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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 21:02 Uhr

Rothen : Kunst vieler Facetten an Pfingsten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Kunst offen“ an Pfingsten: Gutshof, Mühle und Galerie in Rothen sind erneut Anlaufstellen für viele Interessierte aus der Region.

„Kunst offen“ an Pfingsten – mit dem Start 1994 in Vorpommern längst eine landesweite und viel besuchte Aktion: Ölbilder und Grafiken, Keramiken und Plastiken, Fotografien und Aquarelle. Zahlreiche Ausstellungen in Museen ergänzen das Programm. Vielerorts kann man selbst kreativ werden. Inzwischen öffnen jeweils bis zu 800 Künstler ihre Werkstätten oder Ateliers und gewähren hautnah einen Einblick in ihr Schaffen – für viele eine willkommene Gelegenheit, sich ergänzend zu ihrem Alltag wenigstens einmal im Jahr mit Kunst zu befassen. Ganz Gewiefte stellen auf der Grundlage von www.auf-nach-mv.de/kunstoffen sogar individuelle Routen zusammen, die dann tagweise abgeklappert werden. Das weithin sichtbare Symbol - ein großer knallgelber Schirm mit schwarzer Schrift - weist am Eingang des jeweiligen Ateliers, Museums oder der Galerie darauf hin, dass sich der Künstler an dieser Aktion beteiligt. Außerdem dient ein ausführliches Faltblatt, das in den Tourismusbüros und Stadtinformationen ausliegt, als informativer Wegweiser durch die vielfältige Kunstlandschaft.

Allerdings: Gänzlich unumstritten ist „Kunst offen“ inzwischen nicht mehr, weisen doch Kritiker nämlich darauf hin, dass sich auf dieser Plattform angeblich zu viele Amateure tummeln und damit den professionellen Künstlern, die von ihrer Arbeit auskömmlich leben wollen, das Wasser abgraben. Inzwischen hat sich daraufhin eine Art Gegenveranstaltung namens „Kunst heute“ gegründet (2015: 26.09. – 4.10.).

Bei „Kunst offen“ ist Rothen von Anbeginn eine feste Größe. Der Gutshof, die Mühle und benachbarte Niederlassungen haben inzwischen längst den Ruf eines Kunst-Eldorados begründet. Allein im und am Gutshof (Kastanienallee 8) präsentieren sich vier Künstler. Im Pferdestall zeigen Stefan Albrecht seine Emaille-Bilder und Catarina Mantwill ihre Malerei. Im Gutshaus präsentiert Gabriele von Lehsten ihren Unikat-Schmuck für Hals, Ohr oder Ringfinger. Die Goldschmiedin erlernte ihr Handwerk in Neuglabonz und sattelte danach noch ein Studium in der Metallklasse Nürnberg drauf. 1994 wurde sie mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet, was sie aber nicht daran hinderte, zehn Jahre später nach Mecklenburg umzusiedeln.

Bastian von Lehsten zeigt erstmals bei „Kunst offen“ persönliche Präsenz. Zuvor arbeitete der gelernte Graphik-Designer und Kommunikationswissenschaftler nach seinem Studium in Schwäbisch Gmünd seit der Diplomprüfung 2000 hauptsächlich in Berlin und betreute dort unter anderem die 3. Biennale. Danach machte er sich selbstständig, eröffnete ein eigenes Studio und richtete sich schließlich im Gutshaus Rothen eine Siebdruck-Werkstatt ein. „Ich möchte von dort aus mehr das Malerische meines Schaffens betonen.“ Normalerweise, so Bastian, liefere der Siebdruck endlos gleiche Ergebnisse. „Doch durch individuelle Handzeichnungen konterkarriere ich diese Routine.“ Selbst wenn ein Sieb die Struktur vorgebe, „kann ich durch Farbauftragungen für Überraschungen sorgen“. Dabei, so Bastian, arbeite er gern Naturerscheinungen in das Raster des Siebdrucks ein. Bei „Kunst offen“ im Gutshaus Rothen präsentiert außerdem die Bildweberin Johanna Schütz-Wolff eine Auswahl ihrer Graphik-Arbeiten.

Iris Bölken (Atelier „Nebenan“) stellt in Rothen (Mustiner Landstr. 13 A) Ergebnisse zur freien Malerei vor, Joachim Behrens hat seine Werkstatt für Bogenbau geöffnet, Ulrike Steinhöfel präsentiert unter anderem Vollholzmöbel, Manuela Zeise ihre filigranen Zeichnungen, Takwe Kaenders im Rothener Hof ihre Metall- und Emaille-Kunst, Daniela Melzig einen Überblick über ihre transparenten Installationen und Tine gemeinsam mit Wolf Schröter ihre Holzskulpturen. Das Gutshaus wurde im vergangenen Jahr bei „Kunst offen“ von 700 Gästen besucht, denen nach dem Kunstgenuss das Café und Restaurant „Zur Rothen Kelle“ eine weitere attraktive Anlaufstelle bot. 

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