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Kurioser Einsatz in Warin : Kinder-Klobrille übern Kopf gezogen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Mit „viel Butter und sechs Händen“ dreijährigen Steppke aus misslicher Lage befreit.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 20:54 Uhr

Seit 16 Jahren ist Stephan Buchs bei der Freiwilligen Feuerwehr Warin, „aber an einen solch kuriosen Einsatz kann ich mich nicht erinnern“, so der stellvertretende Wehrführer gegenüber SVZ. Von der Leitstelle Westmecklenburg wurde  am Sonnabend  gegen 15 Uhr folgender Text an die Wariner Kameraden zwecks Hilfeleistung übermittelt: „Klobrille über den Kopf gezogen, es gibt kein zurück.“

„Da mussten wir schon etwas schmunzeln; aber wir wollten und konnten den Einsatz professionell abarbeiten“, bemerkt Buchs im Nachgang.

Was war passiert? Ein dreijähriger Junge hatte sich einen Kinderaufsatz für die Toilette sozusagen als Schal über den Kopf gezogen. Das Problem war nun aber der „Rückweg“. Nach verzweifelten Versuchen der Eltern riefen diese schließlich die 112. Und so rückten die Wariner Kameraden – da sie nach der Leitstellen-Meldung nicht genau wussten, was wirklich passiert war  – mit 14 Mann samt Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) und Tanklöschfahrzeug (TLF) aus. „In die Wohnung gingen wir aber nur zu dritt. Mit viel Butter und sechs  Händen konnten wir den Jungen aus seiner misslichen Lage befreien. Auch wenn es doch ein etwas kurioser Einsatz war, haben wir dem kleinen Mann gerne geholfen“, so Buchs.

Nach 20 Minuten war der Einsatz beendet. „Dem Jungen ging es übrigens nach der Befreiung gleich wieder gut“, bemerkt der stellvertretende Wehrführer. Ja, der Steppke kam, so Buchs, als die Kameraden in der Wohnung waren, „stolz und froh in die Küche gelaufen“. So sind eben die Dreijährigen, für den kleinen Wariner war der locker am Hals über die Schultern hängende Toiletten-Aufsatz  einfach nur lustig. Im Gegensatz zu den besorgten Eltern. Aber die Kameraden fanden ja schnell eine Lösung und befreiten den Jungen von seiner besonderen Halskrause.

Stephan Buchs musste auch gestern noch über diesen wahrlich nicht alltäglichen Einsatz schmunzeln. Er hat vollstes Verständnis dafür, dass die besorgten Eltern die 112 wählten. „Natürlich hätten sie mit dem Kind auch ins Krankenhaus fahren können, aber es war schon okay, in dem Fall die Feuerwehr zu rufen. Auf alle Fälle war es nicht übertrieben“, betont Buchs; der in seinen 16 Jahren schon ganz andere Einsätze erlebte, wo man sich fragen konnte: Ist das noch eine Aufgabe der Feuerwehr?

„Lieber helfe ich einem kleinen Kind bei so etwas als 40 Bäume im Jahr von der Straße zu räumen“, bekennt der erfahrene Wehrmann, um hinzuzufügen: „Welches Kind kann später in der Schule schon sagen, dass die ganze Feuerwehr wegen ihm ausrückte.“

Nicht nur für den Dreijährigen und dessen Eltern wird der  13. Februar 2016 für immer unvergessen bleiben – auch für die Wariner Feuerwehrleute.

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