Verletzung des Tierschutzes und Betrug : Kurzes Dasein für Mopswelpe Sina

Die Schweriner mit   Mopswelpe Sina, die verstorben ist. Ines Engelbrecht
Die Schweriner mit Mopswelpe Sina, die verstorben ist. Ines Engelbrecht

Sina ist tot. Der Mopswelpe musste eingeschläfert werden. Grund war eine Infektion mit Parvoviroseviren. Die Besitzerin kaufte die Hundin von einem vermeintlich seriösen Züchter aus Sternberg.

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27. Oktober 2011, 08:33 Uhr

Sternberg | Sina ist tot. Noch können es die jungen Leute C. und E. (Name liegt der Red. vor) nicht begreifen, dass ihr Mopshundekind nicht mehr da ist. Die Schweriner mussten Sina in der Tierklinik in Neumühle einschläfern lassen. Das Tier hatten sie erst eine Woche. "Wir durften das tote Tier nicht mitnehmen, um es auf dem Hundefriedhof zu beerdigen, weil es Parvoviroseviren hatte", erzählt die 21-Jährige.

Eigentlich sollte Sina ein Geburtstagsgeschenk für die junge Frau sein, das sie sich im Vorfeld von einem Sternberger Hundezüchter am 25. September für 500 Euro ohne Papiere kaufte. Im Internet war eine Adresse in der Schweriner Innenstadt angegeben. Um sich weite Wege zu sparen, riefen sie auf der dort angegebenen Telefonnummer an. Es meldete sich ein Hundezüchter mit einer Sternberger Adresse.

Im Impfausweis registriert waren das Geburtsdatum des Tieres, wann es einen Chip erhielt und die Impfungen gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und Zwingerhusten. Abgestempelt und unterzeichnet von einem Tierarzt aus Laage.

"Der Mops machte einen mobilen Eindruck auf uns. Er war munter, kam auf uns zu. War zwar mit Feuchttüchern abgewischt worden, aber wir dachten uns nichts dabei. Auch der Züchter machte einen seriösen Eindruck. Er erzählte viel über die Hunderasse. Von dem eigentlich Wesentlichen, was wir wissen wollten, sind wir abgekommen. Plötzlich kam die Frau des Züchters, verlangte das Geld, und wir wurden quasi samt Hund aus der Tür hinaus geschoben", erinnert sich die Schwerinerin. Mit dem Vierbeiner ging es im Auto Richtung Schwerin zu den Eltern, um den Hund vorzustellen. Unterwegs verkroch sich Sina in eine Ecke und hatte Durchfall. Da der Züchter aber gesagt hatte, dass es bei Tieren vorkommt, dass sie vor Aufregung Durchfall bekämen, sahen die neuen Hundebesitzer keinen Grund zur Sorge.

In den eigenen vier Wänden angekommen, besserte sich der Zustand des Hundes nicht. "Wir versuchten, den Züchter in Sternberg telefonisch zu erreichen. Das gelang uns nicht. Am Donnerstag suchten wir einen Tierarzt auf. Es wurde eine Erkältung vermutet, weil der Welpe schleimte und trübe Augen hatte. Antibiotika und eine Wurmkur wurden verabreicht. Aber es besserte sich nichts. Der Hund fraß nicht, lag teilnahmslos da", schilderte C. "Am Sonnabend riefen wir in der Tierklinik an, schilderten den Krankheitsverlauf und brachten sie sofort in die Tierklinik. Wir hatten ebenfalls telefonisch den Züchter erreicht und über den Virus informiert. Der jedoch stritt ab, dass der Parvovirosevirus aus seinem Hause stammt", so der 23-Jährige E.

Täglich informierten sich die jungen Leute über den Zustand des Tieres. Drei Tage später kam ein Anruf aus der Tierklinik, dass sich der Welpe nicht erholen wird und eingeschläfert werden müsse. "Wir haben mehrere Tierärzte konsultiert, den Tierschutzverein informiert, beim Ordnungsamt Sternberg angerufen und wurden an das Veterinäramt verwiesen. Bei der Polizei gaben wir eine Anzeige wegen Tierquälerei auf. An mehreren Stellen sagte man uns, dass die Sachlage bereits bekannt sei", ist C. aufgebracht.

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen wird ermittelt, war von der Polizei in Crivitz zu erfahren. Die Polizei verfolgt eine Anzeige, die wegen Betrugs der Käuferin und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gestellt wurde. Es werden Unterlagen eingezogen, Tierarzt und Tierklinik hinzugezogen, die das Tier behandelten bzw. einschläferten. Dabei wird geprüft, ob Letzteres notwendig war, welche Gründe dafür vorlagen oder ob Heilungschancen bestanden hätten. Es wird kontrolliert, ob die Käuferin wissentlich getäuscht wurde. Der Züchter wird befragt, wobei dieser von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen kann. Gegebenenfalls wird der Fall an die Staatsanwaltschaft Schwerin gegeben, die die Entscheidung trifft, so ein Kriminalhauptkommissar.

"Es ist richtig, dass sich beim Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim Anzeigen häufen, wonach aus dem Raum Sternberg und Umgebung Welpen gekauft wurden, die kurze Zeit später an der hochansteckenden und für junge Tiere häufig tödlichen Parvovirose verenden. Den Anzeigen wird auch nachgegangen, wobei es sehr schwierig ist, dem Verkäufer zu beweisen, dass das Tier sich bei ihm infiziert hat. Erwachsene Tiere können das Virus unerkannt ausscheiden", so das zuständige Veterinäramt Parchim.

"Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, dass andere Menschen, die einen Hund von diesem Züchter erwarben und der ihnen ebenfalls in kurzer Zeit verendete, den Mut haben, sich bei den zuständigen Stellen und Ämtern zu melden. Dass diese endlich handeln, sich dort umschauen und etwas unternehmen. Sonst gibt es noch mehr Tränen von Kindern, deren junger Hund in kurzer Zeit stirbt ", so die Schwerinerin, die ihren Mopswelpen verloren hat. Sie musste feststellen, dass der Züchter weiterhin im Internet unter der Stadt Güstrow und anderer Telefonnummer Tiere anbietet.

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