Sternberg : Kinder freuen sich auf die Schule

Schultüten gibt es für Jan-Maurice Heise, Lara-Michelle Mayer und Steven Glaus (v.l.) schon vor der heutigen großen Feier. Die Sternberger Tafel lädt seit Jahren aus den Familien, die bei ihr Kunden sind, die Schulanfänger vorher ein.  Fotos: Rüdiger Rump
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Schultüten gibt es für Jan-Maurice Heise, Lara-Michelle Mayer und Steven Glaus (v.l.) schon vor der heutigen großen Feier. Die Sternberger Tafel lädt seit Jahren aus den Familien, die bei ihr Kunden sind, die Schulanfänger vorher ein. Fotos: Rüdiger Rump

Die Sternberger Tafel lädt jedes Jahr Schulanfänger zu einer kleinen Vorfeier ein. Beim Sommercamp in Bolz wurden erstmals Kinder zu Helfern.

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01. September 2017, 20:45 Uhr

Es ist für Jessica Heise das erste Schulkind. Sie freut sich mit Jan-Maurice, dass er nun in die 1. Klasse kommt. „Ich habe schon mal geübt, wie in der Schule geschrieben wird, damit ich ihm zu Hause helfen kann. Das ist doch ein bisschen anders als bei Erwachsenen“, meint die junge Mutter. Welche Unterrichtsfächer er haben wird, weiß der Siebenjährige noch nicht genau. Ist ihm auch egal, er freut sich auf alle, wie er sagt.

Jan-Maurice gehört zu den drei Schulanfängern, die die Sternberger Tafel zu einer kleinen Vorfeier im Vereinshaus eingeladen hat, bevor heute alle Abc-Schützen der Alexander-Behm-Schule ihren großen Tag im Hotel Dreiwasser erleben. Das wird schon länger als zehn Jahre so gehandhabt, seit es die Tafel in Sternberg gibt, sagen der Vereinsvorsitzende Bruno Pischel und Schatzmeister Reinhard Dally im SVZ-Gespräch. Die Kinder kommen aus Familien, die als Kunden der Tafel mit Lebensmitteln unterstützt werden.


Vom kleinen Teddy bis zum Radiergummi


„Drei sind diesmal wenig“, stellt Heidi Barz fest, „im Vorjahr waren es fünf und davor sogar sieben.“ Sie war über 40 Jahre Lehrerin, „mit Leib und Seele“, sagt die Sternbergerin, und unterstützt gern diese kleine Feier. Barz hat eine Schultüte mitgebracht, packt die nach und nach aus und fragt, was diese Dinge wohl in der Schule zu suchen hätten. Zuerst kommt ein kleiner Teddy zum Vorschein. Der sei nicht neu, ihr aber umso mehr ans Herz gewachsen. Woran man hängt, ein Freund, wäre auch in der Schule wichtig, meint die langjährige Lehrerin. Dann geht es weiter mit Gegenständen für den Unterricht – von der Lupe, um Pflanzen und Tiere näher zu betrachten, über Buntstifte, Schere oder Stundenplan bis zu Buchstaben und Ziffern. Letztere kennen die Kinder schon alle. Und der Radiergummi helfe, wenn mal etwas nicht gelungen sei. Sie sollten dann nicht mutlos werden, sondern es erneut versuchen, gibt Barz den Kindern mit auf den Weg. Sie bekämen „super“ Lehrerinnen, bei denen sie viel lernen würden.

Aus der Schultüte holt Heidi Barz auch Fotos von Auftritten der Sternberger Danzkinnings, die in hübscher Kleidung Volks- und moderne Tänze einstudieren. Wer Lust habe, und damit seien natürlich alle Schulanfänger gemeint, könne zur Übungsstunde am Montagnachmittag kommen, vielleicht auch nur eine halbe Stunde zuschauen. Sie und ihr Ehemann Rudi Barz würden sich über weitere Kinder in der Gruppe freuen.

Nachdem die angehenden Erstklässler so gut mitgemacht hätten, sollten sie nun nicht länger auf ihre Schultüten warten, liebevoll gefüllt von den ehrenamtlichen Helferinnen der Tafel. Und Heidi Barz liest für jedes Kind extra einen Spruch vor. Das Papierblatt ist laminiert und gibt es mit nach Hause.

Während Jan-Maurice mit Diego (3) einen kleinen Bruder hat und zu Hause das erste Schulkind ist, wissen Steven und Lara-Michelle von ihren älteren Schwestern einiges über die Schule. „Die beiden Mädchen spielen auch Schule“, erzählt Mandy Mayer, die Mutter von Lara-Michelle und ihrer Schwester Leonie-Chantal (9), schmunzelnd. Es sei richtig nett, dabei zuzusehen.

Steven hat drei größere Schwestern, sagt seine Mutter Tanja Glaus. Tarja Michele (9) ist bei dieser Feier dabei. Sie kommt in die dritte Klasse. Ihr macht die Schule Spaß, erzählt sie, am liebsten mag sie Deutsch. Und mit ihrem Bruder hat sie schon Zahlen geübt.

Freudig und stolz nehmen die drei Abc-Schützen ihre Schultüten in den Arm. Diese kleine Feier ist jedes Jahr ein Höhepunkt der Sternberger Tafel genauso wie die Kinderfreizeit in Bolz. Die erlebten in diesem Jahr 24 Mädchen und Jungen, darunter zwei, die als Helfer tätig waren. „In diesem Jahr hatten wir es erstmals, dass aus Kindern Helfer werden“, sagt Tafel-Vorsitzender Bruno Pischel. „Sie sind damit aufgewachsen, waren als Kinder in dem Camp. Ich finde es toll, dass sie das jetzt mitgestalten. Daraus entwickelt sich Ehrenamt“, meint Pischel. Die Kinderfreizeit leite seit Jahren Elke Kasten, Schulsozialarbeiterin in Sternberg und ehrenamtlich Vorstandsmitglied für Jugendarbeit bei der Tafel. Ihr zur Seite stehe Doreen Blum. Sie sei Kundin bei der Sternberger Tafel gewesen und unterstütze das Camp, auch nachdem sie Arbeit gefunden habe und die vorherige Unterstützung nicht mehr benötige. Von solchem ehrenamtlichen Engagement lebe die Tafel, sagt ihr Vorsitzender, ob Unterstützung mit Lebensmitteln, Kinderfreizeit in Bolz oder kleine Feier für die Schulanfänger.

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