Warin : Klasse Musik, Blumen, Sektrunde

Die Wariner Kirchenband „Irlichter“ begeisterte wieder mit bekannten und weniger bekannten Melodien aus Irland: Martin Grafenberger, Dorothea Kunert, Silke Fittschen, Sandra Wendt, Heinz-Holger Helinski, Dr. Bettina Westphal und Dietrich Halm(v.l.).  Fotos: Rüdiger Rump
1 von 5
Die Wariner Kirchenband „Irlichter“ begeisterte wieder mit bekannten und weniger bekannten Melodien aus Irland: Martin Grafenberger, Dorothea Kunert, Silke Fittschen, Sandra Wendt, Heinz-Holger Helinski, Dr. Bettina Westphal und Dietrich Halm(v.l.). Fotos: Rüdiger Rump

Beim zweiten irischen Abend im Wariner Haus der Zukunft gab es auch eine kulinarische Auswahl, ein Bild von Brunhilde Handorf und den ersten Hochzeitstag eines syrischen Paares.

von
31. Januar 2016, 21:30 Uhr

Es sei ein bisschen eng, aber das müsse so sein, „in Irland, das wissen wir, ist das in den Pubs auch so“, beginnt Dorothea Kunert gewohnt locker. Das Haus der Zukunft ist beim zweiten irischen Abend wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, auch der kleine Nebenraum mit Küche. Die Musik ist hier durch ein Fenster genauso gut zu hören, die Kirchenband „Irlichter“ allerdings nur teilweise bzw. von hinten zu sehen. „In der Pause können wir tauschen“, bietet Kunert lachend an. „Nein, nein“, kommt es von Rang zwei. Alle würden gut sitzen.

Flotte Rhythmen und Balladen folgen aufeinander, ganz bekannt oder weniger, instrumental oder mit Gesang. Die Stimmen, die voller Abwechslung sind, bringen noch das gewisse Etwas. Kunert führt launig durch den Abend. Dass sie total aufgeregt ist, wie sie am Rande leise gesteht, sollte ihr niemand anmerken.

So vielfältig wie das Repertoire ist auch die Besetzung der „Irlichter“: Gitarristin Bettina Westphal aus Neukloster ist Zahnärztin, Silke Fittschen an der Flöte von Beruf Lehrerin und Dolmetscherin, Frontfrau Dorothea Kunert, ebenfalls Flöte, Pastorin, Schlagzeuger Heinz-Holger Helinski Mitarbeiter bei der Landeskirche, Martin Grafenberger am
Akkordeon, ein begeisterter Jazzer, hat als Rechtsanwalt gearbeitet. Geige spielt Apothekerin Sandra Wendt und bekam im Vorjahr Verstärkung durch Dietrich Halm, bis 1992 Apotheker in Brüel. Er habe „schon zehn Jahre nichts mehr gemacht“ und sehe es nun als Herausforderung, in der Band zu spielen, erzählt der 77-Jährige. Sein Sohn Martin betreibe die Apotheke in Warin, und so sei er mit Wendt über die „Irlichter“ ins Gespräch gekommen. Den richtigen Anstoß habe ihm dann Dr. Ulrich Meyer von der „Dachkammerband“ aus Brüel gegeben. Dieser sei beim ersten irischen Abend ganz begeistert von den „Irlichtern“ gewesen. Seit der Kindheit, so Halm, habe er auf der Geige Klassik gespielt, im Schülerorchester und als Student in Rostock, dort auch mit einem Pianisten fast jedes Wochenende Salonmusik.

Mit der irischen Hymne „A Nation once again“ geht es in die Pause. Dazu stehen alle auf, natürlich auch das Publikum, das mitsingen soll. Bei der zweiten und dritten Wiederholung des Refrains klappt das mit dem Text immer besser.

Jetzt ist auch mehr Zeit für die kulinarischen Angebote bei Jana Kosmalla und Sohn Eric (14) sowie Ines Reeck. Putengeschnetzeltes mit Paprika in zwei Varianten haben Mutter und Sohn zubereitet, die irische Suppe Dorothea Kunert. Bei guten Bekannten werde oft irisch gekocht, und das schmecke immer, erklärt Jana Kosmalla. Deshalb habe sie das zu Hause auch gemacht. Und Eric, der beim irischen Abend stilecht mit schwarzer Fliege zudem kellnert, betätige sich genauso gern als Koch. Er favorisiere Salate, jetzt jedoch das Putengeschnetzelte in Currysahnesoße. Lecker! Alle Helfer machen das ehrenamtlich, betont Kunert, der gesamte Erlös des Abends komme dem Haus der Zukunft zugute.

Brunhilde Handorf aus Groß Labenz bekommt einen Blumenstrauß, denn sie hat der Kirchengemeinde ein Acrylbild „Fensterblick“ geschenkt. Beim irischen Abend vor einem Jahr war ihr eine freie Wand aufgefallen, die nicht so bleiben sollte. „Wir haben noch eine freie Wand“, fügt Dorothea Kunert augenzwinkernd an. Es dürfte nicht schwer zu erraten sein, was aus der wird.

Und dann gibt es noch überraschend eine Sektrunde. Maysaa Rahban und Alshaar Wael aus Syrien leben seit sieben Wochen in Warin und haben nun ihren ersten Hochzeitstag. An sich nichts besonderes, meinen sie, aber schon, weil sie den in Freiheit feiern können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen