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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. August 2017 | 17:39 Uhr

Sternberg : Kurzer Hänger, aber jetzt volles Haus

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Männer über 60 aus Sternberg und Umgebung treffen sich mittwochs eine Stunde zum Freizeitsport. Die Gruppe besteht jetzt zwei Jahre. Nach einem Hänger in der Beteiligung ist die Halle jetzt wieder voll.

Zweijähriges Bestehen ist normalerweise noch kein Grund, groß zu feiern. Das sehen die Freizeitsportler über 60 in Sternberg genauso. Doch Anlass, sich einmal ohne Sportkleidung zu treffen, gemütlich zu plaudern und diese Zeit Revue passieren zu lassen , sei das allemal, sagten sie sich. „Wir haben jetzt zwei Jahre erfolgreich hinter uns, mit mehr oder weniger Beteiligung. Ich denke, es hat allen Spaß gemacht“, meinte denn auch Peter Jahnke, Jahrgang 1940, der die Idee zu der Freizeittruppe hatte, weil er im Rentenalter noch regelmäßig Bewegung brauche. Mit Rolf Karl fand sich ein fachkundiger Übungsleiter, der bis 2006 vier Jahrzehnte Sportlehrer war und noch danach Nachwuchs im Geräteturnen und der Leichtathletik ausgebildet hat.

Zum Auftakt am 18. Januar 2012 waren 18 Teilnehmer in die Sporthalle am Finkenkamp gekommen. Dann gab es zum Herbst hin einen Hänger. Die Sportgruppe schrumpfte bis auf einen harten Kern von acht Männern, wie Jahnke seinerzeit bedauerte. Einige mussten aus gesundheitlichen Gründen wieder aufhören, weil die altersbedingten Wehwehchen doch schlimmer waren als gedacht, bei anderen siegte der „innere Schweinehund“, den fast jeder kennt. Auch der Wechsel aus organisatorischen Gründen von Mittwoch auf Donnerstag trug vielleicht ein wenig zu dem Rückgang bei.

Seit November des gleichen Jahres trifft sich die Gruppe wieder mittwochs. Und über die Zeitung erging ein neuer Aufruf: Männer über 60, bewegt euch mehr! Denn bei ihnen sollte doch ebenso möglich sein, was die Frauen seit Jahren vormachen. Manche Gruppe konnte aus Platzmangel in ihrem Sportraum mitunter gar keine neuen Interessentinnen aufnehmen. Dr. Jörg Sommerfeld, Facharzt für Innere Medizin in Sternberg, schlug auf SVZ-Anfrage in die gleiche Kerbe. Er könne sportliche Betätigung, wenn sie an Alter und Belastbarkeit angepasst ist, nur empfehlen. Und in der Gemeinschaft mache sie am meisten Spaß. Bewegungsmangel sei ein großes Manko in der heutigen Zeit und häufig Ursache für Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen sowie für Diabetes, so Sommerfeld. „Wer regelmäßig Sport treibt, stabilisiert die Muskelfunktionen und damit das Bewegungs- und Stützsystem. So lassen sich häufig vorkommende Rückenschmerzen lindern oder auch vorbeugen“, sagte der Mediziner. Wer schon gesundheitliche Probleme habe, sollte sich jedoch mit seinem Hausarzt beraten, was sinnvoll sei.

Mittlerweile kommen zwischen zwölf und 15 Männer ü60 regelmäßig zum Freizeitsport mittwochs um 15.45 Uhr. Und heute wie am Anfang gilt: Jeder entscheidet für sich, bis zu welcher Belastung er geht, ob bei Anzahl und Tempo der Laufrunden zur Erwärmung, ob bei Gymnastik oder Ballspielen. Was härter werden könnte, wie etwa Zweikämpfe beim Fußball, ist tabu. Es kommt auf regelmäßige Bewegung und Spaß dabei an. Allen sei der Gemeinschaftssinn enorm wichtig. „Wir wissen, dass einer allein nichts ausrichten kann“, so Jahnke.

Als Gag bei dem gemütlichen Treff gab es kleine Urkunden, auf denen – für jedes Jahr extra – die Teilnahme bescheinigt wird. „Damit jeder seinen Enkeln zeigen kann, wie gut der Opa drauf ist“, sagte Jahnke lachend. Günther Gottschall und Dieter Sluschny, beide Jahrgang 1942,
gehören zu jenen, die besonders oft dabei waren. Ersterer 40 von 45 Mal 2012 und 42 von 46 Mal im Vorjahr. Sluschny fehlte 2013 nur einmal nach 28 Teilnahmen im Jahr zuvor. Bei Horst Grimm stehen
40 und 31 Teilnahmen auf den Urkunden. Er ist übrigens mit 81 Jahren der „Alterspräsident“ in der Gruppe, Jürgen Helms mit 60 der Jüngste. Er war noch bis 1994 Freizeitfußballer und nun gleich nach der sechsten Null dabei.

Wenn die Sporthalle in den Sommerferien für paar Wochen schließt, geht es mit Fahrrädern ins Grüne. Alle erinnern sich gern ans vorige Jahr, als es in Dabel bei einem Sportkameraden aus der Gruppe Kaffee und Kuchen gab. Dieser Halt ist nun in Pastin vorgesehen.

Wer Lust bekommen hat, sich den ü60-Freizeitsportlern anzuschließen, kann gern Kontakt zu Peter Jahnke aufnehmen (Telefon 03847 / 2936).

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erstellt am 13.Jan.2014 | 17:17 Uhr

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