Sternberg : Klönsnack nicht nur auf Platt

bittermann

Bei nächster Plauderei im Sternberger Vereinshaus dreht sich alles um Weihnachten / Anke Bittermann: Jeder ist herzlich willkommen.

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21. November 2014, 17:57 Uhr

In der Regel am letzten Mittwoch im Monat laden die Klönsnacker vom Sternberger Heimatverein zu einem unterhaltsamen Nachmittag ein. In der kommenden Woche, am 26. November, heißt es im Vereinshaus im ehemaligen Bahnhof „Dat geit stramm up Wihnachten tau!“ Darüber, über die Themenvielfalt im Jahresverlauf und ob an den Veranstaltungen nur teilnehmen kann, wer des Plattdeutschen mächtig ist, sprach Redakteur Rüdiger Rump mit der Vereinsvorsitzenden Anke Bittermann.

Am kommenden Mittwoch dreht sich schon alles um Weihnachten. Ist das für 2014 die letzte Veranstaltung der Klönsnacker?

Anke Bittermann: Sagen wir so, es ist der letzte Klönsnack des Jahres. Für alle Arbeitsgruppen des Heimatvereins gibt es noch eine Weihnachtsfeier, an der auch die Klönsnacker teilnehmen. Seit einigen Jahren machen wir die immer gemeinsam.

Was erwartet die Gäste, wenn dat stramm up Wihnachten taugeit?

Es geht auf unterhaltsame Art um Traditionen, die bei uns und in anderen Ländern
gepflegt werden. Das beginnt bei festlich, eben weihnachtlich geschmückten Tischen. Damit die lockere Plauderei gleich richtig in Gang kommt, spricht sich die Vorbereitungsgruppe, zu der Heidrun Peter als Leiterin, Jürgen Klabunde, Elke Rödiger, Ursula Kronke und Dietrich Steinberg gehören, vorher ab. Sie hat immer einiges in petto. Doch jeder Gast kann gern
eigene Beiträge beisteuern, ein Gedicht vortragen oder
eine nette Geschichte aus
eigenem Erleben erzählen.

Aber alles auf Plattdeutsch?

Eben nicht. Die Fünf, die den Nachmittag inhaltlich vorbereiten, sind freilich alle Mecklenburger und sprechen gern Platt. Für Oktober, als es um den Herbst ging, hat Jürgen Klabunde einiges über Halloween zusammengetragen, wo es seinen Ursprung hat und wie es nach Deutschland kam. Außerdem wurde über den Reformationstag, der ebenfalls am 31. Oktober gefeiert wird, gesprochen, über Martin Luther und die Reformation. Bei solchen historischen Themen wird vieles auf Hochdeutsch vermittelt. Und genauso kann jeder sprechen, der sich an dem Nachmittag mit einbringt. Dazu möchte ich ausdrücklich ermutigen. Plattdeutsch ist keine Bedingung für die Teilnahme am Klönsnack.

Auch nicht die Mitgliedschaft im Heimatverein?

Richtig. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, aber
genauso über jeden, der einfach zu unseren Veranstaltungen kommt, um Geselligkeit und Freude zu erleben. Das steht im Vordergrund. Wenn daraus irgendwann der Wunsch entsteht, dem Heimatverein beizutreten, ist der- oder diejenige natürlich herzlich willkommen.

Zurück zu den Klönsnackern: Woher kommen die Themen?

Die beziehen sich oft auf die jeweilige Jahreszeiten oder runde gesellschaftliche Jubiläen. Es gibt aber noch so viele andere Anknüpfungspunkte, die das Vorbereitungsteam aufgreift. Großes Interesse fanden zum Beispiel in der ersten Jahreshälfte alte Spiele für drinnen und draußen. Wir sind an einem Nachmittag gar nicht durchgekommen, so dass dieses Thema wiederholt wurde. Ich bekam hinterher sogar einen Brief aus Borkow mit einer Ergänzung zu einem Spiel, das so kaum jemand kannte. Vielleicht gibt es mal einen Nachmittag, an dem wir einige Brettspiele von einst, die vorgestellt wurden, ausprobieren. Das hatten wir schon mal und könnten es wieder aufgreifen.

Sie sind selbst auch beim Klönsnack?

Jedes Mal. Und das nicht, weil ich Vorsitzende des Heimatvereins bin, sondern weil mir das unheimlich Spaß macht. Ich komme auch nicht unvorbereitet, sondern trage persönlich zu jedem Thema was bei. Ich stamme aus Zölkow, das liegt zwischen Crivitz und Mestlin, bin dort mit Platt aufgewachsen. Obwohl es Zeiten gab, in denen das für einige nicht fein genug war. Bei manchen damaligen Mitschülern würde zu Hause kein Platt gesprochen. Aber ich unterhalte mich mit heute noch mit meinen Schwestern, von denen eine in Brandenburg lebt, nur auf Platt. Und auch auf der Straße in Sternberg, wenn ich weiß, dass derjenige Mecklenburger ist. Im Verein sehen wir darin Traditionspflege. In unserer Satzung sind die Pflege mecklenburgischer Kultur und heimatlichen Volkstums, von Sprache, Sitten und Bräuchen verankert. Die plattdeutsche Sprache und Regionalgeschichte für Bürger interessant zu machen, ist vor allem das Anliegen der Klönsnacker.

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