Sternberg : „Kehraus“ für die neue Saison

Ursula Kindling zeigt ein paar schöne Stücke, die noch wie neu sind. Die 82-jährige Ehrenamtliche ist von Anfang an in der Sternberger Kleiderkammer dabei. Fotos: Traudel Leske
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Ursula Kindling zeigt ein paar schöne Stücke, die noch wie neu sind. Die 82-jährige Ehrenamtliche ist von Anfang an in der Sternberger Kleiderkammer dabei. Fotos: Traudel Leske

Die DRK-Kleiderkammer in Sternberg lud für zwei Tage zum Tag der offenen Tür ein. Diesmal gab es Wintersachen sogar umsonst.

svz.de von
24. November 2015, 16:48 Uhr

Es war an den beiden ersten Tagen dieser Woche ein Kommen und Gehen in der Sternberger DRK- Kleiderkammer. Auf dem Programm: die jährlichen Tage der offenen Tür. Und die werden immer gerne von Bedürftigen genutzt. Denn schließlich kann jeder nach Herzenslust in den gefüllten Regalen stöbern. Und was die Sache an diesen beiden Tagen noch lukrativer macht: Wer jetzt dort fündig wird, kann die Sachen kostenlos mit nach Hause nehmen. Wobei an den regulären Öffnungstagen jeden Montag und Dienstag sowieso nur ein geringer Obolus gezahlt werden muss. Die Spanne reicht von 50 Cent bis zu 2,50 Euro. Peanuts, wenn man bedenkt, wie teuer vor allem Kindersachen im normalen Laden sind.


Überwiegend junge Muttis und Omis


Ursula Kindling ist gerade dabei, „neu angekommene Ware“ in die Regale einzuordnen. Die 82-jährige Ehrenamtliche ist von Anfang an dabei – also seit die Kleiderkammer Anfang der 90er-Jahre eröffnet wurde und sich seitdem großer Beliebtheit erfreut. Die Seniorin macht das mit Leib und Seele. Normalerweise verantwortlich für Kasse und Buchführung, ist sie diesmal einfach nur präsent.

An ihrer Seite auch eine langjährige Ehrenamtliche: Anneliese Wagner. Die 75-jährige einstige Krankenschwester ist den „Kunden“ bei der Suche nach bestimmten Dingen gerne behilflich. Doch heute ärgert sich Anneliese Wagner auch ein bisschen. Denn die Suche der Leute nach Kleidung ist zwar die eine Seite. Die andere Seite jedoch ist es, dass manche Besucher ein wahres Chaos in den Regalen hinterlassen. „Über diese Unordnung könnte ich mich ärgern“, meint sie und fängt dann selbst an, wieder Ordnung zu schaffen.

Es sind überwiegend junge Muttis und Omis, die jetzt den Weg hierher nehmen, um für ihre Sprösslinge passende Winterkleidung zu finden.


Mit mehreren vollen Tüten nach Hause


Auch Stefanie Wirkus aus Sternberg ist gerade dabei, etwas Geeignetes für den zehnjährigen Jan Luca und den neunjährigen Leon Joel zu suchen. „Ich komme schon länger hierher“, erzählt sie, „möchte heute gerne warme Wintersachen wie Jacken und Pullover mitnehmen. Billiger kann man sie nicht bekommen. Und wie schnell wachsen die Kinder aus den Sachen heraus.“

Stefanie Seidler und Mutter Gundula haben ebenfalls etwas Passendes gefunden und gehen nun mit mehreren vollen Tüten nach Hause. „Damit sind unsere Kinder und Enkel für den Winter eingedeckt“, meinen sie. „Wir sind auch schon Stammgäste hier. Ursula Kindling ist ausgesprochen zufrieden mit den beiden Tagen. „Schon am Montag haben die Leute fast säckeweise Sachen weggeschleppt. Und auch welche gebracht, so dass wir stets neu auffüllen konnten“, freut sie sich. Unter den Spenden seien viele erstklassige Sachen aus zweiter Hand gewesen. Gefragt waren besonders Wintersachen wie Jacken, Pullover, Anoraks, Hosen, Schuhe usw. Aber auch Betten und Tagesdecken seien wie warme Semmeln weggegangen.


„Frühjahrskollektion“ braucht Platz


„Uns ist sehr daran gelegen, dass wir die ohnehin beengten Räume leer bekommen, damit die ,Frühjahrskollektion’ Platz findet.“ Schon am ersten Tag sei es wie im Taubenschlag zugegangen. Mindestens 40 Leute haben den Weg hierher gefunden. Und gestern nochmals an die 25 bis 30 Interessenten, darunter seien auch vier Flüchtlinge. Ihnen konnte ebenso geholfen werden.

In der Sternberger DRK-Kleiderkammer sind rund 15 ehrenamtliche Bürger aktiv. Alle fünf Wochen seien je zwei von ihnen mit dem Service daran. Eine Bitte ergeht noch an die Spender: Vielleicht sollte man jetzt schon den Kleiderschrank nach entbehrlicher Frühjahrs- und Sommerbekleidung durchforsten. Denn der nächste Frühling kommt bestimmt.

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