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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 10:58 Uhr

Wendorf : Künstler und Publikum in Familie

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Im Garten hängende Bilder, Puppenspiel vor der Außentreppe, interessante Skulpturen im Haus – das war Sommerkunst 2014 in Wendorf.

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 16:11 Uhr

Das Publikum sitzt auf der breiten Außentreppe, die vom Haus in den kleinen Park führt. Davor hat Puppenspieler Heinz Bömler seine
Requisiten aufgebaut. Die wenigen kleinen Besucher amüsieren sich genauso wie die mit mehr Lebensjahren. Und gemeinsam rufen sie, wenn der Mann hinter dem Vorhang eine Antwort auf seine Frage hören will. So lebt Puppenspiel. Ewig bleibt Bömler nicht hinter dem dunkelroten Stoff, er sucht direkten Kontakt zum Publikum, zieht auch mal eine knallige Jacke an und spielt ohne Puppen weiter. Alle haben ihren Spaß.

Bömler war am Wochenende bei Sommerkunst 2014 in Wendorf gern gesehener Wiederholungstäter. Schon zur Veranstaltungspremiere vor einem Jahr war er der Einladung von Gastgeber Manfred Bauditz gefolgt, seines Freundes, der mit der Installation „Die Dachbodenbande – das andere Spielzeugmuseum“ einen Ort für die Kunst in dem alten Schnitterkaten etabliert hat.


Mit weniger Volumen mehr Ausdruck


Bei der Zweitauflage von Sommerkunst zeigt Jürgen Schäfer, ein Künstler der klassischen Moderne aus Groß Brütz bei Schwerin, Bilder
unter dem Titel „9 Sonnen, neun Himmel“. Sie finden, als der Himmel weniger bedrohlich aussieht, im Grünen verteilt ihre Plätze. Die Besucher finden wie schon der Maler die Idee genial. Sie schlendern entspannt durch den parkähnlichen Garten. Wer mag, sucht sich zuweilen eine der Holzliegen in der Sonne oder setzt sich in den Schatten. Kaffee und Kuchen holt sich jeder selbst. Das Künstlerpaar Heide Kathrein und Wieland Schmiedel aus der Nähe von Crivitz kommt vorbei und
findet sich schnell in angeregten Gesprächen wieder. Zwei Skulpturen von Wieland Schmiedel stehen seit gut einem Jahr im sich stetig entwickelnden Außenbereich des Kunstmuseums.

Michael Claassen, der einst für Post Schwerin im Handball-Oberhaus der DDR auflief, ist aus der Landeshauptstadt eigens nach Wendorf gefahren. „Die Ankündigung hat mich neugierig gemacht, hier was zu entdecken. Ich mag gerade Kleinkunst. Und dies ist ein schönes Dorf.“

In drei Räumen hat Sibylle Waldhausen aus Berlin eine Auswahl ihrer Skulpturen ausgestellt. Sie kennt Bauditz „sehr lange“, erinnert sich an die Ausstellung bei ihm vor zwei Jahrzehnten im Schweriner Zillehof und findet „bewundernswert“, wie er sich in Wendorf, wo sich Künstler und Publikum in Familie begegnen, eingerichtet hat. Bei ihren Arbeiten fällt der große Anteil schlanker Frauengestalten auf. „Es steigert den Ausdruck, wenn nicht so viel Volumen da ist. Ich kann mich auf das Wesentliche beschränken. Mir geht es um Haltung und Gestik. Und dafür bietet sich Schlankheit an“, meint die Bildhauerin. Die kleinen Figuren fertigt sie in Bronze. „Das einzige Material, das sich dafür eignet.“ Bei größeren Sachen arbeite sie mit Beton. „Das ist auch sehr interessant.“ Aus ihren Skulpturen entstehen gelegentlich Editionen, „bis höchstens zehn Stück, denn beim Kunstmachen sollte man sich nicht langweilen“, so Waldhausen. Die meisten ihrer Arbeiten verkauft eine Hamburger Galerie. Die Ausstellung im Wendorfer Kunstmuseum bleibt vier Wochen.

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