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Aufregung in Finkenkamp : Konto leer: Bank hat falsch abgebucht

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Der Sternbeger Manuel Schwabe hat seinen Augen nicht trauen können: Sein Konto ist leer. Ein Fehler seiner Bank hat ihn über Nacht mittellos gemacht. Ihn rückgängig zu machen, erwies sich als schwierige Aufgabe.

svz.de von
erstellt am 14.Jun.2013 | 06:48 Uhr

Sternberg | Empört und stinksauer kommen Manuel und Kathrin Schwabe in unsere Redaktion. Was sie - der Verzweiflung nahe - erzählen, ruft verständnisloses Kopfschütteln hervor. Denn ohne ihre Schuld ist auf einmal das Bankkonto des Sternbergers leer.

Was war passiert? Seine Frau gibt am 31. Mai in der Postbank-Filiale bei Edeka im Finkenkamp einen Überweisungsschein ab, eine ganz normale Zahlung an den Energieversorger Wemag über 48,12 Euro. Eine Woche später geht das Ehepaar wieder an den Schalter, um Geld für den Wochenendeinkauf abzuheben. Manuel Schwabe hat es sich zur Gewohnheit gemacht, vorher seinen Kontostand abzurufen. Für Ausdrucke hat die Postbank die kleine Filiale nicht ausgestattet. Als er auf das Display schaut, traut er seinen Augen nicht. Dort stehen nur etwas über 20 Euro, obwohl es um die 400 Euro sein müssten. Die freundliche Frau am Schalter hat keinerlei Möglichkeit, ihm dafür eine Erklärung zu liefern. Der Sternberger hebt 20 Euro ab, um das Nötigste einkaufen zu können, dann ist sein Konto abgeräumt.

Schwabe fährt nach Güstrow, wo die Postbank-Filiale größer ist und umfangreicher ausgestattet. Mit einer Mitarbeiterin geht er alles durch, jede Buchung auf das Konto und herunter. Da taucht auch eine Überweisung an die Wemag auf. Zu deren Gunsten hat die Postbank am 5. Juni sage und schreibe 448,12 Euro abgebucht. Vorn ist eine 4 zu viel, damit sind genau 400 Euro mehr vom Konto als auf dem Überweisungsträger stand. Ganz offensichtlich ein Versehen des Geldinstituts.

Die Bankmitarbeiterin verspricht sich zu kümmern. Am Mittwoch, das ist mittlerweile der 12. Juni, meldet sie sich auch wie vereinbart am Telefon - bringt Schwabe aber keinen Schritt weiter. Der Kontoinhaber müsse sich selbst kümmern und bei der Postbank Hamburg anrufen, die das Konto führt. Der genervte Sternberger macht das umgehend.

"Zuerst habe ich mit einem Computer gesprochen, dann reihenweise mit Leuten, die nicht zuständig waren und weiter verbunden haben. Jemand hat auch einfach aufgelegt, so dass das Ganze wieder von vorn losging, bis endlich jemand am Apparat war, der sich zuständig fühlte. Ich habe insgesamt wohl zwei Stunden telefoniert", erzählt der 36-Jährige.

Der Mann am anderen Ende der Leitung wollte sich sofort kümmern. Innerhalb von zwei, drei Tagen würde der zu viel überwiesene Betrag zurückgebucht sein. Der nächste Wochenendeinkauf für das Ehepaar mit drei Kindern ist gestern fällig, aber noch immer kein Geld auf

Schwabes Konto. Ehefrau Kathrin hat sich erst einmal 50 Euro zum Einkaufen geborgt. "Über das Wochenende kommen wir damit und mit dem, was im Kühlschrank ist, viel weiter reicht es wohl nicht. Aber ich kann und will mir nicht öfter Geld leihen", sagt sie. Zumal zum täglichen Leben genug auf dem

Konto wäre ohne Panne der Bank. Fehler könnten passieren, aber dass es so lange dauert, einen solchen wieder auszumerzen, will den beiden Sternbergern einfach nicht in den Kopf. Möglicherweise gerate, wenn das Essengeld für den Sohn abgebucht wird, das Konto sogar ins Minus, befürchtet Manuel Schwabe. Das sei ihm vor Jahren das letzte Mal passiert und sollte so schnell nicht wieder vorkommen, denn das sei ein unangenehmes Gefühl.

Als der Sternberger gestern bei der Postbank Hamburg erneut nachfragt, wird versucht, ihn weiter zu vertrösten. Die Mitarbeiterin, die sich der Sache angenommen hat, teilt mit, dass die Rücküberweisung wohl noch nicht in der Leistungsabteilung durch sei. Eine bis anderthalb Wochen könne das noch dauern, wird ihm beschieden, erzählt Schwabe. Deshalb habe er sich an die SVZ gewandt.

Auf unsere Anfrage per E-Mail an die Pressestelle der Postbank in Bonn kommt am Nachmittag telefonisch Antwort. Bei der Vielzahl an Transaktionen jeden Tag sei es "nicht so einfach gewesen", gestern in der Kürze der Zeit den Vorgang zu finden und zu prüfen, erklärt Pressesprecher Tim Rehkopf. Auf Einzelheiten dürfe er wegen des Bankgeheimnisses nicht eingehen, könne jedoch mitteilen, dass "unbürokratisch gehandelt und alles glatt gestellt, also die zu viel abgebuchte Summe wieder gut geschrieben" worden sei. Demnach soll das Geld noch gestern auf das Konto gekommen sein.

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