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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

14. Dezember 2017 | 17:49 Uhr

Sternberg/Warin : Kleiner Baustein für Bienenstraße

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Förderverein Naturpark Sternberger Seenland erhält Leader-Zuwendungsbescheid

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 23:20 Uhr

Vom Freilichtmuseum in Schwerin-Mueß durch das Sternberger Seenland bis in die Nossentiner/Schwinzer Heide soll eine Bienenstraße führen, eine Rundroute vor allem für Radfahrer, die zwei Naturparke miteinander verbindet. Für den ersten Schritt zu ihrer Verwirklichung  wurde am Mittwoch ein  Zuwendungsbescheid an den Förderverein Naturpark Sternberger Seenland übergeben. Das Geld ist für ein markiges Logo gedacht, das an den vielfältigen  Stationen entlang der Route für eine Wiedererkennung sorgen und Besucher ansprechen soll. Es hätten Entwürfe vorgelegen, etwa eine Biene auf dem Fahrrad, sagt der Wariner Naturparkleiter Volker Brandt, doch keines habe bei den Partnern für das Projekt Anklang gefunden, so dass nun professionell ein einheitliches Erscheinungsbild entwickelt werden soll. Dies sei ein kleiner Baustein für die Bienenstraße.

 Idee vertieft durch Projekte in der Region

 

Vorarbeit sei geleistet, spätestens Anfang Mai soll das Logo fertig sein, mit dem die bislang  an der Bienenstraße Interessierten  gut leben könnten. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg, das die Leader-Maßnahmen auf ihre Förderfähigkeit prüft und letztlich die Zuwendungen bewilligt, hatte dem  Antrag auf vorzeitigen Investitionsbeginn  zugestimmt, wie Astrid Winkelmann, Abteilungsleiterin für integrierte, ländliche Entwicklung, bestätigt. Leader steht für Regionalentwicklung, die es Menschen vor Ort ermöglicht, Prozesse mitzugestalten. Die Lokale Aktionsgruppe Warnow-Elde-Land umfasst 37 Mitglieder aus dem Altkreis Parchim, ihr Vorsitzender ist der Sternberger Noch-Bürgermeister Jochen  Quandt. Vertreten sind  die Unternehmerschaft wie auch die Verwaltung, Sozialverbände und Privatpersonen. Für den Naturpark sei Leader „ein großer Gewinn“,  meint Brandt.

Leader-Förderung: 6,3 Millionen Euro

In der Förderperiode von 2014 bis 2020 stehen der Lokalen Aktionsgruppe Warnow-Elde-Land im Altkreis Parchim etwa 6,3 Millionen Euro zur Umsetzung von Projekten zur Verfügung. 27 wurden auf der ersten Mitgliederversammlung in der neuen Förderperiode nach einem festgelegten Bewertungsschema ausgewählt. Sie werden mit insgesamt 2,2 Millionen Euro gefördert, neben Einzelprojekten bei der Bienenstraße u. a. die barrierefreie Neugestaltung des Pfarrhofs in Brüel, das Entwicklungskonzept für das Heimatmuseum Sternberg, der Lehr- und Wanderpfad Arboretum in Crivitz, das Kulturhaus Mestlin, der Skulpturenweg in Dobbertin und Wanderweg um den Dobbertiner See. Warnow-Elde-Land ist eine von 14 Leader-Regionen in  MV. In Deutschland gibt es gegenwärtig, 321, das sind 77 mehr als in der Förderperiode zuvor.

Die Idee von einer Bienenstraße sei bereits 2013 entstanden und habe sich mit entsprechenden Projekten in der Region, etwa  durch den  Imkerverein Sternberg und Umgebung sowie Dialog + Action in  Lütt Acker,  vertieft. Solche Aktivitäten zu verbinden, passe genau in das Konzept, thematische Naturparkrouten zu entwickeln, die interessierte Gäste anlocken. „Erst hatten wir nur die Honigbiene im Blick, haben uns im Verlaufe der Zeit jedoch überlegt, dass die verschiedensten Arten von Wildbienen ebenso Aufmerksamkeit verdienen“, erklärt der Naturparkleiter. Es gehe nicht zuerst um die Erzeugung von Honig, sondern um die Bestäubung sowohl von Nutz- als auch Wildpflanzen und damit um Artenvielfalt, um die zunehmend gebangt werden müsse. Die Tour auf der Bienenstraße  soll dazu viel Wissenswertes vermitteln, aber genauso die  Region näher bringen und  touristische wie gastronomische Angebote verknüpfen, damit  Umweltbildung, Regionalvermarktung und wirtschaftliche Effekte einher gehen. Mit  der Bienenstraße als eines der Leitprojekte fördert die Leader-Gruppe auch weitere Vorhaben: „Lütt Acker summt – Bienenvielfalt in Sternberg“, Streuobstwiesen in den beiden beteiligten Naturparks sowie Neugestaltung und Erweiterung des Bienenmuseums in Plau am See.

Die Route zwischen dem Stadtrand Schwerins und der Nossentiner/Schwinzer Heide könne natürlich auch mit dem Auto abgefahren werden, doch mit dem Fahrrad sei das „schöner, besser erlebbar“, findet Volker Brandt.   Es könnte  die gesamte Strecke mit Übernachtungen absolviert werden, aber genauso ein Rundkurs für einen Tag. Von Sternberg aus  kämen Touren über 30, 54 oder mehr als 80 Kilometer in Frage. Rastplätze müsste es  natürlich auch geben. Er denke zum Beispiel an Schönlage, wo sich Radwege treffen, oder an Sagsdorf, dort  zugleich für Wasserwanderer. Die zahlreichen Buswartehäuschen könnten Standorte zum Abstellen von Fahrrädern sein. Das  Konzept sei so gedacht, dass es ständig erweiterbar sei. Dazu müssten sich an der Route  Netzwerke in kleinem Rahmen bilden. Zu groß dürften sie nicht sein, hätten erste  Erfahrungen gezeigt.

Die Umsetzung sei ein längerer Prozess, „Jahr für Jahr ein Schritt“, so Brandt. 2017 stehe die Beschilderung an. Am Ende gebe es hier die deutschlandweit erste Bienenstraße.

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