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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. Oktober 2017 | 15:59 Uhr

Dabel : Kinder zwischen Nazis und Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Unser Leser Sebastian Laube wendet sich mit einem Brief an Landrat und Stellvertreter: Wo bleibt die Fürsorge der Politik?

von
erstellt am 12.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Mit Sorge wendet sich unser Leser Sebastian Laube aus Kobrow mit einem offenen Brief, den auch unsere Redaktion erhielt, an Landrat Rolf Christiansen und dessen Stellvertreter Wolfgang Schmülling. Anlass ist die geplante Unterbringung von 66 syrischen Asylbewerbern im ehemaligen Schullandheim Dabel, direkt neben der Kindertagesstätte „Kunterbunt“. Die NPD will das nutzen, um Ängste sowie Hass gegen Ausländer zu schüren und führte am Freitagabend vor der Kita eine Kundgebung durch, der sich zahlreiche Menschen entgegen stellten, um für Toleranz und Menschenrechte zu werben (wir berichteten).

„Der kleine Ort Dabel mit seinen ca. 2000 Einwohnern wird voraussichtlich ohne Probleme über 600 Flüchtlingen eine Unterkunft anbieten. Er würde damit einen großen Beitrag zur derzeitigen Krisenbewältigung leisten“, heißt es in dem Brief. Die Eltern seien jedoch erst wenige Tage vor dem ersten, inzwischen verschobenen Einzugstermin informiert worden. „Kinder in die erste Reihe eines solchen sozialen Brennpunktes zu setzen, ist für viele Eltern inakzeptabel und Grund zu großer Sorge“, schreibt Laube weiter.

„Ich möchte deutlich darauf verweisen, dass sich Flüchtlinge und Kinder im gleichen Gebäude aufhalten werden. Das macht diese Situation besonders!“ Alle möglichen Probleme der letzten Monate würden sich somit direkt und unvermeidbar auf die Kita auswirken. Komme es, wie bereits vielfach geschehen, zu Bränden, werde neben dem Flüchtlings- auch der Kitabereich des Gebäudes in Flammen stehen.


Eltern könnten nicht nachvollziehen, dass diese Gefahrenlage nicht gesehen und ein solches Vorhaben bewilligt werde. 15 Familien hätten am ersten Elternabend gekündigt, viele andere aber keine alternativen Unterbringungsmöglichkeiten gefunden. Sie würden entgegen ihrer großen Sorgen um das Wohl der Kinder gezwungen sein, die Situation zu ertragen oder aber ihre Arbeitsplätze zu opfern. Die Folgen seien Hilflosigkeit, Stress und Zorn.

Die Eltern hätten kein Problem damit, dass der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) humanitäre Hilfe anbietet. Und niemand beschwere sich, dass der ASB auch seine wirtschaftlichen Ziele berücksichtigen müsse. „Viele Eltern fordern jedoch, noch vor dem Einzug der Flüchtlinge eine Alternative für die Kinderbetreuung zu erhalten.“ Demzufolge heißt es weiter: „Verlegen Sie die Kita in ein anderes Gebäude! Schützen Sie die Kinder vor möglichen Konfliktsituationen und Katastrophen.“ Die geplante Einquartierung in das gleiche Gebäude gefährde, wie der letzte Freitag gezeigt habe, auch den sozialen Frieden in der Bevölkerung, schreibt unser Leser und richtet den dringenden Appell an den Landrat: „Bitte handeln Sie!“ Zum Abschluss schreibt Sebastian Laube: „Als Vater dreier Kinder sehe ich es als meine Aufgabe, deutlich auf diesen Sachverhalt aufmerksam zu machen. Eine konstruktive Lösung für alle Beteiligten ist hier noch möglich.“
 

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