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Barrierefreier Zugang zur Kirche : Kirchturm erhält solides Fundament

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Die Männer der Firma Freitag aus Crivitz trotzen dem Schmuddelwetter, das ihnen die Arbeit an der Brüeler Stadtkirche zusätzlich erschwert. Doch das Fundament muss freigelegt werden, damit der Turm gesichert werden kann.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2011 | 10:48 Uhr

Brüel | Die Männer der Firma Freitag aus Crivitz trotzen dem Schmuddelwetter, das ihnen die Arbeit am Turm der Brüeler Stadtkirche zusätzlich erschwert. Der aufgeweichte Boden klebt und ist rutschig zugleich. Doch die Männer müssen das Fundament freilegen, damit der Turm gesichert werden kann. Denn große Risse und nach außen gedrückte Steine im Mauerwerk haben auch nach außen sichtbar gemacht, dass dringender Handlungsbedarf besteht. "Der Turm steht auf einer so genannten Packlage, d. h. in die Tiefe aufgeschichtete Feldsteine dienen als Fundament. Das geht bis zu zwei Meter tief. Diese Packlage gilt es nun durch Anker zu sichern", sagt Hans-Heinrich Erke, Baubeauftragter der Kirchgemeinde. Dass die Arbeiten so umfangreich werden, war vorher nicht abzusehen, sagt er. "Wir hatten angenommen, dass der Turm auf einem 40 Zentimeter tiefen Fundament steht", sagt Pastorin Anne Arnholz. Dem Zustand des Turms ist es u. a. auch geschuldet, dass die Glocken über Jahre nicht geläutet werden durften und auch jetzt nach Sicherungsmaßnahmen innerhalb eines früheren Bauabschnitts nur maßvoll (SVZ berichtete).

Warum der Turm diese deutlichen Schäden aufzeigt, bleibe aber noch ein Rätsel, sagt Erke. Im Turm wurde inzwischen auch der Fußboden aufgenommen und bis zur dritten Packlage der Feldsteine eine Probebohrung durchgeführt. Wo jetzt deshalb nur Sand und die oberste Schicht der Feldsteine zu sehen sind, soll nach Abschluss der Arbeiten eine Betonplatte liegen. "Im Zuge der Bauarbeiten streben wir an, den Zugang zur Kirche barrierefrei zu gestalten", kündigt der Baubeauftragte an. "Das ist uns ganz wichtig. Menschen mit einem Rollator oder mit Gehstützen haben bislang enorme Schwierigkeiten, vom Turm in die Kirche zu kommen", weiß die Pastorin. Zurzeit geht dies nur sehr umständlich vom Spiegelberg aus. "Wir arbeiten an einer besseren Lösung, deren Umsetzung dann aber aus eigenen finanziellen Mitteln bezahlt werden muss", so die Pastorin. Wie auch der Treppenaufgang in der Ernst-Thälmann-Straße, der erneuert werden muss, weil die Benutzung schon "sehr gefährlich ist", sagt Erke. Eine wichtige weitere Voraussetzung sei auch, dass der Bordstein an einer Stelle abgesenkt wird. Es gebe Überlegungen von Manfred Grezella und ihm, bei einer Erneuerung des Pfarrhofes zwei, drei Behindertenparkplätze zu schaffen, so Hans-Heinrich Erke. "Vis-a-vis dem Rathaus gibt es eine Treppenanlage, an der eine Rampe angebracht werden könnte, die dann den barrierefreien Zugang auf den Kirchenplatz ermöglicht", nennt er die Pläne.

Aufgrund der Bauarbeiten am und im Turm kann die Kirche derzeit nur über eine Notbehelf-Gasheizung erwärmt werden, so dass die Gottesdienste im Gemeinderaum stattfinden. Nicht aber das Adventskonzert am Sonntag, dem 3. Advent, um 17 Uhr und die beiden Christvespern am Heiligen Abend - dafür geht es wieder in die Kirche hinein, allerdings über die beiden Seiteneingänge. Und auch die Glocken werden am 24. Dezember geläutet. Dafür stellt sich Baubeauftragter Hans-Heinrich Erke eine Leiter an den Zugang im Turm und klettert hinauf. Das hat er schon zum Ewigkeitssonntag so gemacht, um die Glocken zu läuten. Dass während der Bauphase einem Dritten zu überlassen, sei ihm denn doch zu gefährlich, sagt er.

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