Sternberg : Klima im Wandel der Zeiten

Bohrkerne gehören zur Sammlung in der geologischen Landessammlung in Sternberg. Dr. Karsten Obst präsentiert einige davon.
Bohrkerne gehören zur Sammlung in der geologischen Landessammlung in Sternberg. Dr. Karsten Obst präsentiert einige davon.

Geologische Landessammlung in Sternberg öffnet am Sonnabend ihre Türen

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27. Juni 2019, 05:00 Uhr

Klimawandel ist keine „Erfindung“ der Gegenwart. Solche gravierenden Veränderungen hat es schon immer gegeben. Das belegen die Fundstücke und Dokumente in der Geologischen Landessammlung in Sternberg. Die können sich alle Interessierten am Sonnabend, 29. Juni, anschauen. Die Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie informieren zwischen 10 und 16 Uhr über tief verborgene Schichten, Strukturen und Schätze Mecklenburg-Vorpommerns.

Im Gegensatz zu dem von Menschen gemachten Klimawandel der letzten zwei Jahrhunderte, gibt es naturgegebenen Klimawandel seit Jahrmillionen. Auch Mecklenburg-Vorpommern war und ist davon betroffen. Davon zeugen Fluss- und Meeresablagerungen, Vulkangesteine und Wüstensedimente im Untergrund, die bei Bohrungen auf der Suche nach Erdöl, Salz und Kohle angetroffen wurden. Sie sind Ausdruck natürlicher Veränderungen, hervorgerufen durch kosmische und globale Prozesse. Gesteinsproben aus großen Tiefen spiegeln die langfristigen Auswirkungen der Plattentektonik auf die Land- und Meerverteilung wider. Sie geben Auskunft über vulkanische Ereignisse, Meeresspiegelschwankungen und Änderungen der Fauna und Flora.

Der Klimawandel der Neuzeit wird vor allem durch die Nutzung fossiler Rohstoffe und der damit verbundenen Freisetzung von Kohlendioxid verursacht. Der Untergrund Mecklenburg-Vorpommerns bietet demgegenüber vielfältige Möglichkeiten einer CO2-freien Erdwärmenutzung, wie sie derzeit von den Stadtwerken in Schwerin realisiert wird. Aber auch die Potenziale für die Untergrundspeicherung von überschüssiger Windenergie in Form von E-Methan, Wasserstoff oder Druckluft sind groß. Als Speicher kommen poröse, Salzwasser führende Sandsteinschichten oder Kavernen in Salzstrukturen in Frage.

Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Abwägung verschiedener unterirdischer Nutzungsmöglichkeiten erfordern gute Kenntnisse der geologischen Entwicklung und der Lagerungsverhältnisse im Untergrund Norddeutschlands. Diese werden bei Führungen durch die Geologische Landessammlung vermittelt. Die Besucher können am Sonnabend auch eigene geologische Fundstücke wie Eiszeitgeschiebe oder Fossilien mitbringen, damit Geologen und Paläontologen sie bestimmen können.

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