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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 08:37 Uhr

Neubrandenburg : Kurierfahrer als Postdieb im Visier

vom

Der Fund beschäftigt die Polizeiinspektion Neubrandenburg seit mehreren Monaten: Mehr als 1000 Briefe lagen geöffnet in einem Wald an der Seenplatte. Nun ermitteln die Beamten offiziell gegen einen 22-Jährigen Sachsen.

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erstellt am 21.Feb.2013 | 08:04 Uhr

Neubrandenburg | Der Fund beschäftigt die Polizeiinspektion Neubrandenburg seit mehreren Monaten: Am 21. August des vergangenen Jahres hatte ein Jäger in seinem Revier an der Müritz insgesamt 14 Plastiktüten entdeckt. Darin: Mehr als 1000 geöffnete Briefe, die ihren Bestimmungsort nie erreicht hatten. Vor allem Glückwunschkarten, aber auch persönliche Dokumente und andere Schreiben waren dort entsorgt worden. Verschiedene Absender, verschiedene Adressaten - illegale Müllentsorgung war hier offenbar noch das kleinste Vergehen.

Seitdem ermittelt die Polizei wegen Diebstahls und Verletzung des Postgeheimnisses. Eine Spur führte schnell in die Zentren der Deutschen Post in Neubrandenburg und Göttingen. Etwa zeitgleich waren an der ICE-Strecke bei Göttingen ebenfalls geöffnete Briefe gefunden worden. Nur wenige Kilometer vom dortigen Verteilerzentrum. Bereits im September hatte die Polizei einen Zusammenhang vermutet.

Inzwischen ermitteln die Beamten ganz offiziell gegen einen 22-Jährigen aus Sachsen, der seinen Zweitwohnsitz und Arbeitsplatz in Neubrandenburg hat. Der junge Mann ist Mitarbeiter eines Kurier-Unternehmens, das im Auftrag der Deutschen Post Briefe durch Deutschland transportiert. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Ulf Lebermann aus Neubrandenburg.

Im Auftrag des Arbeitgebers soll er regelmäßig Post von der Seenplatte nach Göttingen gebracht haben. Auch für die Leerung einer Reihe von Briefkästen im Raum Göttingen soll der junge Mann zuständig gewesen sein. In dieser Gegend waren wiederholt aufgegebene Briefe spurlos verschwunden.

Bei den bisherigen Ermittlungen hatten Polizei und Deutsche Post gemeinsame Sache gemacht. Auf die Spur des 22-Jährigen sollen nicht zuletzt präparierte Sendungen geführt haben. Der postinterne Ermittlungsdienst hatte diese in Umlauf gebracht. Auch die gestohlenen Briefe waren zunächst auf Spuren untersucht worden

Einen Anspruch auf Schadenersatz haben die Bestohlenen nicht. Für normale Briefsendungen übernimmt das Unternehmen keine Haftung.

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