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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 08:10 Uhr

Sternberg : Kubanisches Flair auf dem Teller

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Serie „Familienrezepte“: Heute kochen Klaus und Irene Werner eines ihrer liebsten Rezepte.

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2015 | 20:18 Uhr

Manchmal kommt man ganz unverhofft zu seinem begehrten Familienrezept. So erging es Klaus und Irene Werner, die ihr „Kubanisch Huhn“ das erste Mal bei den Nachbarn genießen durften. Diese wiederum kannten das Rezept von einem befreundeten Kubaner, der es „einfach mal so“ zum Mittag gekocht hatte, wie Irene Werner erzählt. Seit dem ersten Bissen hat sich das Paar unabhängig von einander in dieses Gericht verliebt. „Über dreißig Jahre ist das jetzt schon her“, erinnert sich die 67-jährige Irene. Seitdem ist das Rezept bei den Werners der Dauerbrenner und inzwischen zum Familienrezept aufgestiegen.

In der Küche werkeln wir zu dritt. Klaus Werner ist dieses Mal der Chef am Herd, wenn auch in dieser Konstellation eher ungern. „In der Öffentlichkeit stehe ich nicht so gerne“, erklärt er. Seine Frau ergänzt lächelnd: „Mehr als zwei Leute sind für ihn schon Öffentlichkeit.“ Aber das Kochen klappt – dank der Aufsicht von Frau Irene – dann doch ganz gut. Sie behält den Überblick über das Rezept und gibt ihrem Mann hin und wieder Anweisungen, wenn er nicht weiter weiß. Irgendwie sei er so aufgeregt, stellt sie an diesem Tag öfter fest.

Die beiden sind ein eingespieltes Team und haben sich auf der Arbeit kennen gelernt. Irene Werner leitete damals ein Kinderferienlager und ihr Mann Klaus kam dort mit einer Gruppe Kinder zu Besuch.

In diesem Jahr feiern sie bereits ihr 25. Hochzeits-Jubiläum und sind schon ein bisschen stolz darauf. „Aber groß feiern wollen wir das nicht. Das ist viel zu viel Aufwand“, sind die beiden sich einig.

Sie verbindet nicht nur eine langjährige gemeinsame Geschichte, sondern vor allem auch die Liebe zum Essen. Die 67-jährige Irene Werner fasst es mit den Worten „Wir essen einfach zu gerne“ zusammen.
Während des Kochens fallen beiden alle paar Minuten weitere köstliche Rezepte ein, die sie auch so lebhaft beschreiben, dass man gleich Hunger bekommt.

In der Küche hat sich das Paar indes gut arrangiert. „Es gab mal Zeiten, da haben wir drum gekämpft, wer heute kochen darf“, erinnert sich Irene Werner. Beide wollen nach wie vor gerne das Regiment in der Küche führen, meiner Einschätzung nach liegt die Dame des Hauses aber weit vorne. Das bekräftigt sie später mit dem Satz: „Eigentlich hast du dich unserem Kochstil ganz gut angepasst“, den sie nachdenklich an ihren Mann richtet. Der hat derweil nur noch Augen für Topf und Pfanne. „Ich brauche beim Kochen auch immer ein Rezept, wo ich hin und wieder mal drauf schauen kann“, erklärt er. Drum hatte er es gleich mehrfach ausgedruckt in der Küche liegen. Zur Sicherheit.

Den Namen hat das „Kubanisch Huhn“ übrigens aus ganz pragmatischen Gründen. Ursprünglich stammt das Gericht eben von einem Kubaner und der Hauptgeschmacks-Träger ist das Huhn. Fertig. Der 57-jährige Jugendsozialarbeiter liebt dieses Rezept aus gleich drei Gründen: „Es ist einfach, es geht schnell und ich muss danach ein paar Tage nichts mehr kochen.“ Klingt sinnig, oder?

Das „Kubanisch Huhn“ hat aber noch weitere Vorteile, wie die beiden berichten. „Die Zutaten kann man nach Geschmack variieren und muss nicht auf die genaue Dosierung achten, jeder bekommt es hin, aufgewärmt schmeckt es noch besser und man kann es gut einfrieren.“

Hat man alle Zutaten zusammen – das Huhn sollte am Vorabend vorbereitet werden –, geht das Kochen schnell von der Hand. Interessant ist, dass der Eintopf auch viel mit Zucker „gewürzt“ wird. Der gibt dem Gericht einen süß-sauren Geschmack und lässt es exotisch werden. Dabei lieben Klaus und Irene Werner ja eigentlich die traditionelle mecklenburgische Küche. „Was Handfestes“, wie die beiden es nennen. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Nun ist es endlich soweit, das „Kubanisch Huhn“ ist fertig und auf dem Teller. Schon der erste Bissen schmeckt herrlich exotisch. Und das trotz der eigentlich wenigen Zutaten. Und das Beste, dieses Gericht wärmt dann gleich den ganzen Körper durch.

 

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