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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 02:22 Uhr

Witzin : Krönung einer Erfolgsgeschichte

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die heutige Zahl der Kinder in der Kita „Witziner Weltentdecker“ liegt weit über den Erwartungen. Nach Umbau und Erweiterung ist die Einrichtung auf modernem Standard.

von
erstellt am 06.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Mit dem Anbau sind die Räume, in denen die Kinder spielen, deutlich größer geworden. Bodentiefe Fenster lassen viel Licht hinein. Hier sind 63 Quadratmeter hinzugekommen, weitere zwölf für den Sanitärbereich der Krippe, erklärt Planerin Stefanie Marx, als die modernisierte und erweiterte Kita „Witziner Weltentdecker“ am Donnerstagnachmittag – wie kurz berichtet – übergeben wird. Dieser zusätzliche Raum wurde vom Gemeindebereich nebenan im Gebäude abgeknapst. Insgesamt stehen nun 268 Quadratmeter zur Betreuung der Kinder zur Verfügung, so Marx.

Der gesamte Fußboden samt Belag wurde erneuert und eine Fußbodenheizung eingebaut, unterschiedliche Höhen wurden beseitigt, die Türen verbreitert und mit Fingerklemmschutz ausgestattet, die neue Beleuchtung wurde in die Decke integriert und diese mit Schallschutz versehen, was die Erzieherinnen ganz besonders freut. Kindergarten und Krippe haben Sanitärbereiche für sich. Letzterer ist so eingerichtet, dass er die Arbeit mit den Kleinsten enorm erleichtert. Damit die gesamte Einrichtung barrierefrei ist, gibt es nun eine leichte Schräge zum Eingang. Die Bauarbeiten wurden in zehn Lose aufgeteilt und von Firmen aus der Nähe ausgeführt.


Jana Ruder: Ein wahr gewordener Traum


Der Abschluss von Umbau und Erweiterung krönt eine Erfolgsgeschichte für die Witziner Kita. Im Juli 2012 von der Volkssolidarität Güstrow geschlossen, wagte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Kreisverband Schwerin-Parchim, am 1. Dezember des gleichen Jahres einen Neubeginn, mit Jana Ruder als Leiterin, Elke Kauer als Erzieherin und einem Kind. „Aber auch mit
einem Träger und einem Dorf, welche hinter uns standen“, sagt Ruder. 15 Kinder seien das Ziel gewesen. „Was dann folgte, glich einem wahr gewordenen Traum, den wir allen Kitas in unseren schönen Dörfern gönnen.“ Jana Ruder ist mittlerweile Kita-Geschäftsführerin im ASB-Kreisverband, Elke Kauer trat ihre Nachfolge als Leiterin an. Nach einem Dreivierteljahr wurde die Kapazität erhöht, zwei Jahre nach Eröffnung erneut, verbunden mit räumlicher Erweiterung, und nach drei Jahren hatte sich die Gesamtkapazität verdoppelt, wurden 28 Kinder betreut, skizziert Ruder die anfangs nicht für möglich gehaltene Entwicklung. Als weitere Anmeldungen eingingen und die Warteliste länger wurde, entschloss sich die Gemeinde zu investieren. Ihr Eigenanteil an dem Vorhaben beträgt 85 700 Euro. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz fördert es mit fast 321 000 Euro aus dem Programm zur integrierten ländlichen Entwicklung MV, vom Innenministerium kommen gut 87 000 Euro als Kofinanzierung. Bei den veranschlagten Gesamtkosten für die Kita inklusive Außenbereich und Einbau einer modernen, Energie sparenden Heizungsanlage für das gesamte Gemeindehaus sei „fast eine Punktlandung“ hingelegt worden, freut sich Bürgermeister Hans Hüller, sagt aber auch, dass der Weg dahin „nicht immer einfach“ gewesen sei und es „in der Gemeindevertretung viel Überzeugungskraft gekostet“ habe, dieses Vorhaben auf den Weg zu bringen. Zudem habe es in der Bauphase Rückschläge gegeben, aber alle diese Mühen hätten sich gelohnt, so Hüller.

Das sieht Jana Ruder genauso. Die Zeit der Bauarbeiten sei für Erzieher, Eltern und Kinder sehr schwer gewesen. Beispielhaft unterstützt hätten sie die freiwillige Feuerwehr als Nachbar, die zusammengerückt sei und Platz gemacht habe, sowie Gut Sternberg mit der Patenkuh „Samari“. Die erste große Spende habe „unglaublich hohen symbolischen Charakter“ gehabt, sagt Ruder. „Dankbarkeit kommt in mir auf und das Lächeln eines Kindes, welches mehr sagen kann als 1000 Worte, das ist der Lohn dieser Mühen.“

Minister Till Backhaus, der selbst zwei kleine Kinder hat, spricht begeistert von der modernen Einrichtung, die „ein Standortfaktor“ sei, mit dem Witzin punkten könne, und von den vielfältigen Aktivitäten der gesamten Gemeinde, die er lange nur vom Durchfahren auf der Bundesstraße gekannt habe. Seit 2011 seien insgesamt 785 000 Euro investiert worden und fast 450 000 Euro Fördermittel geflossen.


Zweiter Bauabschnitt gilt Gemeinderäumen


Jetzt besuchen 37 Kindergarten- und Krippenkinder – 23 aus Witzin, acht aus der Gemeinde Mustin, sechs aus Sternberg und dem Ortsteil Pastin – die Kita. Sechs Erzieherinnen und drei Hauswirtschaftskräfte werden beschäftigt, zählt Ruder auf. Mit ihr und einer Mitarbeiterin in der Verwaltung, die aus Witzin eingestellt werden konnte, seien elf Arbeitsplätze entstanden. Wenn im November noch drei Kinder hinzukommen, muss die Kita einen Antrag auf Überbelegung stellen.

Nach Abschluss dieses Vorhabens folgt in dem Gebäude der zweite Bauabschnitt, die Sanierung der Gemeinderäume für 393 000 Euro. Der Förderantrag ist rechtzeitig gestellt.

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