Mittsommer-Remise : Kleinode mit und ohne Gutshaus

Bis auf den Balkon ging die Führung durch das Gutshaus in Weitendorf, das seit Dezember 2014 neue Besitzer hat und gegenwärtig saniert wird. Davor grünt und blüht es schön.  Fotos: Rüdiger Rump (4)
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Bis auf den Balkon ging die Führung durch das Gutshaus in Weitendorf, das seit Dezember 2014 neue Besitzer hat und gegenwärtig saniert wird. Davor grünt und blüht es schön. Fotos: Rüdiger Rump (4)

Gastgeber an den fünf Stationen im Sternberger Seenland zufrieden mit Resonanz

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19. Juni 2016, 21:00 Uhr

Das erste Mal dabei und hellauf begeistert: Bei der Mittsommer-Remise, einer landesweiten Besichtigungstour zu Herrenhäusern und mit ihnen verwandten Zeugen der Geschichte, gab es am Sonnabend auch fünf Stationen im Sternberger Seenland. Die Gastgeber hatten die Gelegenheit, sich in der Region und darüber hinaus bekannt zu machen, und interessierte Besucher erhielten Einblicke, die sonst kaum möglich sind.


Gutshaus Weitendorf


Mit Jan und Ann Neuendorf hat das Gutshaus in Weitendorf seit Dezember 2014 neue Besitzer. Sie kamen aus dem
Aachener Raum, wohnen hier mit zwei ihrer sechs Kinder und haben die dringend nötige Sanierung in Angriff genommen. Der Vorbesitzer hatte das Gebäude entkernt, sagt Ann Neuendorf, aber dann sei es
offenbar nicht weiter gegangen. Die neuen Besitzer sind dabei, „drei, vier Ferienwohnungen in unterschiedlichen Größen einzurichten“. Das Haus liege in wunderschöner touristischer Landschaft. Sie seien gut aufgenommen worden, die Menschen hier nett.

Von der Resonanz bei der Mittsommer-Remise sei sie „total überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Sie habe gedacht, wer kennt Weitendorf. Jedenfalls zig mehr als
gedacht.


Schloss Kaarz


Bei Führungen seien es rund 180 Besucher gewesen, bilanzierte Katharina Dummann, Hoteldirektorin im Schloss Kaarz. Zudem hätten sich sehr viele allein in Haus und Park umgesehen. Ein Blick in die neu hergerichteten Zimmer war besonders gefragt, zwei Männer aus Berlin wollten aber auch gern einen Blick in Küche und Keller werfen. „Die Aktion spricht eine Zielgruppe an, bei der man das Gefühl, dass ein Großteil wiederkommt“, so die Hotelchefin. „Einige kannten das Schloss, als es Altersheim und marode war. Sie sind begeistert, was daraus geworden ist.“ Der Sternberger Norbert Schönborn, der durch den Park führte, sei noch in dem Gebäude zur Schule gegangen. Im Winter wurden die Decke im Eingangsbereich, Portal und Balustrade erneuert, „damit sich ein stimmiges Bild“ ergibt. Im Park ist die Ausstellung „Das grüne Zitat“ zu sehen.


Schloss Neuhoff


Zwei angekündigte Gruppen in Bussen und eine Motorradgruppe von Harley Davidson Rostock brachten Leben ins Schloss Neuhoff. Familie Pils aus Oberösterreich hat das Gutshaus Neuhof in der
Gemeinde Bibow im Oktober 2012 gekauft, wohnt dort seit Dezember 2014 und saniert es schrittweise. Hier findet ab Freitag das Kunst- und Pferdefilmfestival „Equinale“ statt.


Kutschenmuseum


Obwohl kein Gutshaus, sei das Kutschenmuseum in
Kobrow II auch an diesem Tag „gut angekommen“, sagte dessen Leiterin Gea van Burgsteden. Der Andrang sei zwar nicht so groß wie Anfang April beim Tag der offenen Tür, doch es schauten sich viele Leute um, meist Familien, „wirklich nett“. Ein Großteil der Wagen stamme aus früheren Herrenhäusern, „das passt zusammen“. Der Schweriner Michael Wehner meinte, er sei überwältigt. „Wirklich super, alles einmalig gepflegt und verständlich beschriftet.“ Er und seine Frau hätten schon andere Kutschenmuseen besucht, „aber dies ist das bisher Beste“. Er werde bestimmt mit der Enkelin wiederkommen...


Gut Häven


Das Gutshaus fehlt, weil es vor der Wende abgerissen wurde, dafür standen Besuchern denkmalgeschützte Ställe für Kühe, Pferde und Schweine sowie der Maschinenschuppen offen. Woanders gebe es ein Gutshaus und nichts herum, hier sei das eben umgekehrt, meinte Birthe Helbig von Gut Häven lächelnd. Die Idee sei gut, „auf Bauwerke aufmerksam zu machen, die einmal große Bedeutung hatten, wenn auch heute nur noch kulturell und Kosten verursachend“. Es sei Liebhaberei, das Interesse daran daher umso erfreulicher.

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