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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 10:15 Uhr

Jesendorf : Kleinod Trollsche Grabkapelle

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Uwe August saniert das um 1915 errichtete Gebäude mit den beiden markanten Säulen auf dem Jesendorfer Friedhof.

von
erstellt am 15.Okt.2015 | 22:12 Uhr

Die um 1915 herum errichtete Trollsche Grabkapelle auf dem Jesendorfer Friedhof erstrahlt in neuem Glanz. „Von außen bin ich fertig“, sagt Uwe August, der im Ort ein Ingenieurbüro für Bauberatung hat. Im Frühjahr 2015 fing er mit der Sanierung an, innen wolle er nächstes Jahr fertig werden.

Die bis 1945 oben in der Kapelle aufgebahrten Särge der Familie Troll, darunter der vom Jesendorfer Rittergutsbesitzer Hans Carl Troll, wurden vorm Einmarsch der Roten Armee in den unterhalb der Gruft befindlichen Keller gebracht. Uwe August fand dort „den Sarg von Hans Carl sowie drei weitere. Der Kellereingang ist zubetoniert, das ist abgeschlossene Geschichte.“ Oben neben der Kapellentür steht noch der Grabstein von Hans Carl Troll. „Der kommt raus zur Grabstelle seiner Frau Hella“, so August.

Noch wartet im Innern genügend Arbeit. „Die Liebe höret nimmer auf“, der Bibelspruch (1. Korinther) steht an der Grabkapellenwand gegenüber dem Eingang; wegen der Bauarbeiten freilich verhängt.

Wenn 2016 alles fertig ist, dann wird es in der Kapelle „20 Fächer für Urnen geben. In Italien gibt es so was, in Deutschland ist das noch weitgehend unbekannt.“ Uwe August fungiert, so er die Sache auch tatsächlich umsetzt, als Verpächter einer Urnenbegräbnisstätte. Mit der Maßgabe: Für „Leute, die in der Gemeinde Jesendorf gelebt haben“, betont der Mann mit den geradezu goldenen Händen.

Uwe August, der in Dorf Mecklenburg ein Ingenieurbüro unterhielt, hatte bereits 2007 zusammen mit seiner Frau Katrin das seinerzeit leer stehende, im 19. Jahrhundert im englischen Landhausstil erbaute Jesendorfer Herrenhaus erworben und danach saniert. Heute wohnen die Augusts drin, haben Teile zudem vermietet. Auch kann in dem Schmuckstück geheiratet werden. Seit 2014 sind das Gebäude sowie seine Außenflächen auch die Stätte für den Jesendorfer Weihnachtsmarkt.

Bei der Grabkapelle hat sich Uwe August lange gewehrt, bekennt er unumwunden. Doch Bürgermeister Arne Jöhnk habe ihn immer wieder „bearbeitet“, dass Herrenhaus und Grabkapelle zusammen gehörten. Schließlich gab August nach. Zwei Jahre brauchte es für die ganzen Verträge. Magnus Maria Troll, ein Nachfahre, bei Stuttgart lebend, erklärte seinen Verzicht auf die Kapelle. Die Kirche musste wegen des Grund und Bodens ebenso mit ins Boot wie auch die Gemeinde als verantwortlicher Friedhofs-Pfleger. Und dann hatte die Denkmalpflege auch noch ein Wort mitzureden. Das alles kostete Zeit – und Nerven. Unterm Strich steht zu guter letzt: Die Trollsche Grabkapelle, bereits einsturzgefährdet, bleibt als historisches Kleinod nun der Nachwelt erhalten.  

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