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Bauarbeiten auf der B 192 : Kornberg wartet auf Abtransport

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Wariner Pflanzenbau musste wegen Bauarbeiten auf der Bundesstraße 1000 Tonnen Getreide auf dem Betriebshof in Mankmoos zwischenlagern.

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erstellt am 05.Sep.2016 | 20:45 Uhr

Das Getreide ist gedroschen und von den Feldern gefahren, die Ernte für die Wariner Pflanzenbau eG damit aber nicht ganz abgeschlossen. Auf dem Betriebshof in Mankmoos wartet noch ein Kornberg von 1000 Tonnen auf den Abtransport nach Trams, wo der Betrieb nicht nur seine Büros hat, sondern auch die Trocknungsanlage und Lagerhallen. Die Zwischenlagerung machte sich in diesem Jahr notwendig, weil in der zweiten Phase der Bauarbeiten auf der B 192 in Warin, als die schon enge Umleitung durch den August-Cords-Park bis zum Hotel erweitert wurde, die Traktoren mit dem Erntegut auf den Hängern nicht mehr durchkamen.

Die Baustelle zur Erweiterung der Kurve, die seit vergangenem Wochenende wieder offen, die Umleitung somit aufgehoben ist, „war ein wahnsinniger Einschnitt“, sagt Vorstandsvorsitzender Wolf-Dietmar Vetter. Durch die sei fast die Hälfte der Getreidemenge von Trocknung und Lagerung abgeschnitten gewesen. Für die erste Bauphase auf der Bundesstraße hatte der Agrarbetrieb noch eine Ausnahmegenehmigung, dass die Transportfahrzeuge durch die Stadt fahren dürfen. „Wir sind der Bürokratie nicht aus dem Weg gegangen, haben das rechtzeitig besprochen und die Genehmigung beantragt“, erklärt Vetter. Er sei dankbar für das unkomplizierte Entgegenkommen von Straßenbauamt, Landkreis, Baubetrieb und Stadt, freue sich aber
genauso, dass Anlieger ihm bestätigt hätten, dass die Traktoren umsichtig und rücksichtsvoll gefahren worden seien. Bei einer weiträumigen Umfahrung wären es für die Transportfahrzeuge rund 30 statt zwölf Kilometer gewesen. „Das hätten wir nicht gebacken bekommen.“ Die Traktoren wären zu lange unterwegs gewesen und nicht rechtzeitig zum Abbunkern der Mähdrescher zurück. Zwei seien auf die andere Seite von Warin umgesetzt worden, bevor die Baustelle eingerichtet wurde.

Leider habe das Wetter nicht mitgemacht. „Wir wollten eigentlich fertig sein, bevor die Umleitung durch den August-Cords-Park verlängert wird, denn dass die Traktoren dort nicht fahren können, war klar“, sagt der Agrarchef. Die wechselhafte Witterung habe die Ernte jedoch verlängert. „Dadurch sind wir im Bereich Mankmoos auf 1000 Tonnen sitzen geblieben.“

Weiteres Problem in diesem Jahr: Erstmals mussten wieder größere Mengen Getreide getrocknet werden. Die Wariner Pflanzenbauer sprechen von etwa der Hälfte der Erntemenge. In den letzten drei Jahren habe der Anteil „deutlich unter zehn Prozent“ gelegen. Mehr als 5000 Tonnen mussten durch die Trocknung, gut ein Drittel sogar zeitweilig vorgestapelt werden, weil die Anlage mit diesen Mengen überlastet war. Dass damit die Energiekosten in die Höhe getrieben würden, könne sich jeder selbst ausmalen.

Was Milchbauern schon über längere Zeit beklagen, dass bei den niedrigen Erzeugerpreisen die Kosten nicht einmal annähernd gedeckt werden, habe mit der diesjährigen Ernte auch den Pflanzenbau erreicht, bilanziert der Wariner Agrarchef, der 25 bis 30 Prozent Ertragsausfall, „je nach Fruchtarten“, bilanziert. Die Qualitäten seien auch nicht durchweg gut. „Wir sind damit insgesamt zufrieden, aber es sind keine Spitzenqualitäten“, so Vetter. Außerdem würden angesichts der schlechten Marktpreise die Erlöse weit hinter den Erwartungen zurück bleiben. „Die Landwirtschaft zehrt dieses Jahr von Reserven“, stellt Wolf-Dietmar Vetter unverblümt fest. Manche Betriebe brauchten sogar Überbrückungshilfen, ohne die sie kaum überleben könnten. Aber dieses Geld müsse auch wieder zurückgezahlt werden. So bliebe auf absehbare Zeit kaum was, um in neue Technik investieren zu können. Deshalb könne es nur heißen, die Verluste in einem erträglichen Maß zu halten, die Saat für das nächste Jahr bestmöglich in den Boden zu bekommen und auf eine bessere Ernte zu hoffen.

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