Mankmoos : Kupferdeko aus eigener Hand

In seiner Kleinen Feierabendschmiede setzt Jürgen Paul eine Vielzahl seiner Ideen um. Das Kupfertreiben möchte er auch gern Kindern vermitteln.  Fotos: Rüdiger Rump
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In seiner Kleinen Feierabendschmiede setzt Jürgen Paul eine Vielzahl seiner Ideen um. Das Kupfertreiben möchte er auch gern Kindern vermitteln. Fotos: Rüdiger Rump

Jürgen Paul aus Mankmoos hat immer neue Ideen. Er hat jahrzehntelang junge Leute ausgebildet und möchte weiter mit Kindern arbeiten.

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08. Dezember 2014, 14:40 Uhr

Jetzt entstehen aus dem Kupfer vor allem Tannenbäume, Weihnachts- und Schneemänner, Sterne, Glocken und Engel, im Sommer Blätter, Tiere und Armreifen. Jürgen Paul aus Mankmoos stellt sich ganz darauf ein, was aktuell ist und die Kinder am liebsten mögen. Das Kupfertreiben biete reichlich Möglichkeiten, der Fantasie freien Lauf zu lassen. So wie am vorigen Sonnabend auf dem Wariner Weihnachtsmarkt.

Jürgen Paul arbeitete zwei Jahrzehnte als Lehrmeister im Schweriner Plastmaschinenwerk und bildete Schüler in Polytechnik aus. Nach der Wende war damit Schluss. Der gebürtige Hagenower zog im März 1990 „mit Sack und Pack“, wie er sagt, in die Nähe von Ratzeburg. Er hatte von einem Kumpel gehört, dass eine Behindertenwerkstatt einen Schmied sucht. Dieses Metier kannte er, denn in der Ausbildung zum Landmaschinen- und Traktorenschlosser war ein Jahr Schmiede dabei.


Laut Sternzeichen einfallsreich und kreativ


„Ich bin an einem Sonntag hingefahren, um mir das mal anzugucken. Die Chefin fragte, ob ich gleich am Montag und Dienstag zur Probe arbeiten könnte. Damit fing dort alles an“, erzählt Jürgen Paul. Bis 2000 blieb er, wechselte dann bis zur Rente 2013 in eine Behinderteneinrichtung in Neukloster, für die er im Außenbereich Menschen betreute.

Seit etwa zehn Jahren betätigt sich der Mankmooser nebenbei mit Metallarbeiten, richtete seine „Kleine Feierabendschmiede“ ein, gestaltete Ausstellungen und beteiligte sich an Kunsthandwerkermärkten. Die Ideen gingen ihm nie aus. Manche kämen sogar nachts, „wenn ich mal nicht schlafen kann“. Dann stehe er auf, mache eine Zeichnung und müsse das, was ihm gerade eingefallen sei, so schnell wie möglich fertig haben. Das sei „wie eine Sucht“.

Jürgen Paul meint, das hänge wohl mit seinem Sternzeichen zusammen. Fische seien „sehr einfallsreich und kreativ“. So stehe das jedenfalls in seinem persönlichen Beziehungs- und Lebenshoroskop, das er in einem großen Bilderrahmen hat. „Ich höre oft, ,welche Ideen du hast’. Das spornt natürlich weiter an.“ Mitunter sehe er selbst auf dem Sperrmüll, was aus diesem oder jenem zu machen sei. „Es muss aus Metall sein“, betont der 66-Jährige. So wurde aus zwei ausrangierten Pflugscharen ein Zaubervogel und aus einer kleinen Treppe ein Blumenständer.

Als Rentner sucht der ausgebildete Sozialpädagoge weitere Betätigung im Metier, dem Kupfertreiben. Er würde gern regelmäßig mit Kindern arbeiten, in Schule, Behinderteneinrichtung oder Arbeitsgemeinschaft. Er wolle damit kein Geld verdienen, vielmehr unter Leute kommen, seine Fertigkeiten weitergeben und dass die Kinder Spaß haben. Lediglich das Material müsse bezahlt werden. „Das bringe ich alles mit“, so Paul. Er habe einen guten Draht zu einem Schrotthändler in Wismar. „Er hat mal gesehen, was ich gemeinsam mit Kindern aus Kupfer anfertige, und war total begeistert. Wenn nun jemand was bringt, hebt er das für mich auf.“

Im Sommer macht Jürgen Paul mit Urlaubskindern auf dem Golchener Hof Kupferarbeiten. Der schönste Lohn sei zu sehen, wie eifrig sie
dabei sind und auch eigene Ideen einbringen. „Die Kinder können das, was sie angefertigt haben, mit nach Hause nehmen und schenken es stolz den Eltern, Oma oder Opa. Meist sind es hübsche Dekos zum Anhängen.“ Der Mankmooser beteiligte sich auch über Jahre, für die Zeit von der Stadt angestellt, an der Bastelstraße auf dem Weihnachtsmarkt in Wismar. Besucher aus Rostock und Hamburg hätten gemeint, so eine noch nirgends gesehen zu haben. Doch den Weihnachtsmarkt organisiere nun jemand anders, und seitdem gäbe es die Bastelstraße nicht mehr.

Um einen Termin auszumachen, reiche ein Anruf, sagt Jürgen Paul (Telefon 038482 / 22599).

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