Sternberg : Klasse Gesang von 50 Stimmen

Die Vorsitzende des Schulfördervereins Petra Rauchfuß und Vorstandsmitglied Anja Nietsche nehmen den Bescheid von Minister Mathias Brodkorb (v.r.) entgegen.
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Die Vorsitzende des Schulfördervereins Petra Rauchfuß und Vorstandsmitglied Anja Nietsche nehmen den Bescheid von Minister Mathias Brodkorb (v.r.) entgegen.

Der Chor von Verbundener Regionaler Schule und Gymnasium Sternberg erlebt jeden Sommer einen Umbruch. Minister Mathias Brodkorb übergibt einen Förderbescheid für Chorlager 2016 und 2017.

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03. Juni 2016, 23:00 Uhr

Sie sind zwischen 14 und 18 Jahre alt und haben eines gemeinsam: Sie singen gern. Zu dem Chor gehören um die 50 Mädchen und Jungen aus Verbundener Regionaler Schule und Gymnasium „David Franck“ in Sternberg. Die Zahl schwanke immer ein wenig, sagt Chorleiterin Kerstin Gidde, die Deutsch und Musik unterrichtet. Jetzt fehlen ohnehin die angehenden Abiturienten, die in den mündlichen Prüfungen stecken. Im Foyer des Neubaus trat der Chor gestern völlig außer der Reihe auf – zur Übergabe eines Förderbescheides durch Kulturminister Mathias Brodkorb.

Der Förderverein der Schule, der eine Reihe von Projekten unterstützt, so dessen Vorsitzende Petra Rauchfuß, erhielt 3000 Euro aus Mitteln der allgemeinen Kulturförderung, wie es amtlich heißt, „als Anschubfinanzierung“ für Chorlager 2016/ 2017. Die gleiche Summe ging gestern an den Verein Goldbergkunst für sein Ausstellungsprogramm, mit 2000 Euro bedacht wurde der Kultur- und Heimatverein Dobbertin für die Anschaffung eines neuen Galerieschienensystems und die Digitalisierung von Bildmaterial. „Das Land unterstützt diese drei Kulturprojekte, weil sie das kulturelle Leben in der Region bereichern“, so der Minister.

Das nächste Chorlager findet im November statt. Dort wird ein neues Programm einstudiert und das Weihnachtskonzert vorbereitet. Dann
haben sich auch die Neuen im Chor, der jedem ab der neunten Klasse offen steht, „gern auch mehr Schülern als bisher aus dem Regionalschulteil“, so Gidde, eingewöhnt. Er erlebt jedes Jahr einen mehr oder weniger großen Umbruch. Jetzt verlassen ihn fünf frisch gebackene Abiturienten, darunter drei Jungen, bedauert Gidde ganz besonders, da das männliche Geschlecht weit in der Unterzahl ist. Doch stets seien jene, die nach der Schulzeit „mit einem Seufzer“ weggehen, am besten ausgebildet. Wenn die Chorleiterin dann erfährt, wer beim Studium mit der Musik weiter macht oder gar selbst ein Ensemble übernimmt, sei die Freude umso größer und sie sage sich, „es hat doch was gebracht“.

Die 52-Jährige, die aus Sachsen-Anhalt stammt, in Güstrow studierte und jetzt in Plau am See wohnt, sieht sich weniger als Chorleiterin, sondern „eher als Pädagogin“, die den jungen Leute Werte vermitteln möchte, „Verantwortung auch für andere zu übernehmen, sich in einer Gruppe aufgehoben zu fühlen, etwas zu leisten und darauf stolz zu sein“.

„Unheimlich stolz“ auf den Chor ist auch Schulleiterin Petra Langpap. Er sei „eine Bereicherung und ein Aushängeschild“ der Schule, sagte sie und zitierte den oft gebrauchten Satz: Wo man singt, da lass dich nieder, nur böse Menschen kennen keine Lieder.

Das Repertoire, aus dem die Schüler gestern selbst eine kleine Auswahl trafen, reicht „von modernem Pop bis zu traditionellen Liedern, die qualitativ am meisten abverlangen, weil sie für Chormusik ausgearbeitet wurden“, sagt Gidde. Das Programm stelle sie zusammen. Mag es auch verwundern, dass sie als Deutschlehrerin überwiegend Titel in Englisch auswählt, so findet sich schnell eine Erklärung: Das Singen im Chor soll „persönlich Spaß machen. Die Schüler sind jung und mögen nun mal am liebsten englische Musik“, sagt die 52-Jährige. Es seien aber auch mehr deutschsprachige Titel dazugekommen, wie „Bedingungslos“ von Sarah Connor. Ihr Lieblingstitel sei übrigens „Amazing Grace“, ein altes spirituelles Lied, obwohl sie nicht religiös sei. Kerstin Gidde leitet den 1989 gegründeten Chor seit 1998. Sie habe „nicht immer Musik unterrichtet, sondern dual studiert“, weil Musiklehrer gesucht wurden und sie Gitarre spielen konnte.

Der Minister verkündete in Sternberg noch gleich ein neues Angebot: Darstellendes Spiel als Unterrichtsfach. Auf seine Frage, wer daran Interesse hätte, gingen zahlreiche Hände hoch. „Das ist längst überfällig“, meint die Chorleiterin, denn dabei sei noch mehr Kreativität gefragt als beim Singen.

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