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Amt Sternberger Seenlandschaft : Klasse Dorfbilder aus der Luft

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Michael Schwertner nutzt seine Drohne für die Präsentation des Amtes Sternberger Seenlandschaft. Die Genehmigung vom Ministerium ist mit klaren Auflagen verbunden.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Es dauert nur wenige Minuten, bis Michael Schwertner seine Technik startklar hat. Die Drohne mit der Kamera fährt wie ein Computer langsam hoch, „läuft sich warm und checkt die Systeme“. Er hat sich inzwischen die Apparatur mit Monitor und Rechner umgehängt, unterhalb befestigt ein kleines Steuergerät mit zwei Joysticks. Über die kann Schwertner auch später die Drohne, wenn sie hoch in der Luft ist, dirigieren, vor und zurück, nach links und rechts, oder drehen. Die
Kamera hält sich gerade, kann aber auch abschwenken, wenn das Motiv das verlangt. Ihr Neigungswinkel lässt sich genauso einstellen wie der Intervall, in dem die Fotos geschossen werden. Jetzt erfolgt das selbstständig im Abstand von zehn Sekunden.

Bei starkem Wind wäre irgendwann Schluss

Schwertner hat kurzfristig den Entschluss gefasst, nach Witzin zu fahren. Denn ein Blick in die Baumspitzen hat ihm gezeigt, dass kaum Wind weht. Woanders hilft ihm zuweilen eine Fahne am Mast. Hängt die schlaff herunter, geht es los. Bei kräftigem Wind lohne es nicht, die Drohne auszupacken. „Die kann zwar bis zu einer gewissen Stärke gegenhalten, doch irgendwann wäre Schluss und das Vorhaben vergebene Mühe“, weiß der Brüeler aus Erfahrung.

Nach Witzin ist er gefahren, um dort Bilder aus der Luft für die neue Präsentation des Amtes Sternberger Seenlandschaft im Internet zu machen. Die Benutzer gelangen nun über die Startseite mit einem Klick zu der gewünschten Gemeinde (wir berichteten). Ganz oben steht ein großes, repräsentatives Luftbild. Für die ersten Gemeinden hat Schwertner als Webmaster die Fotos und Informationen fertig, nach Hohen Pritz zunächst Kobrow und jetzt Witzin.

Er hat sich auf den Parkplatz vor Gemeindehaus und Feuerwehr gestellt. „Ich verstecke mich nicht, suche mir immer einen öffentlichen Platz“, versichert der Mann mit der Drohne. So könne er angesprochen werden, wenn jemand das Fluggerät etwa hoch über seinem Grundstück gesehen hat, sich aber nicht erklären konnte, woher es kam und wozu es dient. Und sein Tun werde häufig von neugierig bis begeistert hinterfragt, gelegentlich aber auch in unfreundlichem Ton. „Ich kann voll verstehen, dass die Leute wissen wollen, was ich da treibe. Wenn ich es ihnen dann erklärt habe, finden sie es auch in Ordnung, bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen“, so Schwertner.

In Witzin kommt niemand um zu fragen. Die Drohne vom Typ DJI Phantom 3 steigt zunächst auf 25 Meter. Das ist zu niedrig, reicht nicht für Draufsichten, um die es hier geht. Der Fotomann bringt das Gerät auf
70 Meter. Aus dieser Höhe entstünden die besten Aufnahmen. Außerdem werde so von keinem die Privatsphäre gestört. Schwertner hat kein Verständnis für jene, die ihre Drohne in geringer Höhe über Privatgrundstücke fliegen lassen, um die vielleicht auszuspionieren oder die Nachbarin im knappen Bikini aufzunehmen. Eine Handhabe gegen privaten Gebrauch gebe es allerdings kaum, weiß Schwertner. Erst bei Veröffentlichungen im Netz rücke die fragliche Angelegenheit in ein anderes Licht, vor allem, wenn dort jemand unvermittelt ein Foto von sich entdeckt.

Der Mann aus dem Rathaus besitzt hingegen eine „Allgemeinerlaubnis zum Aufstieg von unbenannten Luftfahrtsystemen“, ausgestellt vom Schweriner Ministerium für Energie, Infrastruktur und Gemeindeentwicklung. Die sei jedoch an klare Auflagen gebunden. So dürfe er die Drohne nicht über Menschenansammlungen, Justizgebäuden, Katastrophengebieten und Unfallorten aufsteigen lassen. Ersteres zur Sicherheit, denn dass selbst Hightech einmal ausfallen und das Fluggerät abstürzen könnte, lasse sich nie völlig ausschließen. Deshalb müsse auch eine spezielle Versicherung vorliegen, falls jemand durch einen Absturz zu Schaden komme. Die Deckungssumme betrage fünf Millionen Euro.

Maximal 100 Meter hoch und in Sichtweite

Vorgeschrieben sind ebenfalls 100 Meter als Maximalhöhe, und die Drohne muss in Sichtweite bleiben. Ist nur noch ein winziger Punkt am Himmel auszumachen, ist sie aber zumindest zu hören. Der Akku reicht für etwa 25 Minuten. So lange braucht Schwertner in Witzin längst nicht. Er hat genug Bilder, von denen nun eine Auswahl unter www.amt-ssl.de zu sehen ist.

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