zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

14. Dezember 2017 | 01:56 Uhr

Kleingärtner machen alles winterfest

vom

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2012 | 10:35 Uhr

Sternberg | Auf manchen Beeten stehen noch späte Kohlsorten, auf anderen Erdbeeren, die im Sommer gepflanzt wurden. Einige Bäume tragen Äpfel, die etwas Frost vertragen. Wohin das Auge schaut, blühen Herbstblumen; in der Nacht zu Freitag haben Dahlien an ungeschützten Stellen allerdings einen Knacks bekommen. Woanders ist der Boden bereits grobschollig umgegraben, das zeigt, die Gartenarbeit geht für dieses Jahr zu Ende. Im Kleingartenverein "Seeblick", einem von zehn in Sternberg, wird heute Vormittag das Wasser abgestellt, damit Frost keinen Schaden anrichten kann.

Heinz Knüttel hat die Parzelle samt Gartenlaube winterfest gemacht und gibt den Schlüssel bei den Gartennachbarn ab. "Gegenseitige Hilfe wird in der Anlage groß geschrieben." Er wohnt mit seiner Familie in Cottbus, hat den Garten des Vaters übernommen, nachdem dieser im vorigen Jahr starb. So könne sich die Mutter, die die Arbeit allein nicht mehr schaffe, ein wenig betätigen und sich hier wohl fühlen. "Ich bin jetzt noch öfter in Sternberg, hänge auch richtig am Garten", erzählt der gebürtige Blankenberger, Jahrgang 1952, der Anfang der 1970er-Jahre berufsbedingt wegzog. "Unsere Kinder waren im Sommer ständig hier, haben im Sternberger See das Schwimmen gelernt. Ich denke, dass sich das mit unseren Enkeln fortsetzt." Knüttel, selbstständiger IT-Techniker, hat eine Homepage für den Verein erarbeitet, die etwa ab Frühjahr ins Netz gehen soll.

Axel Walter macht sich am Gartentor zu schaffen und baut die Wasseruhr aus. Zwiebeln, Gurken, alles ist geerntet. Erdbeeren hat er zur besten Zeit im August gepflanzt. Ein Garten mache natürlich Arbeit, aber noch mehr Spaß, meint der Sternberger. "Das ist eine schöne Freizeit, auf die ich nicht verzichten möchte. Was im Garten anliegt, darum kümmere ich mich. Manchmal grillen wir hier auch mit der ganzen Familie." Doch jetzt komme sämtliche Gerätschaft, ob Unterhaltungselektronik, Werkzeug oder Motorsense, mit nach Hause. Walter war auch betroffen, als vor fünf Jahren in neun Gartenhäuser eingebrochen wurde. Die Täter hatten bei ihm eine Fensterscheibe eingeschlagen, Radio und Receiver mitgehen lassen, selbst einen Handwagen, der hinter der Laube stand, "ein ganz altes Ding". Aber allein die neue Scheibe habe 150 Euro gekostet, ärgert sich der Kleingärtner.

"Das war ein großer Schreck", erinnert sich Vereinsvorsitzender Bernd Frohberg. Auch vorher hatte es Einbrüche gegeben, jedes Mal mehr aus Vandalismus, Beutezüge seien kaum vorgekommen. Dennoch achten die Gartenfreunde noch genauer darauf, alles, was Einbrecher anlocken könnte, den Winter über aus den Lauben zu nehmen. Seit Herbst 2007 sei es relativ ruhig, sagt der Vereinsvorsitzende.

Er müsse noch die letzten Tomaten abnehmen. Den Apfelbaum voller Früchte habe er für Nachbarn freigegeben, denn sein Saftvorrat sei groß genug. Christa und Wilfried Möckel haben Gebrauch davon gemacht, auch bei anderen Nachbarn. Die Mischung mehrerer Sorten ergäbe den besten Most. "Rund 40 Flaschen werden es jedes Jahr", sagt Wilfried Möckel und blickt sich mit Freude im Garten um. Die Dahlien, spezielles Hobby seiner Frau, stehen in voller Blüte, der stark gestutzte Pfirsichbaum ist dicht umrankt, das neue, große Regenfass bis oben gefüllt.

"Seeblick" umfasst 96 Gärten, entstanden aus den Anlagen "Ziegelkamp" sowie "Steindamm" in der Bützower Straße. Leerstand gäbe es überhaupt nicht. Frohberg rechnet aber damit, dass Ältere im nächsten Jahr die Parzelle abgeben, weil zum 1. Januar 2014 jeder Garten eine abflusslose Abwassergrube oder Biotoilette haben muss. Den Aufwand werde nicht jeder betreiben wollen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen