Dabel : Kleine Baumeister voll begeistert

Noch klein zu sein, ist manchmal auch von Vorteil.
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Noch klein zu sein, ist manchmal auch von Vorteil.

Die Kita „Kunterbunt“ in Dabel verwandelte sich an drei Tagen zur Kinderbaustelle mit Rohrleitung, großen Steinen, Fahrzeugen und Werkzeug.

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17. Juni 2016, 21:00 Uhr

Zwei Häuser sind fertig. Und was bauen wir jetzt? René Markau muss nicht lange auf Antwort warten. Große Tore, sind sich die Kinder um ihn herum einig und machen sich gleich ans Werk. Denkt daran, die Steine immer schön im Versatz, hält der Mann die kleinen Baumeister an. Und warum baust du das Fenster zu, fragt er einen anderen Steppke. Damit keine Mücken reinkommen, kommt es prompt zurück.

Die Spaßmacher aus Stralsund machten mit ihrer Kinderbaustelle für drei Tage Station in der Dabeler Kita „Kunterbunt“. Bernd Möller hat die kleine Firma vor rund zehn Jahren gegründet und nun mit René Markau und Christoph Meyer zwei fest angestellte Mitarbeiter. Über die AOK Nordost waren sie auf Tour durch das Land. Nach dieser „erfolgreichen Testphase“ in MV, so Markau, laufen für das nächste Jahr Gespräche, das Ganze für Berlin und Brandenburg zu erweitern.


Handwerk und Gemeinschaftsgefühl


Die drei Tage in Dabel wurden direkt gebucht. „Beim Kita-Tag in Güstrow kamen wir in Kontakt und fanden gut, was den Kindern geboten wird“, erklärt die stellvertretende Kita-Leiterin Sabine Gerwien. Der Kreisverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Schwerin, der Träger der Einrichtung, übernahm die Kosten, so dass alle Kinder kostenfrei dabei sein konnten. „Und wie die beiden Männer das machen, sich mit den Kindern beschäftigen, das ist toll“, findet Gerwien. „Wir wollen Kindern das Handwerk nahe bringen und gleichzeitig das Gemeinschaftsgefühl fördern nach der Devise ,Wir bauen gemeinsam was auf‘“, sagt René Markau. Der Mess- und Regelmechaniker, der von Elektrik bis Pneumatik ein breites Spektrum gelernt hat, kam durch seinen Bruder zur Animation. Beinahe 20 Jahre mache er das inzwischen,
erzählt der dreifache Vater, dem diese Arbeit selbst sichtlich viel Freude bereitet.

Sein Chef habe mit einer Leitung aus Kunststoffrohren begonnen. Die obere Hälfte ist abgeschnitten, damit die Kinder die Bälle, die darin rollen, auch sehen. Weil Gefälle gebraucht werde, führe die Leitung über das Fahrzeug. Als Stützen dazwischen dienen leere Kästen von Mineralwasser. Um wieder was Neues bieten zu können, seien vor
einem Jahr die großen Bausteine hinzugekommen, aus denen so vieles entstehen könne. Der Fantasie der Kinder seien keine Grenzen gesetzt, so Markau. „Wir haben mit den Zweijährigen angefangen und gemeinsam gebaut. Die Großen machen das selbst. Wir schauen nur mal hin und geben Tipps. Es geht um ein gemeinsames Produkt. Und wir steigern uns täglich. Zum Abschluss kommt die große Hüpfburg mit Bob, dem Baumeister“, erklärt Markau.

Die Gruppen sollten gar nicht so lange bleiben, doch die Kinder seien von der Baustelle nicht wegzubekommen, freuen sich auch die Erzieherinnen. Das war selbst am ersten Tag so, als es regnete und das Ganze etwas beengt unter einer Überdachung stattfand. Jedes Kind bekam einen Ausweis, ohne den es nicht auf die Baustelle durfte. Die Großen haben selbst ihren Namen hineingeschrieben, so Sabine Gerwien. Und zum Abschluss gab es für jeden eine Urkunde.

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