu beiden Seiten ebenfalls mit Riemen verbunden, die verhindern, dass der Wagenkasten zu stark links oder rechts ausschlägt. Die Insassen sollen weder seekrank noch verschaukelt werden. Die Bockdecke verzieren Kordeln und Bommel. Extravagant, beinahe protzig wirken die Laternen der Kutsche. Durch Löcher in den Aufsätzen können Wärme und Rauch abziehen. Fehlt nur noch, dass die Gläser wie bei den meisten Galalaternen geschliffen sind. Aber das wird kein Besucher vermissen.

Diese Berline, etwa zwischen 1880 und 1890 gebaut, wurde für die Ausstellung im Mecklenburgischen Kutschenmuseum in Kobrow II meisterlich restauriert. Es steht Besuchern ab kommenden Mittwoch, 1. April, nach weiterem Umbau in der Winterpause wieder offen. „Das ist kein Aprilscherz“, betont Gea van Burgsteden, Leiterin von Museum, Café und Shop. Norbert Schönborn und Mathias Rittig sorgen sich in bewährter Weise um die Ausstellungsstücke. Beinahe zu jedem kennen sie eine Geschichte, so dass Führungen ihre Zeit brauchen.


Neben Wagen zahlreiche kleinere Kostbarkeiten


Die weit und breit einzigartige Privatsammlung ist von 140 auf rund 200 Fahrzeuge angewachsen, die überwiegend im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gebaut wurden. Hinzu kommt eine Vielzahl kleinerer Kostbarkeiten von Laternen unterschiedlichster Art über Beschlagzeugtaschen oder Kunstgeschirre bis zu Reiseutensilien. Über 40 Wagen seien restauriert worden und sähen wie fabrikneu aus, sind die Museumsbetreuer selbst begeistert. Ein großer Teil, vor allem Stadt-, Reise- oder Galawagen, die von Herrensitzen stammen, zeigen sich in Hochglanz. „Bei manchen wurde das Holz 12 bis 16 Mal beschichtet“, weiß Norbert Schönborn. Ebenso bekommt der Besucher Fahrzeuge aus ländlichen Regionen, die täglich genutzt wurden, zu sehen.

Die Ausstellungsfläche war bereits im Vorjahr erweitert worden, nachdem der Förderverein Sternberger Seenplatte das Grundstück samt Museum an den Eigentümer, die Mecklenburgische Güterverwaltungs- und Dienstleistungsgesellschaft (MGD) in Wamckow, zurück gegeben hatte. Im Juli 2014 fand die offizielle Eröffnung statt.

Nun kamen beim weiteren Umbau noch 120 Quadratmeter ehemaliger Lagerraum dazu, wo acht Kutschen Platz haben. Sie standen bereits vorher in der Ausstellung, die aber stellenweise beengt gewirkt habe und nicht mehr repräsentativ gewesen sei. Die Hallen mit nun 3220 Quadratmetern sind behindertengerecht miteinander verbunden. Hinein geht es nun durch das ebenfalls komplett umgestaltete und erweiterte Museumscafé, das eine neue Küche sowie ein behindertengerechtes WC erhielt. Es gibt Kaffee, Kuchen und einen Imbiss. „Wir wollen den Gaststätten in der Region keine Konkurrenz machen“, so die Museumsleiterin. Deshalb würden auch keine privaten Feiern mehr ausgerichtet.

Geöffnet ist ab dem 1. April dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

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