Sternberg : Klasse Stimmung bei Bahnhofsfest

Den Anstoß zum Sternberger Bahnhofsfest hatte EcoMotion-Geschäftsführer Axel Becker (r.) gegeben. Das Unternehmen sponserte auch die Fahrten mit dem historischen Zug.  Fotos: Rüdiger Rump
Foto:
1 von 5
Den Anstoß zum Sternberger Bahnhofsfest hatte EcoMotion-Geschäftsführer Axel Becker (r.) gegeben. Das Unternehmen sponserte auch die Fahrten mit dem historischen Zug. Fotos: Rüdiger Rump

Sternberg feiert 130 Jahre Bahnhofsgebäude und zehn Jahre Vereinshaus. Viele Beteiligte bieten den Besuchern ein buntes Programm.

von
25. September 2017, 05:00 Uhr

Das Wetter spielt hervorragend mit, am und im Sternberger Bahnhofsgebäude herrscht klasse Stimmung. Das Fest für Jung und Alt würdigt zwei Jubiläen in einem Gebäude: 130 Jahre Bahnhof und zehn Jahre Vereinshaus. Der klassische Backsteinbau wurde nach der Stilllegung des Bahnverkehrs Wismar-Karow dazu umgebaut.

Den Anstoß zu dem Fest gab EcoMotion-Geschäftsführer Axel Becker. Er fand bei der Stadt wie den Vereinen schnell Verbündete. Die Idee stamme jedoch von seiner Frau, stellt Becker klar. Beide würden hier oft spazieren gehen. Und da sei ihr der Stein zum 100. Jubiläum der Bahnstrecke Wismar-Karow aufgefallen. „Dann sind es jetzt 130 Jahre, das könnte doch gefeiert werden, habe ich mir gedacht“, sagt Monika Becker.

Es wäre auch ein schöner Abschluss für ihren Mann, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Er sei Eisenbahn-Fan. Nur aus Platzmangel habe er zu Hause keine Modelleisenbahn, wohl aber Loks aller Art und Kesselwaggons im Kleinformat. Die Eisen-bahnermütze, die er jetzt trägt, habe sie ihm voriges Jahr zu Weihnachten geschenkt, erzählt Monika Becker. Und es gibt eine Verbindung von Freizeit-Leidenschaft und Tätigkeit als EcoMotion-Chef. Das Unternehmen hat nach Stilllegung der Bahnstrecke den Abschnitt zwischen Sternberg und Blankenberg übernommen, um Transporte von Biodiesel von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Als der historische Zug das erste Mal abdampft, beginnt das Programm am Bahnhof. Dicht umringt sind die jüngsten Mitwirkenden von der Kita „Sonnenschein“. Passend zum Anlass des Festes tanzen sie zum Abschluss nach dem Zuglied. Der große Korb mit Süßigkeiten, den es zum Dank gibt, werde am Montag unter allen Kindern aufgeteilt, sagen die Erzieherinnen.

Auf dem improvisierten Bühnenplatz geht es mit der Brüeler Blasmusik und den Sternberger Danzkinnings weiter. Die Klönsnacker, ebenfalls vom Heimatverein, warten im Gebäude mit unterhaltsamen Einlagen auf. „Bei dem schönen Wetter sind die Leute lieber draußen, aber wir sehen das ganz locker“, sagt „Oberklönsnackerin“ Heidrun Peter.

Auf einem Ständer in dem Raum steht die Originaluniform des langjährigen Bahnhofsvorstehers Willi Manthey. Die vier Sterne auf den Schulterklappen bedeuten Reichsbahnoberamtmann. Anke Bittermann, Vorsitzende des Heimatvereins, hat die Uniform für diesen Tag von der Witwe Mantheys erhalten. Diese lebt wie Kinder, Enkel und Urenkel in Sternberg. Vorzeiten haben Mantheys im Obergeschoss des Bahnhofs gewohnt.

Ständig in Bewegung sind die Mitglieder vom Demokratischen Frauenbund (dfb) an ihrem Kuchenstand . Die Tafel beteiligt sich mit Bücherbasar und Flohmarkt. „Das tut uns gut und erleichtert das Lager etwas“, sagt Vereinsvorsitzender Bruno Pischel. Mitglieder vom Sternberger Carnevalsclub (SCC) betreuen die Hüpfburg, „damit nichts passiert“, wie SCC-Präsidentin Andrea Thiele sagt. Die farbenfreudige Ritterburg gehört zur Ausstattung des Anhängers vom Heimatverband MV, der in Sternberg seinen Platz hat und allen Kommunen des Amtes zur Verfügung steht. Der SCC kontrolliert außerdem die Karten für den historischen Zug. Die werden wie früher gelocht. Den Verkauf hat hier der Verein Sternberg und Mehr übernommen.

Der Jugendklub von Dialog + Action ist Anziehungspunkt für Kinder – ob Schminken, Quiz oder Geschicklichkeitsspiele. Beim heißen Draht wird eine ruhige Hand gebraucht. Es ist eine Metallschlinge um eine Kupferbahn zu führen, ohne die zu berühren. Passiert das, leuchtet eine Lampe auf. Kay und Sandriena Ahrens, die mit den Töchtern Julia (13) und Kim (7) alles mal durchgehen wollen, haben ihren Spaß.

Aus drei Generationen kommen Sabrina und ihre Mutter Elke Neumann sowie der vierjährige Pepe Paul Klähn. Dessen Schwester Pauline (7) sei gerade beim Kinderschminken, erzählt Sabrina Neumann. Sie findet es gut, „dass auch für Kinder was gemacht wird“, sagt die junge Mutter. Und gemeinsam freuen sie sich schon auf die Fahrt mit dem historischen Zug.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen