Wasserqualität im Sternberger Seenland : Kontrollen der Gewässer sichern Badespaß

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Wie gut sind die Badegewässer in unserer Region? Dieser Frage geht Sylvia Kraeplin nach. Seit Tagen ist sie im Sternberger Seenland unterwegs und überprüft deren Wasserqualität. Diese liegt bei sehr gut bis gut.

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13. Juli 2012, 10:27 Uhr

Schlowe | Wie gut sind die Badegewässer in unserer Region? Dieser Frage geht Sylvia Kraeplin nach. Die Mitarbeiterin vom Fachdienst Gesundheit des Landkreises Ludwigslust-Parchim ist seit Tagen im Sternberger Seenland unterwegs und überprüft Badestellen auf deren Wasserqualität. Mindestens einmal im Monat führt sie die Kontrollen durch - in der Badesaison vom 20. Mai bis zum 10. September. So auch am Mittwoch in Schlowe.

Auf dem Holzsteg am Klein Pritzer See hat Kraeplin eine Kiste platziert, gefüllt mit allerlei Utensilien. Darunter ein Lot, mit dem sie die Sichttiefe des Sees ermittelt. Mindestens einen Meter unter Wasser muss sie das Lot sehen können, besser sind zwei Meter. Das sei das Ziel, dass an allen Badestellen erreicht werden soll, so Kraeplin. Die Sichttiefe des Klein Pritzer Sees liegt sogar darüber. Das trägt zur Sicherheit der Badegäste bei. Der Grund: Vor einem Sprung ins kühle Nass erkennen sie mögliche Gegenstände unterhalb der Wasseroberfläche.

Des Weiteren entnimmt Kraeplin eine Wasserprobe aus einem Meter Tiefe und misst deren Temperatur und pH-Wert. "21 Grad und der pH-Wert beträgt 8,11. Das ist gut", sagt sie. "Der pH-Wert muss zw ischen 6 und 9 liegen. Alles darüber könnte Hautreizungen verursachen." Danach zieht sie eine weitere Probe. Diese wird sie ins Labor schicken, genauer gesagt in das Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin. Dort wird das Wasser mikrobiologisch auf E. coli und Intestinale Enterokokken untersucht. Dabei handelt es sich um Bakterien, die in den Därmen von Menschen und Tieren vorkommen. Sie wären ein Hinweis darauf, dass das Gewässer fäkal verunreinigt ist. Bei einer zu hohen Menge an Bakterien muss der Fachdienst für Gesundheit handeln. "Wir haben so genannte Maßnahmewerte. Wenn diese überschritten werden, müssen wir schnellstmöglich weitere Proben nehmen. Wenn auch diese die Werte überschreiten, sperren wir die Badestelle. Erst wenn die Werte wieder in Ordnung sind, geben wir den See zum Baden frei", erklärt Kraeplin. Gleichzeitig suche der Fachdienst Gesundheit in solchen Fällen nach den Ursachen der Verunreinigung, so Kraeplin weiter. "Beispielsweise könnte Abwasser in den See eingetragen wurden sein, von denen keiner bisher etwas wusste", erzählt sie. Auch der Kot von Wasservögeln könne zu einer erhöhten Belastung mit Darmkeimen führen.

Aber nicht nur das Wasser, auch die Badestelle und deren Umgebung nimmt Kraeplin unter die Lupe. "Ich schaue, ob irgendetwas herumliegt - Papier oder Glasflaschen. Und ich achte auf die Sicherheit des Steges. Es könnte ja ein Brett lose oder kaputt sein", erzählt sie. Außerdem hält sie nach Cyanobakterien Ausschau. Die im Volksmund auch Blaualge genannte Bakterie bildet, wenn sie massenhaft auftritt, einen teppichartigen farbigen Film auf der Wasseroberfläche. "Das sieht dann so aus, als hätte jemand grüne Farbe in den See gekippt", so die Mitarbeiterin des Fachdienstes Gesundheit. Die Blaualge kann die Gesundheit schädigen, denn einige Arten bilden Giftstoffe. Verschlucken Badende belastetes Wasser oder halten sich sehr lange darin auf, können sie Symptome zeigen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Fieber, Hautreizungen oder allergische Reaktionen.

Doch Kraeplin gibt Entwarnung. Bisher konnte sie weder die Blaualge noch sonstige sichtbare oder messbare Mängel an den Badestellen im Sternberger Seenland feststellen. Daher rechne sie, wie bereits bei den Proben vor vier Wochen, mit sehr guten bis guten Beurteilungen der Badewasserqualität. Auch die Seen in der Region Neukloster-Warin, für die das Gesundheitsamt Wismar zuständig ist, bieten bislang ein ungetrübtes Bade vergnügen.

Die genauen Messwerte können Inter essierte im Internet einsehen unter www.regierung-mv.de. Die dort zu findende Badewasserkarte enthält zudem eine Kurzbeschreibung aller Gewässer sowie Badestellen. Darüber hinaus müssen die Betreiber der Badegewässer die Informationen an den jeweiligen Badestellen deutlich sichtbar aushängen. Hier sieht Kraeplin Nachholbedarf, denn bisher sind dieser Verpflichtung nur wenige nachgekommen.

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