Warin : Klassenzimmer im Schulgarten

Bei diesem Arbeitseinsatz von Mitgliedern des Fördervereins und weiteren Eltern im Wariner Schulgarten spielte das Wetter prächtig mit. Die geplante Dankeschön-Veranstaltung zum Saisonabschluss in diesem Monat fiel aber im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.  Fotos: Wariner Schulverein
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Bei diesem Arbeitseinsatz von Mitgliedern des Fördervereins und weiteren Eltern im Wariner Schulgarten spielte das Wetter prächtig mit. Die geplante Dankeschön-Veranstaltung zum Saisonabschluss in diesem Monat fiel aber im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Fotos: Wariner Schulverein

Der Förderverein der Wariner Grundschule hat reihenweise Pläne und neue Ideen – und findet bei der Umsetzung große Unterstützung.

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19. November 2015, 17:36 Uhr

Die diesjährige Saison im Wariner Schulgarten sollte eigentlich mit einer Dankeschön-Veranstaltung für die Mitglieder des Fördervereins, stets einsatzbereite Eltern, Sponsoren und Vertreter der Stadt zu Ende gehen. Für die gesellige Runde war alles vorbereitet, selbst Grillfleisch gekauft, doch dann machte den Organisatoren das Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung, das Vorhaben fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

„Bei solchem Regen und Wind macht das draußen einfach keinen Spaß. Deshalb haben wir kurzfristig abgesagt“, bedauert Sven Koch, Vorsitzender des Schulvereins. Nun werde nach einem neuen Termin Ausschau gehalten, wahrscheinlich erst im Frühjahr. Dann könne das Dankeschön vielleicht gleich mit dem Auftakt 2016 verbunden werden. Denn für das kommende Jahr gibt es weitere Pläne. Manches befinde sich zwar noch im Stadium der Idee, räumt Koch ein, doch das sei der erste Schritt. Dazu gehöre, einen Schulwald anzulegen: Jede erste Klasse pflanzt einen Baum und pflegt ihn dann. Das angrenzende Gelände zwischen Schulgarten und der geplanten neuen Kindertagesstätte würde sich dafür anbieten, meint Koch. Das wären kurze Wege für Schule und Kita. Und beide hätten etwas davon.

Im Wariner Schulgarten tut sich seit einigen Jahren wieder einiges. So wurden im Herbst 2011 für eine Streuobstwiese 20 Apfelbäume in drei Sorten gepflanzt. Der Förderverein hatte sich an der landesweiten Sonderaktion „Schule braucht Natur“ beteiligt, und Warin gehörte zu den 40 in MV, die bedacht wurden. „Ein bisschen Obst ist auch schon geerntet worden“, freut sich der Vereinsvorsitzende.

Die Wege wurden mit Holzspänen ordentlich angelegt. Die Kräuterspirale hat Form angenommen und soll im nächsten Jahr noch mehr Bewuchs erhalten. Dahinter gibt es ein Insektenhotel. Aus Weidenästen und anderen Zweigen wurde eine Benjes-Hecke aufgeschichtet. Sie hat ihren Namen vom deutschen Landschaftsgärtner, Naturfotografen und Schriftsteller Hermann Benjes (1937-2007) und bietet Vögeln wie anderem Kleingetier Unterschlupf. Der Weidendom wird auch langsam dichter. Die Arbeitsgemeinschaft mit Rita Klammer aus Brüel, ein Angebot der vollen Halbtagsschule, ist fleißig am Werk, an manchem Wochenende Mitglieder des Fördervereins, Eltern, Schüler und Lehrer.

Das bereits errichtete Hochbeet, unter dem Gabionen Insekten Schutzmöglichkeiten bieten, bekommt nächstes Jahr noch Sitzmöglichkeiten. Das Material dafür sponserte der Holzverarbeiter Ilim Timber aus Wismar. Sven Koch hat es mit Oliver Greve, Klassenleiter der 2a und Lehrer für Religion, Musik, Sport, sorgsam verstaut, buchstäblich zwischen Regenschauern an dem Tag, an dem der Dankeschön-Termin geplant war.

Die beiden Unterstände, die schon ein wenig von der Witterung gezeichnet sind, sollen aufgearbeitet, dann im Abstand von drei bis vier
Metern längs zueinander gestellt werden. Für den Zwischenraum ist eine Überdachung vorgesehen, so dass ein grünes Klassenzimmer entsteht. Oliver Greve malt sich mit etwas Fantasie schon aus, wie er dort gelegentlich unterrichtet. Klassen könnten sich in lockerer Runde treffen und feiern oder Arbeitsgemeinschaften ein Domizil finden. Um die Feuerstelle ist an eine Sitzecke gedacht.

Das alles sei natürlich ein Programm für mehrere Jahre und werde die Schule auf lange Sicht begleiten, bleibt Sven Koch realistisch. Denn es sei ehrenamtliche Arbeit und brauche Zeit. Die Wariner Grundschule strebt die Anerkennung als „Naturpark-Schule“ an und hat dazu einen Kooperationsvertrag mit dem Naturpark Sternberger Seenland abgeschlossen. Nach einer Grundidee aus Österreich, wo Naturparks und Schulen schon seit längerem kooperieren, hat der Verband Deutscher Naturparke ein entsprechendes Modellprojekt entwickelt, das nun auch in Warin verwirklicht werden soll.

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