Am Roten See Brüel : Keschern, basteln oder klettern

Gespannt schauen Lukas und Nathalie Fischer aus Neukloster, was sie mit dem Kescher aus dem Wasser gefischt haben. Ihr Vater Gunther Zapf verfolgt das ebenso interessiert.  Fotos: Rüdiger Rump
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Gespannt schauen Lukas und Nathalie Fischer aus Neukloster, was sie mit dem Kescher aus dem Wasser gefischt haben. Ihr Vater Gunther Zapf verfolgt das ebenso interessiert. Fotos: Rüdiger Rump

Umweltbildung und vor allem viel Spaß: Beim 3. Natur-Erlebnis-Festival am Roten See gab es noch mehr Stationen als im Vorjahr.

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20. August 2016, 05:00 Uhr

Um alle Stationen zu schaffen, braucht es seine Zeit: Beim Natur-Erlebnis-Festival am Roten See in Brüel, das gestern zum dritten Mal stattfindet, gibt es noch mehr Stationen als in den Vorjahren. Was Anklang gefunden hatte, ist wieder dabei, ganz vorn in der Gunst etwa Baumklettern und Bogenschießen. Ein Teil der Angebote richtet sich auch an Erwachsene, es ist ein Aktionstag für die ganze Familie. Und Eltern finden Anregungen, wie sie mit ihren Kindern auf einfache Art die Natur kennen lernen und erleben können.

Am Stand des Naturparks Sternberger Seenland, der mit seinem Förderverein sowie Landesforst und einer ganzen Reihe weiterer Partner eingeladen hat, können Besucher erstmals Kescher ausleihen, um zu entdecken, was am Rand des Sees alles lebt.


Probate Utensilien für Entdeckungen in der Natur


„Das Keschern ist unschlagbar wie die Becherlupe an Land“, sagt Rita Klammer vom Imkerverein Sternberg und Umgebung. Die Kinder fangen ein, was ihnen vor die Füße kommt, werden nicht gebissen oder gestochen, können die Lebewesen betrachten und bestimmen und dann wieder freilassen. „Die Kinder lieben das“, weiß die Brüelerin aus ihrem Bienengarten. Kescher wie Becherlupe würden „ein paar Euro“ kosten, seien aber probate Utensilien für Entdeckungen in der Natur.

Lukas (11) und Nathalie (9) Fischer aus Neukloster stehen am Ufer, tauchen abwechselnd einen Kescher in das seichte Wasser und schauen gespannt, was sich darin findet. „Wir sind viel in der Natur, auch schon um den Neuklostersee gewandert“, erzählt ihr Vater Gunther Zapf, der an seinem letzten Urlaubstag mit den Kindern zum Roten See gefahren ist. „Hier sind wir das erste Mal. Es ist wirklich schön und das Programm heute sehr lehrreich. Wir gehen alles mal durch und lassen uns überraschen.“ Das Keschern sei der Anfang gewesen.

„Alle, die Umweltbildung machen, an einem Ort zusammenzubringen“, sei die Idee für das Natur-Erlebnis-Festival gewesen, so Klammer. Dass das auch funktioniert, mache ihn froh, sagt Bürgermeister Jürgen Goldberg. Und der Naturspielplatz am Roten See, mit Leader-Mitteln gefördert, wie Naturparkleiter Volker Brandt sagt, sei der ideale Ort.

Die Teilnehmer würden sich mittlerweile gut kennen und sich wie in einer Familie fühlen. Das bestätigt Marika Schuchardt vom Landschaftspflegeverband in Kobrow, der erstmals einen eigenen Stand hat, die Projekte zu Rotmilan und Streuobstwiese vorstellt, von Letzterer auch Kostproben anbietet wie Marmelade und Saft aus der ersten Ernte. Dem Verband zur Seite steht Ulrike Gisbier von der Akademie für nachhaltige Entwicklung in Güstrow, eine Landesstiftung, die das Netzwerk Streuobstwiesen betreut und für diese Genussscheine vertreibt.


Zapfenpflücker bereits drittes Mal dabei


Die Zapfenpflücker Jan Möller und Sebastian Fachin sind von Anfang an dabei. Sie klettern 30 bis 40 Meter hoch, hier sind es zehn bis zwölf mit Hilfe von Klettersteinen wie in der Halle, abgesichert mit einem Seil. Die Landesforst hat zudem ihr Waldmobil dabei.

Studenten der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Schwerin stellten im Vorjahr mit den Kindern Musikinstrumente aus Recyclingmaterial her, nun Traumfänger und Windspiele oder es können Steine und Muscheln gebastelt werden. Auf Schatzsuche geht es auch noch.

Das Musikcamp vom Haus der Zukunft in Warin macht eine öffentliche Generalprobe vor dem heutigen Abschluss und die Pfadfindergruppe Leezener Kraniche, die sich vor zwei Jahren in Brüel neu gebildet hat, bastelt mit den Kindern Grasköpfe. Samen kommen samt Sägemehl in einen ausgedienten Nylonstrumpf, treiben in ein, zwei Wochen auf der heimischen Fensterbank aus und das Gras kann zu witzigen Frisuren geschnitten werden, erklärt André Ritter. Fünf Minuten basteln und drei Monate lang Spaß im Kinderzimmer.

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