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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 19:40 Uhr

Groß Stieten : Kleinster Apfel – teuerste Kartoffel

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Bei Sommerschau im Groß Stietener Fachberatungszentrum in der Kleingartenanlage „Baumblüte“ auch ganz Besonderes entdeckt.

von
erstellt am 10.Sep.2016 | 12:13 Uhr

Auch der kleinste Apfel im und am Ausstellungspavillon der Kleingartenanlage „Baumblüte“ in Groß Stieten bei Dorf Mecklenburg hat seine Geschichte. Und wer kann die besser erzählen als Dr. Günter Schmidt, Vereinsvorsitzende des Kleingartenvereins „Baumblüte“ in Groß Stieten und Organisator der jährlichen Sommer- und Herbstapfelschauen sowie des Erdbeerfestes. Seit 50 Jahren im Ort an der B 106 wohnend, hält er auch mit seinen inzwischen 82 Jahren noch immer die Fäden in den Kleingartenkolonie in der Hand. Die Anlage beherbergt die Lehr- und Demonstrationsgärten des Fachberatungszentrums der Kreisverbände der Gartenfreunde der Hansestadt Wismar und der Stadt Schwerin.

Insgesamt gibt es hier aktuell 50 bis 60 Demonstrationsgärten sowie ungefähr gleich viele Gärten, die verpachtet und bewirtschaftet sind. „Einst waren es mal über 300“, sagt Dr. Schmidts Stellvertreter Rainer Veigt. Zusammen mit Heide-Marie Bernau, ebenfalls Groß Stietenerin, bilden sie das Vorstandstrio der „Baumblüte“. Was fehlt, ist der Nachwuchs, der einmal in ihre Fußstapfen tritt, und so machen sich Veit und Bernau Sorgen, wie es mal weitergeht, „wenn der Doktor mal nicht mehr kann“.

Doch noch ist Dr. Schmidt mit viel Engagement dabei. Auch zum kleinsten Apfel der 2016er-Sommerschau erzählt „der Doktor“, wie ihn alle im Verein nur nennen, eine kleine Geschichte: „Das ist Pirella, eine finnische Sorte. In Finnland wird der Apfel normal groß, hier bleibt er so klein. Mitte August waren alle Äpfel vom Baum runter. Jetzt ist er schon ein bisschen überreif“, sagt’s und beißt in einen rein: „Schmeckt aber noch…“

An der gegenüber liegenden Wandseite im Apfelschaugebäude waren die Kartoffelsorten platziert. In der unteren Reihe die kommerziellen wie Gala, Birgit oder die allseits bekannte und beliebte Linda. In obiger Reihe wurden die farbigen Kartoffelsorten wie Königspurpur, Mayan Gold, Blauer Schwede oder Rote Emmalie präsentiert. Und mittenmang eine absolute Rarität – auch was den Geldbeutel betrifft. Die französische Sorte La Bonnotte de Noirmoutier ist die laut„Beipackzettel“ der Sommerschaumacher die „weltweit seltenste und teuerste Kartoffel der Welt. Ein Kilo kostet bis zu 500 Euro!“, ist da zu lesen. Die legendäre französische Kartoffel wird nur auf der Insel Noirmoutier im Februar angebaut, mit Seetang gedüngt und im Mai geerntet und dann versteigert. „Das ist nur was für Starköche“, wirft „Baumblüten“-Vize Rainer Veigt ein. Wie die Luxus-Kartoffel nach Groß Stieten kam und hier in den Demonstrationsgärten – wie alle anderen Sorten – jedes Jahr wieder neu vermehrt wird, konnte Veigt nicht so genau beantworten.

Unweit von La Bonnotte hing an der Wand die Tafel mit den Top 12 der gesündesten Äpfel (siehe Hitparade). „Der Fachberater wollte es so. Ich halte davon nichts. Warum sollte ein bestimmter Apfel besonders gut gegen eine Krankheit sein? Das ist Zufall, unwissenschaftlich“, betont Rainer Veigt gegenüber SVZ und schiebt seine Gesundheits-Philosophie nach: „Apfel ist Apfel und Apfel ist Genuss!“  

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