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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. Oktober 2017 | 23:04 Uhr

Sommerferientipp : Kutschen, Erinnerungen und mehr

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Kobrower Museum erfreut sich bei dem durchwachsenen Wetter steigender Besucherzahlen. Ein Ausflugstipp in der Metropolregion Hamburg.

von
erstellt am 14.Aug.2017 | 12:40 Uhr

Das durchwachsene Wetter, gelinde gesagt, hat auch sein Gutes; fürs Mecklenburgische Kutschenmuseum in Kobrow II etwa. „Das merken wir schon. Wir verzeichnen steigende Besucherzahlen“, sagt Margit Prochnow, die am Sonnabend Dienst hatte im Servicebereich mit Einlass und Cafeteria. Vergangenen Donnerstag kamen 52 Besucher, freitags waren es auch über deren 30.

Prochnow arbeitet hier seit September auf 450-Euro-Basis, „ab kommendem Jahr dann Vollzeit“, ihr Gesicht drückt die Freude darüber aus. „Die Arbeit hier macht sehr viel Spaß. Und wenn es die Zeit erlaubt und wir mehrere Kolleginnen sind, dann schließe ich mich der Führung von Museumsbetreuer Mathias Rittig an und lausche, um so Neues über die Ausstellungsstücke zu erfahren.“ Wenn Besucher Fragen haben, verweist die Wamckowerin natürlich erst einmal an Rittig als den Fachmann. Aber wenn der Brüeler wie jetzt in Urlaub ist, dann gibt Margit Prochnow Auskunft, so gut sie kann. „Insgesamt haben wir hier 200 Fahrzeuge, 195 davon sind derzeit ausgestellt“, weiß sie über den Fuhrpark zu berichten.

Zudem hilft ja auch noch immer der langjährige Museumsbetreuer Norbert Schönborn aus, wenn er vom Museum angefragt wird –, auch wenn der Sternberger bereits seit neun Jahren im Ruhestand ist. Gestern zum Beispiel führte Schönborn („Ich bin der einzige, der die Halle kennt, als sie noch ganz leer war“) eine Busgesellschaft von 22 Personen durch die Stätte mit ihren Kostbarkeiten. „Rittig ist durch meine Schule gegangen“, bemerkt der Sternberger gegenüber SVZ.

Am Sonnabend freilich waren die Besucher auf sich allein gestellt. Doch das machte nichts. Vor allem bei Älteren werden unweigerlich Erinnerungen wach. „Mit solch einem Ziehwagen haben wir nach dem Krieg in Qualitz auf dem Feld gearbeitet. Vater zog, meine Schwester und ich mussten schieben“, erläutert Irmgard Stapelmann aus Warnow ihrer Tochter Vera Püsching aus Groß Raden und dem neunjährigen Enkel Hannes Stapelmann. Das sei der Sohn ihres Sohnes aus Warnow. Mit im Kutschenmuseums waren noch Hannes’ ältere Schwester Hanna (15) sowie Vera Püschings Mann Wolfgang. Für Irmgard Stapelmann war es die Premiere und Wolfgang Püsching kannte bisher auch nur „das alte Kutschenmuseum“ vorm Umbau und der Erweiterung, als der Eingang noch gegenüber lag.

Vor allem Mutter und Tochter konnten sich nicht satt sehen am Ausgestellten. Sei es die „filigrane Verarbeitung“ beim Gasselschlitten aus Österreich, die unzähligen Kutschen natürlich oder auch Kinderspielzeuge von anno dazumal. Mit der ebenfalls gezeigten Militärtechnik aus dem 2. Weltkrieg hat Wolfgang Püsching kein Problem: „Das gehört dazu, ist Geschichte.“

Vor allem Ältere begrüßten es, „dass hier so etwas zu sehen ist. Das weckt Erinnerungen“, weiß Margit Prochnow. Zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Gisela Matzkeit aus Groß Niendorf und der Sternbergerin Rosi Köhnert sorgt sie auch für Kuchen und Torten. „Alles selbst gebacken, der aktuelle Renner ist die Himbeer-Baiser-Torte. Manche kommen nur wegen Kaffee und Kuchen“, so Prochnow.

Zugleich bestätigt sie, dass zunehmend auch Besucher aus Hamburg, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein den Weg nach Kobrow II finden. Unter dem Slogan „Einfachmalraus“ ist das Kutschenmuseum eines von 66 Tipps bei den 2017er-Tourismusaktivitäten in der Metropolregion Hamburg.  

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