Geld unterm Weihnachtsbaum : Kuschelzeit für Mutti, Backen mit Oma

Ursula Krone und Manfred Beckmann im Elektronikfachgeschäft, bedient vom 27-jährigen Angestellten Florian Kretschmer.  Fotos:  ieng
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Ursula Krone und Manfred Beckmann im Elektronikfachgeschäft, bedient vom 27-jährigen Angestellten Florian Kretschmer. Fotos: ieng

In Sternberg dominierten selbst Gefertigtes und Geld unter dem Weihnachtsbaum, auch Gestricktes ist voll im Trend.

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27. Dezember 2013, 16:45 Uhr

„Ich habe meiner Mutti einen selbst gefertigten Gutschein für eine Kuschelzeit mit mir geschenkt. Meine Oma bekam einen Gutschein für einen Nachmittag, an dem ich mit ihr Muffins backen werde, und meinem Vater schenkte ich einen Nachmittag zum Fahrradfahren mit mir. Ich habe meinen Eltern einen Wunschzettel zu Weihnachten geschrieben“, erzählte die 11-jährige Amy Maria Scholz. „Das waren sehr individuelle Geschenke, worüber wir uns sehr gefreut haben. Ich habe einfach zu wenig Zeit, die nehme ich mir nun. In unserer Familie gab es Gutscheine, auch Geschenke, Geld schenkten die Großeltern. Wir sagen vorher, was wir uns wünschen, das klappt gut“, sagte Konstanze Scholz, die gestern mit ihrer Tochter durch das sonnige Sternberg bummelte.

Andrea Sielaff trafen wir vor ihrem Geschäft: „Für mich war es das schönste Weihnachtsgeschenk, dass die Familie zusammen war. Es gab nur kleine Geschenke. Die waren sehr persönlich, etwas selbst Gefertigtes. Das zeugt für mich davon, dass der Schenkende sich Gedanken über denjenigen macht, den er bedenken möchte. Toll finde ich es auch, wenn die Männer ins Geschäft kommen und etwas für ihre Frauen aussuchen, worüber diese sich dann freuen.“ Nebenan in einem anderen Geschäft saß Huyen Trinh Thi an der Nähmaschine. Sie wählt für ihre Kindern etwas zu Weihnachten aus, das sie noch auspacken können. In ihrem Geschäft hat denn gestern auch ein Kunde ein Oberteil umgetauscht.

In diesem Jahr besannen sich die Menschen wieder auf das traditionelle Beschenken, sie haben mit Bedacht gewählt, fand Silvia Schewe. Sie arbeitet in einem Geschäft für Hobby-Zubehör. „Die Leute haben sich Zubehör gekauft und selber etwas hergestellt. Vor allem haben Frauen vermehrt zu Wolle und Stricknadeln gegriffen. Es war ein Woll-Jahr, den Trend gab es schon 2012. Sie wollen Kleidung und Assessoires selber anfertigen. Das ist individuell und der Beschenkte freut sich. Kinder greifen zu Bastel-Utensilien“, sagte sie. Ihre Kunden wollen mit etwas Persönlichem Freude bereiten. „Wir haben uns eher Geld geschenkt. Kleinigkeiten gab es auch, aber das Geld kann man gebrauchen, um Dinge zu kaufen, die man benötigt. Damit gibt es keine Fehlschenkungen und man erspart sich einen eventuellen Umtausch“, meinte Christin Ohde, die aus Berlin bei ihren Eltern in Sternberg weilte.

„Der Enkel hat eine Wohnung bezogen, da hat er von uns Geld zu Weihnachten bekommen. Er weiß am besten, was ihm noch fehlt. Ansonsten sagen unsere Kinder, was sie sich wünschen und wir kaufen es in Sternberg. Schließlich möchte ich, dass alles erhalten bleibt an Geschäften, was es gibt. Davon lebt eine Stadt. Und wenn etwas umgetauscht werden muss, kann man es im Ort tun“, betonte Ursula Kronke. Manfred Beckmann, der ebenfalls das Elektronikfachgeschäft besuchte, verschenkte mit seiner Frau Gutscheine an die Kinder und Enkelkinder. „Da kann sich jeder das aussuchen, was er haben möchte. Wir handhaben das seit vielen Jahren so und es kommt gut an. Das ist besser, als wenn ein Geschenk nachher bloß in der Ecke steht, weil es nicht gefällt“, so der Sternberger.

„Bei uns im Geschäft kann man die Ware wieder umtauschen, wenn sie original verpackt ist. Aber das kommt sehr selten vor. Wir beraten die Kunden ausführlich und intensiv. Bei uns zuhause verschenken meine Großeltern an uns Geld. Meine Mutter fragt, was wir benötigen, das besorgt sie und verpackt es nett. Das ist ihr persönlicher“, sagte Florian Kretschmer. Der 27-Jährige ist Angestellter im Fachgeschäft.

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