Brüel : Königspokale mit Überraschung

Die neuen Könige der Brüeler Schützengilde 1425 e.V.: Anke Ohm gewann zum ersten Mal, Lothar Trepzik zum fünften Mal und Florentine Vollmann (v.l.) zum dritten Mal hintereinander bei der Jugend.
Foto:
1 von 3
Die neuen Könige der Brüeler Schützengilde 1425 e.V.: Anke Ohm gewann zum ersten Mal, Lothar Trepzik zum fünften Mal und Florentine Vollmann (v.l.) zum dritten Mal hintereinander bei der Jugend.

Der Vorsitzende der Brüeler Schützengilde gab sein Geheimnis erst bei der Proklamation am Sonnabend preis: Die Probescheibe entschied über die Rangfolge.

von
28. August 2016, 05:00 Uhr

Damit hatte niemand gerechnet: Über die Rangfolge beim Königsschießen der Brüeler Schützengilde 1425 e.V. mit dem Luftgewehr entschied nicht die Königs-, sondern die Probescheibe. Volker Peters, der Vereinsvorsitzende und vorige Schützenkönig, hat das Geheimnis bis zur Proklamation der neuen Majestäten am Sonnabend gehütet und erst dort genüsslich preisgegeben. Die Königs- war eine Spaßscheibe mit mehreren Emblemen, vorher zur Probe wurde auf eine Fünferscheibe geschossen – und die Ergebnisse zählten. Schützenkönige sind danach Lothar Trepzik, Anke Ohm und bei der Jugend Florentine Vollmann.


Festumzug mit Musik und Handböllern


Das Schützenfest hatte am Freitagabend mit einer Parade von 26 Kanonen und spektakulären Vorführungen begonnen. Vertreten waren verschiedene Kaliber, Kuriositäten und originalgetreue Nachbauten historischer Kanonen. Am Sonnabend führte ein kleiner Festumzug mit Musik und Gästen befreundeter Vereine zum Schießplatz am Weg zum
Roten See. Nicht zu überhören die drei Männer vom Schützenverein Ostufer Schweriner See mit ihren Handböllern, die wie die Kanonen mit Schwarzpulver abgefeuert werden, wofür übrigens eine spezielle Ausbildung und Genehmigung notwendig sind. Die Schützen vom Ostufer seien „ständige Begleiter“ der Brüeler Gilde. „Ohne sie fangen wir gar nicht an“, sagt Trepzik, Zeremonienmeister und Schriftführer im Verein, schmunzelnd.

Nachdem er die Kette des Schützenkönigs im Vorjahr abgeben musste, trägt er sie nun zum fünften Mal. „Das hat er wirklich verdient. Lothar ist sehr aktiv und hilft jedem. Und er hat in seinem Alter noch ein gutes Auge und eine sichere Hand“, freut sich Jörg Zerbe mit dem 65-Jährigen. Trepzik schießt Trap, also auf Tontaube, Kleinkaliber-Gewehr und -Pistole, „mal eins auch Luftgewehr“. Trete er zum Wettkampf an, wolle er auch ein gutes Ergebnis erzielen. „Der Ehrgeiz ist da. Und wenn man sich Mühe gibt, klappt das.“ Sport habe er immer gern getrieben, 1980 den Judo-Verein gegründet, eine Pause eingelegt, weil als Fernfahrer keine Zeit blieb, und dann wieder begonnen, etwa zur Unterstützung der Übungsleiter. Beim Schießen gilt seine heimliche Liebe der Armbrust. Die nimmt der Brüeler gern bei Veranstaltungen befreundeter Vereine zur Hand, wurde acht Mal Stadtmeister in Wismar, drei Mal in Kühlungsborn und in diesem Jahr Bürgerkönig in Sternberg. Sein größter Pokal sei 72 Zentimeter hoch. Die Trophäen habe er überall in der Wohnung verteilt, erzählt Trepzik. An diesem Tage freue er sich aber nicht nur über den Königspokal, sondern auch, dass so viele befreundete Vereine in Brüel vertreten seien, obwohl zur gleichen Zeit das Landesschützenfest in Lübz stattfinde. Ein Teil der Gäste fahre noch dorthin weiter.

Anke Ohm wurde zum ersten Mal Schützenkönigin. Sie habe als Jugendliche im Verein geschossen, dann aber wegen Familie und Beruf längere Zeit ausgesetzt. Nun, da die beiden Töchter groß seien (22 und 19), habe sie vor drei Jahren wieder angefangen. „Ich kann dabei gut abschalten, den Alltag vergessen. Andere gehen laufen, ich zum Schießen“, erzählt die 45-Jährige, die auch die Gemeinschaft im Verein schätzt und „das Wettkampffeeling, um sich selbst zu beweisen, was man drauf hat“.


Nachwuchsgewinnung durch Jugendgruppe


Das ist der 17-jährigen Florentine Vollmann schon des öfteren gelungen: Vizekreismeisterin und Landesmeisterin in diesem Jahr, im Verein das dritte Mal hintereinander Jugendschützenkönigin. Ihre Mutter Annett Vollmann und Norbert Linsel haben die Jugendgruppe neu aufleben lassen. Sie möchten mehr Nachwuchs an das Schießen heranführen, doch Eltern hätten zunehmend Vorbehalte und gar Angst, dass ihre Kinder zu leicht an Waffen kämen. Doch das sei unbegründet, eine Waffe nirgends so unter Kontrolle und sicher wie im Verein, sind Annett und Florentine Vollmann überzeugt. Beim Schützenfest erhielt die Jugendgruppe ein hochwertiges Luftgewehr, das jederzeit Präzision gewährleistet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen